Ungarischer Ölriese Mol bittet Brüssel um Hilfe gegen kroatische Ölgesellschaft

Im Energiestreit zwischen Ungarn und Kroatien wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen, da Mol und seine slowakische Tochtergesellschaft Slovnaft eine offizielle Beschwerde bei der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission eingereicht haben.

Warum bittet Mol Brüssel um Hilfe?

Die Unternehmen behaupten, dass der kroatische Pipelinebetreiber Janaf versucht, Bedingungen aufzuerlegen, die die Versorgungssicherheit in der Region gefährden könnten. Die Adria-Pipeline, die von Janaf betrieben wird, würde eine entscheidende Rolle spielen, wenn die Europäische Union ihren Plan zum Ausstieg aus dem russischen Rohöl weiterverfolgt.

Nach Angaben von Mol hat Janaf den beiden Unternehmen kürzlich mitgeteilt, dass sie das bereits gekaufte und für den Transport vorgesehene Rohöl nur dann erhalten würden, wenn sie sich bereit erklären, zusätzliche Mengen zu kaufen, die im System des Betreibers als “technischer Vorrat” bezeichnet werden, schreibt 24.hu.

Das ungarische Unternehmen sagt, es sei überrumpelt worden

Mol sagt, dass diese Forderung völlig überraschend kam: Sie war nie Teil der Vertragsbedingungen und war auch in der bisherigen Zusammenarbeit mit dem kroatischen Betreiber nicht aufgetaucht.

Das ungarische Unternehmen behauptet außerdem, dass Janaf vor kurzem die bestellten Mengen nicht rechtzeitig geliefert hat und daraufhin angedeutet hat, dass künftige Lieferungen nur unter ähnlich restriktiven Bedingungen garantiert werden können.

Mol und Slovnaft sind der Ansicht, dass diese Praxis Anlass zu ernsten Bedenken gibt, da Janaf seine dominante infrastrukturelle Position zu nutzen scheint, um die Regeln für den Zugang zu nicht-russischem Rohöl einseitig zu ändern.

Was sind die Bedenken?

Nach Einschätzung von Mol vertiefen die jüngsten Entwicklungen nur die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Adria-Pipeline, deren Kapazität und Preisgestaltung bereits seit der Einführung der westlichen Sanktionen gegen russisches Öl Gegenstand ständiger Diskussionen sind.

Die ungarische Regierung hält daran fest, dass das Land ohne russische Quellen nicht vollständig versorgt werden kann. Diese Position hat Ungarn und der Slowakei vorübergehende Ausnahmeregelungen verschafft, so dass sie weiterhin russisches Rohöl kaufen können.

Mol warnt jedoch davor, dass die derzeitige Situation die langfristige Zuverlässigkeit des südlichen Abschnitts der Adria-Pipeline in Frage stellt – eine entscheidende Komponente in jedem realistischen Plan zur Verringerung der Abhängigkeit von russischem Öl in der EU.

Mol und Slovnaft haben die Europäische Kommission gebeten, die Situation genau zu beobachten und das Verhalten von Janaf zu untersuchen. Gleichzeitig sind die Unternehmen davon überzeugt, dass ihre Geschäftsbeziehung mit dem kroatischen Betreiber noch immer auf der Grundlage von Professionalität, Transparenz und fairen Marktbedingungen wiederhergestellt werden kann.

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