Schockierendes Timing: MOL-Dividende explodiert vor den Wahlen

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Zwei Tage vor den Wahlen beschloss MOL eine Dividendenausschüttung in Höhe von 241 Milliarden Forint (ca. 753 Millionen USD) und löste damit wirtschaftliche und politische Wellenbewegungen aus.
Ungewöhnliches Timing
Im Jahr 2026 wartete MOL nicht bis zu seiner üblichen Hauptversammlung Ende April. Stattdessen wurde am 10. April – nur zwei Tage vor den Wahlen – über die MOL-Dividendenausschüttung entschieden. Dies stellt einen klaren Bruch mit der bisherigen Praxis dar: Sowohl 2014 als auch 2018 kamen die Aktionäre erst nach den Wahlen zusammen.
Nach dem Beschluss wird das Unternehmen insgesamt 241,2 Milliarden HUF (ca. 754 Millionen USD) ausschütten, bei einer Dividende von 300 HUF pro Aktie (ca. 0,94 USD). Dies entspricht einer Rendite von 7,3%, die im regionalen Vergleich bemerkenswert hoch bleibt.
Die Führung von MOL hatte sich bereits Anfang Februar bemerkenswerte Einnahmen aus Aktienverkäufen gesichert, über die wir bereits berichtet hatten.
75 Milliarden HUF an drei Stiftungen
Die größten Nutznießer der MOL-Dividende sind drei im Jahr 2021 gegründete Vermögensverwaltungsstiftungen. Sie erhalten jeweils rund 25 Milliarden Forint aus der aktuellen Ausschüttung.
- MCC erhält rund 24,58 Milliarden HUF (≈ 76,8 Millionen USD).
- Die Corvinus Stiftung einen ähnlichen Betrag (≈ HUF 24,58 Milliarden; ≈ USD 76,8 Millionen)
- Die MOL New Europe Foundation erhält 25,7 Mrd. HUF (≈ 80,3 Mio. USD)
Diese Stiftungen wurden zuvor mit beträchtlichen staatlichen Vermögenswerten ausgestattet, darunter Aktien von MOL und Richter, so dass sie Jahr für Jahr stetige Einnahmen aus der MOL-Dividende erzielen können.
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Über 90% der Gewinne ausgeschüttet
Im Jahr 2025 verzeichnete MOL einen Gewinn von 261 Milliarden Forint, von dem nun mehr als 90% als MOL-Dividende ausgeschüttet werden. Dies ist eine außergewöhnlich hohe Quote, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr um 11% zurückgegangen sind.
Das Verhältnis von Dividende zu Gewinn ist damit auf 92% gestiegen, was einen klaren Wechsel in der Strategie des Unternehmens hin zu Ausschüttungen verdeutlicht, wie 444 berichtet.
Mehr ausgeschüttet als für die Diversifizierung benötigt
Besonders auffällig ist, dass die MOL-Dividende die geschätzten Kosten für eine wichtige strategische Investition übersteigt: die Verringerung der Abhängigkeit vom russischen Öl.
Das Unternehmen schätzt, dass diese Umstellung etwa 500 Millionen USD (ca. 160 Milliarden HUF) kosten würde – deutlich weniger als die aktuelle Dividendenausschüttung. MOL behauptet zwar, dass eine vollständige Diversifizierung bis Ende 2026 erreicht werden könnte, aber der Umfang der Ausschüttungen lässt etwas anderes vermuten.
Die Rolle der zusätzlichen Gewinne und des russischen Öls
Die rekordverdächtige MOL-Dividende ist weitgehend auf einen Schlüsselfaktor zurückzuführen: den Zugang zu verbilligtem russischen Öl. Das über die Druschba-Pipeline gelieferte Rohöl war in der Anfangsphase des Krieges zeitweise 20-30% billiger als die Weltmarktpreise.
Dies führte zu beträchtlichen zusätzlichen Gewinnen, selbst nachdem die Regierung Steuern auf unerwartete Ereignisse erhoben hatte. Das Unternehmen gab jedoch einen erheblichen Teil dieser Kosten an die Verbraucher weiter und behielt dabei seine hohe Rentabilität bei.
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