Neue Straßenbahnlinie entlang der Donau geplant: Was wir über Budapests Buda-Verbindungsstraßenbahn Phase II wissen

Budapest ist der Erweiterung seines Straßenbahnnetzes entlang der Donau auf der Budaer Seite einen Schritt näher gekommen: Der Gewinner der Bauausschreibung für die Budaer Verbindungsstraßenbahn Phase II (Budai fonódó II. ütem) wurde ausgewählt. Nach Angaben des ungarischen Systems für das öffentliche Auftragswesen (EKR), über das die ungarische Wirtschaftspresse berichtet, hat die SWIETELSKY Magyarország Kft. – SWIETELSKY Vasúttechnika Kft. den Zuschlag für ein Angebot von 26,9 Mrd. HUF netto (ca. 69,4 Mio. €, unter Verwendung des EZB-Referenzkurses) erhalten.

Die Entscheidung ist jedoch noch nicht endgültig. In den Berichten wird darauf hingewiesen, dass innerhalb von acht Tagen ein Rechtsbehelfsverfahren eingeleitet werden kann, und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Vertrag noch nicht unterzeichnet worden.

Für die internationalen Leser: Die “Buda interconnecting tram” ist ein großes Budapester Verkehrsprojekt, das die Straßenbahnkorridore auf der Budaer Seite (westliches Donauufer) verbindet und erweitert und so die Verbindungen zwischen dichten Wohnvierteln, dem Stadtzentrum und wichtigen Zielen verbessert.

Was die Budaer Verbindungsstraßenbahn Phase II hinzufügen würde

Nach Angaben von Magyar Építők ist das Kernelement eine neue zweigleisige Straßenbahnlinie von 2,8 Kilometern Länge, was insgesamt 5,6 Gleiskilometern entspricht.

Die Pläne umfassen auch:

  • mindestens 1,2 km grasbewachsenes (grünes) Gleis;
  • sieben Paare von neuen, vollständig zugänglichen Haltestellen;
  • eine neue Einrichtung für das Terminalpersonal in der Nähe der Kreuzung Dombóvári Road.

Die Planung wurde vom Ingenieurbüro Főmterv erstellt, heißt es in der gleichen Meldung.

Wo soll die neue Straßenbahnlinie verlaufen?

Wie in der jüngsten Berichterstattung beschrieben, würde die Strecke am Szent-Gellért-Platz beginnen und dann am Donauufer entlang an zwei der größten Universitäten Ungarns vorbeiführen: Die Budapester Universität für Technik und Wirtschaft (BME) und die Eötvös Loránd Universität (ELTE). In der Nähe der Rákóczi-Brücke würde die Trasse ins Landesinnere abbiegen und das Büro- und Universitätsviertel Infopark bedienen. Die Trasse würde weiter in Richtung Kopaszi-Staudamm verlaufen und ihr westliches Ende in der Nähe der Kreuzung Dombóvári-Straße-Budafoki-Straße (in der Nähe des MOL-Campus) haben.

In der Praxis soll die Verlängerung die Straßenbahn für die täglichen Fahrten zwischen Süd-Buda, den Universitäten und den großen Büroclustern konkurrenzfähiger machen – Gebiete, die in den letzten Jahren schnell gewachsen sind.

Über den Verkehr hinaus: Bäume, Sträucher, Promenade und Fahrradverbindungen

In den Projektbeschreibungen wird der Bau nicht nur als Verbesserung des Verkehrsnetzes, sondern auch als umfassendere Maßnahme zur Gestaltung des öffentlichen Raums entlang der Uferpromenade und der angrenzenden Straßen beschrieben.

Die veröffentlichten Pläne erwähnen:

  • 394 neue Bäume und 27.431 Sträucher;
  • eine durchgehende Uferpromenade;
  • etwa 2.660 Meter Fahrradinfrastruktur zwischen dem Szent-Gellért-Platz und der Rákóczi-Brücke.

Wenn das Projekt wie geplant umgesetzt wird, würden diese Elemente einen Abschnitt des Donauufers umgestalten, der heute stark vom Straßenverkehr und von fragmentierten Fußgängerwegen geprägt ist.

Wichtige Versorgungsarbeiten sind ebenfalls Teil des Pakets

Wie viele andere städtische Bahnprojekte besteht auch die Phase II der Budaer Straßenbahn nicht nur aus Gleisen und Haltestellen. Die in der Presse zitierten Unterlagen weisen auf umfangreiche Arbeiten an den Oberleitungen, Anpassungen des Stromnetzes und die Verlegung von Versorgungsleitungen hin.

Zu den wichtigsten Zahlen gehören rund 2.850 Meter Oberleitung, 6.484 Meter neue Arbeitsleitung, Änderungen an Teilen des Gleichstromnetzes der BKV und eine Reihe von Umleitungen für Wasser, Abwasser, Gas, Strom und Telekommunikation.

Wie es weitergeht – und was die Entscheidung des Bauunternehmens wirklich bedeutet

Die Auswahl eines Auftragnehmers ist ein wichtiger Meilenstein, denn sie bedeutet, dass das Projekt die “Papier”-Phase hinter sich gelassen hat und in die Phase der Auftragsvergabe eintritt, die sich auf den tatsächlichen Bau konzentriert. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass die Arbeit sofort beginnt.

Die wichtigsten nächsten Schritte sind verfahrenstechnischer Natur: Die Frist für die Einlegung von Rechtsmitteln muss verstrichen sein (oder im Falle einer Anfechtung geklärt werden), dann müssen die Parteien den Vertrag unterzeichnen, woraufhin die detaillierte Terminplanung, die Vorbereitung der Baustelle und die Planung des Verkehrsmanagements abgeschlossen werden können.

Für Budapest steht viel auf dem Spiel: Wenn das Projekt reibungslos verläuft, könnte die Phase II der Budaer Verbindungsstraßenbahn zu einer der sichtbarsten Verbesserungen des Verkehrs und des öffentlichen Raums in Süd-Buda werden – sie würde Universitäten, Büros und neue Wohngebiete miteinander verbinden und gleichzeitig einen grüneren Flusskorridor versprechen.

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