Orban: Wehrpflicht nicht auf der Tagesordnung

Budapest, 17. Januar (MTI) – Ungarn wird keine Wehrpflicht einführen, das Thema steht nicht auf der Tagesordnung und wird nicht auf der Tagesordnung stehen, sagte Ministerpräsident Viktor Orban am Sonntag.

Orban wurde auf dem öffentlichen Nachrichtensender M1 gefragt, ob es einen Streit zwischen der Regierung und dem Parlamentspräsidenten Laszlo Kover über dieses Thema gebe, nachdem Presseberichte darüber, dass Kover die Wiedereinführung der Wehrpflicht anprangerte, veröffentlicht worden waren Orban sagte, es gebe keinen solchen Streit und Kover sagte nicht, dass die Wehrpflicht in Ungarn wieder eingeführt werdeDas Thema werde von der Regierung nicht diskutiert, sagte Orban.

Die oppositionellen Sozialisten sagten, es sei allen klar, dass die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Ungarn keine Wurzeln in der Realität habe und eine Diskussion darüber nur darauf hindeute, dass es interne Konflikte in der Regierungspartei Fidesz gebe In den letzten sechs Jahren habe die Fidesz-Regierung die Armee nahezu funktionsunfähig gemacht, sodass sich Fidesz statt solcher Streitigkeiten darauf konzentrieren sollte, die Armee einsatzfähig zu machen, sagten der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Leiter des Polizei- und Verteidigungsausschusses des Parlaments, Tamas Harangozo, und die Parteiabgeordnete Marta Demeter in einer gemeinsamen Erklärung.

Die oppositionelle Egyutt-Partei sagte, dass die Regierung sich nicht mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht träumen lassen sollte, sondern sich mit einigen dringenden Problemen befassen sollte, die gelöst werden müssten, wie etwa Problemen im Gesundheitswesen und im Bildungssystem.

Die Regierung Orban treibe “den letzten Nagel in Ungarns Sarg”, sagte die Oppositionspartei PM, als sie jungen Menschen mit der Wehrpflicht und mit der Einführung des Ausnahmezustands drohe, weil Maßnahmen ihre Auswanderung beide beschleunigen.

Die linke Opposition Demokratische Koalition (DK) lehnte die Rekrutierung einer Wehrpflichtarmee entschieden ab. Agnes Vadai, die stellvertretende Vorsitzende der Partei, sagte neben Kover auch Lajos Kosa, Fidesz‘Fraktionschef und Leiter des Polizei- und Verteidigungsausschusses, und Verteidigungsminister Istvan Simicsko hätten das Thema bereits angesprochen, was bedeutet, dass „Fidesz auch ungarische Jugendliche hintergangen hat“”.

Simicsko bemerkte zuvor in einem Interview, dass die Abschaffung der Wehrpflicht möglicherweise dem Aufkommen verschiedener militanter Gruppen als internationaler Trend gewichen sei.

Foto: MTI

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