Staat senkt Defizitziel auf 1,7 Prozent nach geringer 9-Monats-Lücke

Budapest, 10. Oktober (MTI) (Die Regierung hat beschlossen, das nach den Rechnungslegungsvorschriften der EU berechnete Defizitziel Ungarns von 2 Prozent auf 1,7 Prozent des BIP zu senken, da die bisherige Leistung in diesem Jahr besser ausfiel als prognostiziert, gab das Wirtschaftsministerium in bekannt sein neunmonatiger Haushaltsbericht am Montag.
Das auf Cashflows basierende Haushaltsdefizit von neun Monaten ohne Gemeinderäte belief sich auf 2,4 Milliarden Forint (7,9 Mio. EUR), teilte das Ministerium in einer ersten Lesung mitDas Defizit steht im Vergleich zu einem Ganzjahresziel von 761,6 Milliarden Forint.
Das Neunmonatsdefizit war das niedrigste seit eineinhalb Jahrzehnten und steht im Vergleich zu einem Defizit von 954,6 Milliarden Forint ein Jahr zuvor Allein im September wies der Haushalt einen Überschuss von 271,6 Milliarden Forint aus, gegenüber einem Defizit von 39,7 Milliarden Forint ein Jahr zuvor.
Zur Erklärung der großen Verschiebung erklärte das Ministerium, dass die Europäische Union in diesem Jahr die großen Auszahlungen, die letztere 2015 an erfolgreiche Antragsteller vor dem Ende der Auszahlung der Mittel für die EU-Haushaltsperiode 2007-2013 getätigt habe, auf den Zentralhaushalt übertragen habe. Darüber hinaus sei die Position des Haushalts aufgrund höherer Einnahmen und geringerer Ausgaben in diesem Jahr „außerordentlich stabil“sicher gewesen, fügte es hinzu.
Der Zentralhaushalt wies im Januar-September dieses Jahres ein Defizit von 95,5 Milliarden Forint auf, während die Sozialversicherungsfonds und die separaten Staatsfonds Überschüsse von 21,3 Milliarden Forint bzw. 71,8 Milliarden Forint aufwiesen.
Das Ministerium sagte, dass die stabile Haushaltslage einer der Hauptgründe für Ungarns jüngste Rückstufung in die Investment-Grade-Kategorie durch die internationalen Ratingagenturen Fitch Ratings und Standard & Poor’s sei. Die Regierung habe das Defizitziel angesichts des günstigen Haushalts und der guten makroökonomischen Leistung gesenkt und darauf hingewiesen, dass sie in ihrem Ende September an die Europäische Kommission übermittelten Bericht über das Verfahren bei einem übermäßigen Defizit bereits ein ESA-konformes Defizit von 1,7 Prozent des BIP für 2016 prognostiziert habe.

