TI veröffentlicht Ungarn-Lobbybericht

Budapest, 28. Oktober (MTI) – Lobbyaktivitäten in Ungarn sind unkontrolliert und intransparent, sagte Transparency International Magyarorszag in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Ungarn habe “unorthodoxe Foren” zur Förderung von Geschäftsinteressen entwickelt, sagte der Forscher Attila Bartha, und nannte als Beispiel das System strategischer Kooperationsvereinbarungen zwischen der Regierung und wichtigen Unternehmen.

Laut der Studie machen die strategischen Partner der Regierung fast 35 Prozent der ungarischen Exporte aus und beschäftigen über 8 Prozent der im privaten Sektor arbeitenden Menschen. Die meisten Partner seien in der Automobilherstellung, Elektronik und Pharmaindustrie aktiv, sagte Bartha.

Strategische Partnerschaften zielen darauf ab, die politische Unsicherheit im Geschäftsumfeld zu verringern, heißt es in der StudieBartha argumentierte, dass die Regierung zwar durch ihr Partnerschaftsprogramm die “guten” Multis für sich gewinnen wollte, die Partner jedoch nach einem Ausweg aus einer unsicheren Geschäftslage tasteten.

Partnerschaftsabkommen könnten dazu beitragen, den Dialog zwischen der Regierung und der Wirtschaft schrittweise zu normalisieren, fügte der Forscher hinzu.

Bartha ist Fellow an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und an der Budapester Mitteleuropäischen Universität.

Jozsef Peter Martin, Geschäftsführer von TI Ungarn, sagte, dass das Wachstum und die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit Ungarns davon abhängig seien, die Institutionen des Landes, einschließlich der Lobbyaktivitäten, transparenter zu machen, sowie durch die Wiederherstellung der Machtteilung Unsicherheiten im Geschäftsumfeld wurzeln vor allem in den intransparenten Institutionen und dem Demokratiedefizit Ungarns, betonte er.

Der Rechtsexperte Miklos Ligeti von TI Ungarn sagte, der Kreis der Personen, die einer Vermögenserklärung unterliegen, sei zu klein, der Zugang zu öffentlichen Daten sei eingeschränkt und die Transparenz der Parteienfinanzierung sei begrenzt.

Die Studie basierte auf Interviews mit Unternehmens- und Regierungsbeamten sowie Handelsführern im Rahmen einer von der Europäischen Kommission unterstützten Untersuchung in 19 europäischen Ländern.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *