Orbán: Europa braucht eine zweite Verteidigungslinie, um den Zustrom von Migranten einzudämmen

Prag (MTI) – Die Europäische Union hat bisher bei der Bewältigung der Migrationskrise versagt, da sie es versäumt hat, die Außengrenzen des Schengen-Raums zu schützen, weshalb der Block eine zweite Verteidigungslinie braucht, sagte Premierminister Viktor Orbán sagte am Montag in Prag nach einem Visegrad-Four-Gipfel zum Thema Migration.
Der Premierminister bekräftigte die Haltung Ungarns, dass der Zustrom europäischer Migranten insgesamt gestoppt werden müsse. Er sagte, die Verteidigungslinie zwischen der Europäischen Union und der Türkei habe sich als wirkungslos erwiesen, da es ihr nicht gelungen sei, den Zustrom von Migranten zu stoppen. Orbán sagte, Logik und politische Verantwortung erforderten, dass Gespräche über eine zweite Verteidigungslinie geführt werden sollten.
Was Ungarn tun könne, sei, denjenigen zu helfen, die bereit seien, diese zweite Verteidigungslinie südlich der ungarischen Grenzen aufzubauen, sagte der Premierminister.
Orbán sagte, Sicherheit und Migration seien die wichtigsten Themen des Jahres 2016. Den neuesten Schätzungen zufolge leben in den umliegenden Regionen Europas etwa 38,5 Millionen Binnenflüchtlinge, die seiner Meinung nach jederzeit nach Europa aufbrechen könnten.
Orbán sagte, den V4-Ländern sei es bisher gelungen, den Zustrom einer großen Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine in die EU zu verhindern.
Zu den V4-Premierministern Orbán aus Ungarn, Bohuslav Sobotka aus der Tschechischen Republik, Beata Szydlo aus Polen und Robert Fico aus der Slowakei gesellten sich auf dem Gipfel der mazedonische Präsident Gjorge Ivanov und der bulgarische Premierminister Boyko Borissov.
Orbán sagte, sowohl Mazedonien als auch Bulgarien seien bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise erfolgreich gewesen und fügte hinzu, dass Bulgarien daher angeboten werden sollte, Schengen und Mazedonien der EU beizutreten.
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