PM Orbán’s milliardenschwere Wette auf Trump: ein Sitz an der Spitze des Tisches, aber zu welchem Preis inmitten der ungarischen Schuldenspirale?

Ungarns umkämpfter Premierminister ist kein Unbekannter, wenn es um kühne Spielchen geht. Aber 1 Milliarde Dollar für ein von Trump geschaffenes “Friedensgremium” für Gaza auszugeben? Das ist eine Wette, vor der sogar Las Vegas zurückschrecken würde – vor allem, da Budapest am Rande des wirtschaftlichen Ruins steht.
Gestern präsentierte Orbán freudig einen Brief von Präsident Trump, in dem er eingeladen wurde, dem frisch gegründeten Gaza-Friedensrat als Gründungsmitglied beizutreten. “Wo Trump ist, da ist Frieden”, verkündete der ungarische Staatschef und nahm das Angebot freudig an. Allerdings hat er das Kleingedruckte übersehen: Die Mitgliedschaft erfordert eine kühle 1 Milliarde USD im Voraus. Ungarns Kassen mögen zwar leer sein, aber Orbán scheint nur zu gerne zuzustimmen.

Für 2026 zeichnet sich eine historische Verschuldung ab
Ungarns Wirtschaft befindet sich seit 2023 in der Rezession und zwang die Regierung, sich an ausländische Kreditgeber zu wenden. Peking verpflichtete sich im April 2024 mit einem Darlehen in Höhe von 1 Milliarde Euro, das bis 2027 zurückzuzahlen ist. Laut dem Plan der staatlichen Schuldenverwaltung (ÁKK Ltd) für 2026 plant Budapest nun, allein in diesem Jahr 9,6 Mrd. EUR über Anleihen und Kredite aufzunehmen.
Davon werden 3,1 Milliarden Euro für die Bedienung auslaufender Auslandsschulden verwendet, während die restlichen 6,5 Milliarden Euro das gähnende Haushaltsdefizit des Staates stopfen sollen, wie Népszava im Dezember berichtete. Im vergangenen Jahr hat die ÁKK bereits 7 Mrd. EUR an Fremdwährungsanleihen ausgegeben.
Trumps globaler Friedenskreuzzug mit Orbán
Der großspurige Titel der ÁKK täuscht über ihre Ambitionen hinweg: Trump beabsichtigt, es weltweit einzusetzen, sobald der Nahe Osten “befriedet” ist. Doch selbst der regierungsfreundliche index.hu räumt ein eklatantes Versäumnis ein – Amerika hat es versäumt, Israel einzubinden. Das war das Stichwort für den israelischen Außenminister, der sich mit US-Außenminister Marco Rubio prügelte.

Orbán verschwendete keine Zeit: Trump lud mehr als 60 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt ein, darunter auch Ursula von der Leyen, die Präsidentin des Europäischen Rates, die Orbán gerne als “kriegsbefürwortend” in Bezug auf die Ukraine beschimpft. Mit Trump als Vorsitzendem signalisiert Ungarns prompte Zustimmung, dass der Transfer von 1 Milliarde USD unmittelbar bevorstehen könnte.

