Sozialisten fordern vierte Republik Ungarn

Ein sozialistischer Führer betonte am Samstag die Notwendigkeit, in Ungarn eine vierte Republik zu gründen, sobald die Sozialisten als Teil der republikanischen Opposition bei den Wahlen 2022 an die Macht kommen.
Die neue ungarische Republik müsse demokratisch sein und auf sozialer Gerechtigkeit basieren, sagte Ágnes Kunhalmi, Vorsitzender des Nationalvorstands der Partei, auf einer Pressekonferenz nach einer Vorstandssitzung.
Sie sagte, die neue Republik werde aus einer Vielzahl von Komponenten aufgebaut, beispielsweise aus einer kindgerechten Bildung, die lexikalisches Wissen mit Fähigkeitsentwicklung kombiniert, und einer patientenorientierten Gesundheitsversorgung, die moderne europäische Behandlungen anbietet.
Kunhalmi betonte die Notwendigkeit eines starken Rentenkorrekturprogramms mit der Einführung der europäischen Mindestrente. Die Sozialisten schlagen vor, die Schweizer Indexierungsmethode für die Rentenberechnung wiederherzustellen. Dementsprechend würden die Renten in diesem Jahr um 6,5 Prozent gegenüber den tatsächlichen 2,8 Prozent steigen, sagte sie.
Kunhalmi forderte die Eindämmung der aktuellen “Unterbringungskrise”, die ihrer Meinung nach die Einführung einer Mietobergrenze und die Entwicklung eines Wohnungsmietprogramms erforderte.
Der Mindestlohn müsse steuerfrei gestaltet werden, was eine sofortige Erhöhung um 25.000 Forint pro Monat zur Folge hätte, fügte sie hinzu.
Kunhalmi sagte, die Sozialisten wollten nicht, dass die Europäische Union die Mittel für Ungarn kürzt, unterstützten jedoch voll und ganz, dass die Übertragung von Zahlungen an das Land gebunden werden sollte, das die rechtsstaatlichen Kriterien erfüllt.
Der sozialistische Führer Bertalan Tóth sagte, die Zusammenarbeit der Opposition sei der einzige Weg, um 2022 einen Regierungswechsel zu erreichen. Die Partei sei der Ansicht, dass ein gemeinsamer Premierministerkandidat und gemeinsame Kandidaten in den Wahlkreisen erforderlich seien, um Fidesz zu besiegen, fügte er hinzu.

