PM Orbán: Ungarn heißt Franzosen, Deutsche und Italiener willkommen, lehnt Migranten ab – was ist mit den Gastarbeitern?

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán stellte sich heute einer Flut von Fragen internationaler Journalisten – vom Krieg in der Ukraine und der US-Intervention in Venezuela bis hin zu den bevorstehenden Parlamentswahlen 2026 und der Migrationskrise in Europa. Er wich innenpolitischen Themen weitgehend aus und zog es vor, sich in globale Angelegenheiten zu vertiefen. Doch als das Thema Migration aufkam, sprach er ausführlich darüber – und ging sogar auf die ungarischen Gastarbeiter ein.

Illegale Einwanderer zerstören die kulturellen Wurzeln Europas

Auf die Frage eines Reporters von GB News, ob Europa seinen Patriotismus wiederentdecken könne, begann Orbán mit einer leidenschaftlichen Verteidigung der ungarischen Haltung. Er nannte es ein “Wunder”, dass sein Land ein sicherer Hafen vor illegaler Einwanderung geworden ist. Im Gegensatz dazu zeichnete er ein düsteres Bild von Westeuropa: Die christlichen Geburtenraten sinken, eine “Bevölkerungsablösung” ist im Gange und die Zahl der nichtchristlichen Kinder mit Migrationshintergrund steigt sprunghaft an.

Migrants conquering Europe
Illegale Migranten in Frankreich. Quelle: Anadolu/Gian Marco Benedetto

Orbán erinnerte sich an den schockierenden Anblick von Tausenden von Migranten, die sich vor dem Budapester Bahnhof Keleti drängten. “Nein zu sagen war nicht schwer”, erklärte er. “Dabeibleiben? Das war der wahre Kampf.” Deutschland habe den Druck erhöht, und Ungarn sei mit ungerechtfertigten EU-Strafen konfrontiert worden. Die westlichen Länder, so scherzte er, würden “einen Arm und ein Bein geben”, um dem Migrantenchaos zu entkommen, das sie jetzt erleiden.

Deutsche, Italiener und Franzosen strömen nach Ungarn – so behauptet Orbán

Die EU-Strafzahlungen? “Immer noch billiger als das Chaos der illegalen Einwanderer”, betonte Orbán. Er betonte, dass Ungarn kein Magnet für einen solchen Zustrom sei – stattdessen ziehe es “Westeuropäer” wie Deutsche, Franzosen und Italiener an.

Die offiziellen Zahlen sprechen jedoch eine differenziertere Sprache. Daten des ungarischen Zentralamts für Statistik (HCSO), die von 444.hu zitiert werden, zeigen, dass mehr als 135.000 Europäer (hauptsächlich Serben und Ukrainer) in Ungarn leben, neben fast 100.000 Asiaten und mehr als 11.000 Afrikanern. Die Zahlen aus Afrika und Asien sind in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen.

Und was ist mit diesen Gastarbeitern?

In den Statistiken wird nicht zwischen dauerhaft ansässigen Personen und temporären Gastarbeitern unterschieden, die befristete Verträge (bis zu 2+1 Jahre) unterschreiben und nach Beendigung ihres Jobs wieder gehen müssen. Die meisten Asiaten und Afrikaner fallen in diese Kategorie, eine kleinere Gruppe studiert an ungarischen Universitäten.

Die Regierung hat die Zahl der Gastarbeiter streng begrenzt: 65.000 im Jahr 2024 und 35.000 in den Jahren 2025 und 2026. Sie füllen vor allem Lücken in der Automobilindustrie und im verarbeitenden Gewerbe – Branchen, in denen es an einheimischen Talenten mangelt, da viele Ungarn höheren Löhnen im Ausland nachjagen.

Asian guest worker Hungary
Viele Gastarbeiter kommen aus Süd- und Südostasien. Quelle: depositphotos.com

In einem Bild-Interview ließ Orbán kürzlich eine Bombe platzen: brave Gastarbeiter könnten nun die Staatsbürgerschaft beantragen. Das ist eine scharfe Kehrtwende. Sein Kabinett hatte zuvor darauf bestanden, dass Drittstaatsangehörige hier arbeiten, sich aber nicht dauerhaft niederlassen dürfen.

Péter Magyar, Orbáns Gegenkandidat bei den Wahlen, verspricht, die Zahl der Gastarbeiter aus Drittländern auf Null zu reduzieren, wenn er im April gewinnt.

New poll Péter Magyar elections
Foto: FB/Péter Magyar

Titelbild: depositphotos.com

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