Renommierter ungarischer Filmemacher Béla Tarr gestorben

Der berühmte ungarische Filmemacher Béla Tarr, gefeierter Kossuth- und Balázs Béla-Preisträger und Schöpfer von Meisterwerken wie Sátántangó und Werckmeister Harmonies, ist am Dienstag im Alter von 71 Jahren verstorben, teilte der Regisseur Fliegauf Bence im Namen der Familie gegenüber MTI mit.

Béle Tarr stirbt

Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Béla Tarr, der visionäre Filmregisseur, in den frühen Morgenstunden dieses Tages nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist – so der Ungarische Filmemacherverband in einem Kommuniqué, das der Ungarischen Nachrichtenagentur am Dienstag zugesandt wurde.

Renowned Hungarian filmmaker Béla Tarr
Foto: FB/MTA

Der 1955 in Pécs geborene Tarr begann seine außergewöhnliche Karriere bereits mit 16 Jahren als Amateurfilmer. Später verfeinerte er sein Handwerk im Balázs Béla Studio, Ungarns zentralem Zentrum für experimentelles Kino, wo er 1977 sein Spielfilmdebüt Family Nest drehte.

Unzählige Erfolge

Mit dem ersten unabhängigen ungarischen Spielfilm, Damnation, der 1988 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin vorgestellt wurde und international großen Anklang fand, war Tarr ein Wegbereiter. Von 1989 bis 1990 lebte er als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Berlin und übernahm anschließend eine Gastprofessur an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), wo er bis 2011 lehrte.

Der Bürgermeister von Budapest, Gergely Karácsony, nannte Béla Tarr den freiesten Mann der Welt:

Im Jahr 1997 wurde er zum Mitglied der Europäischen Filmakademie gewählt. Im Jahr 2003 gründete er den TT Film Workshop, den er bis 2011 leitete. Er produzierte seine Filme, während er auch als Produzent bei wichtigen Projekten anderer bedeutender Künstler tätig war.

Nachdem er 2011 seinen Spielfilm Das Turiner Pferd zu seinem letzten Werk erklärt und sein Oeuvre abgeschlossen hatte, widmete Tarr das nächste Kapitel seiner Karriere der Lehre und setzte sich für die Entwicklung neuer Formen des Filmemachens ein – wie es in der Erklärung heißt.

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