Neues in Ungarn entwickeltes Krebsmedikament liefert außergewöhnliche präklinische Ergebnisse

Präklinische Tests ungarischer Forscher haben gezeigt, dass ein neu entwickelter Wirkstoff aggressive Tumore in Tiermodellen beseitigen kann, darunter auch Krebsarten, die auf bestehende Behandlungen nicht ansprechen.

Das gemeinsame Projekt des HUN-REN Forschungszentrums für Naturwissenschaften und der Eötvös Loránd Universität könnte einen bedeutenden Schritt nach vorne auf dem Gebiet der Antitumortherapien bedeuten, wie Index.hu bereits berichtete .

Die Forschungsergebnisse wurden letzten Herbst in der internationalen Fachzeitschrift Molecular Cancer veröffentlicht. In der Studie beschreiben die ungarischen Wissenschaftler, wie es ihnen gelungen ist, einen hochgiftigen, aber extrem wirksamen Krebswirkstoff sicherer zu machen.

Eine außergewöhnlich starke Verbindung als Ausgangspunkt

Die Forschung baut auf einer bekannten Klasse von Chemotherapeutika auf. Anthrazykline sind seit Jahrzehnten ein Eckpfeiler der Krebsbehandlung, aber sie sind auch mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden, und viele Tumore entwickeln schließlich eine Resistenz gegen sie.

András Füredi und seine Kollegen haben einen modifizierten Wirkstoff entwickelt, der die Tumorzellen weitaus effektiver zerstört als die bisherigen Behandlungen. Die Substanz allein erwies sich jedoch als zu giftig, um sie lebenden Organismen sicher zu verabreichen.

“Er ist etwa tausendmal giftiger für Krebszellen als herkömmliche Chemotherapeutika, was bedeutet, dass er ohne Modifikation nicht sicher verwendet werden kann”, sagte Füredi gegenüber Index.hu.

Warum es anders wirkt als die herkömmliche Chemotherapie

Der Durchbruch gelang durch den Einsatz der liposomalen Technologie. Der Wirkstoff wurde in eine mikroskopisch kleine, auf Fett basierende обол-Hülle eingeschlossen, die gesundes Gewebe schützt, während sich das Medikament vor allem in den Tumorbereichen anreichern kann.

“Liposomale Partikel können den Blutkreislauf nur dort verlassen, wo die Blutgefäßwände durch den Tumor beschädigt sind. Dort öffnen sie sich und setzen den Wirkstoff frei”, erklärte Füredi gegenüber Index.hu.

Den Forschern zufolge ermöglicht diese Verabreichungsmethode, dass das Medikament viel länger im Körper verbleibt als herkömmliche Chemotherapeutika, und in einigen Fällen kann eine einzige Behandlung ausreichen.

Der resultierende Wirkstoff wurde in mehreren Mausmodellen getestet. Es hemmte erfolgreich das Tumorwachstum in Brust-, Haut- und Lungenkrebsmodellen, und in einem aggressiven Brustkrebsmodell wurde eine vollständige Remission ohne Wiederauftreten des Tumors erreicht.

Hungarian cancer drug preclinical cancer research
Das experimentelle Medikament wurde in Mausmodellen getestet, wo es eine starke Wirksamkeit gegen aggressive Tumore zeigte. Foto: depositphotos.com

Insbesondere erwies sich das Medikament auch als wirksam gegen multiresistente Tumore – Krebsarten, die gegen bestehende Behandlungen resistent geworden sind.

  • Das lang erwartete Projekt der Flughafen-Eisenbahnverbindung geht endlich an den Start: Schnelle Verbindung von der Hauptstadt zum Budapester Flughafen!

Wirksam auch gegen die resistentesten Tumore

Der Wirkstoff mit dem Namen LiPyDau wurde in mehreren Tiermodellen getestet, darunter aggressive Formen von Brust-, Haut- und Lungenkrebs. In einem besonders resistenten Brustkrebsmodell wurden die Tumore vollständig eliminiert und kehrten nicht mehr zurück.

“Ich arbeite seit fünfzehn Jahren an Krebstherapien, aber ich habe noch nie eine so starke Wirkung gesehen. In einigen Modellen reichte eine einzige Dosis aus, um den Tumor zu beseitigen”, sagte Füredi.

LiPyDau gilt derzeit als einer der vielversprechendsten Arzneimittelkandidaten, die in Ungarn entwickelt wurden. Der weitere Fortschritt hängt jedoch von den anstehenden Finanzierungsentscheidungen ab. Die Forscher warten nun auf eine Bestätigung, ob sie den Wirkstoff in größeren Tiermodellen weiter testen können.

Wenn die nächste Phase genehmigt wird und die Ergebnisse positiv ausfallen, könnten klinische Studien folgen – und damit möglicherweise den Weg dafür ebnen, dass das erste in Ungarn entwickelte Krebsmedikament in den nächsten Jahren Patienten erreicht.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *