Ungarischer Forint steigt und steigt gegenüber Euro und Dollar

Der ungarische Forint hat am Dienstag eine bemerkenswerte Rallye hingelegt. Er erreichte Kursniveaus wie seit Jahren nicht mehr und überraschte selbst erfahrene Marktbeobachter. Nachdem er nur wenige Tage zuvor noch nahe 390 zum Euro notiert hatte, legte die Währung deutlich zu, drückte den Euro kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 380 und pendelte sich im Nachmittagshandel um 379 ein.

Ungarischer Forint klettert höher und höher

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Bild: Daily News Hungary

Wie Pénzcentrum berichtete, markiert diese Entwicklung eine deutliche Trendwende für den ungarischen Forint, der den größten Teil des vergangenen Jahres unter Druck gestanden hat. Am späten Nachmittag wurde ein Euro zu etwa 379,4 Forint gehandelt, während der US-Dollar unter 318 Forint fiel und zeitweise sogar die Marke von 317 Forint berührte. Ein derart starker Dollar-Forint-Kurs wurde seit Anfang 2022 nicht mehr beobachtet, was das Ausmaß der aktuellen Aufwertung verdeutlicht.

Die Rallye begann in den Morgenstunden, als der Euro noch über 381 Forint notierte. Die Dynamik nahm im Laufe des Tages stetig zu, und um kurz nach 16 Uhr hatte der ungarische Forint wichtige technische Schwellenwerte durchbrochen. Analysten weisen darauf hin, dass Niveaus unter 380 gegenüber dem Euro zuletzt Anfang 2024 beobachtet wurden, obwohl sich die damalige Stärkung als kurzlebig erwies. Diesmal scheint die Marktstimmung jedoch positiver zu sein.

Was ist der Grund dafür, dass der Forint diese Höhen erreicht hat?

Ein wichtiger Faktor für den Anstieg des Forint ist die jüngste Zinsentscheidung der ungarischen Nationalbank (MNB). Auf seiner letzten Sitzung entschied der Währungsrat, den Leitzins unverändert bei 6,5% zu belassen, und bekräftigte damit das Engagement der Bank für einen straffen geldpolitischen Kurs. Der konstant hohe Zinssatz macht den Forint für Investoren weiterhin attraktiv, insbesondere im regionalen Kontext.

Genauso wichtig war der vorsichtige Ton der Zentralbank. Während die Inflation gegen Ende 2025 deutliche Anzeichen einer Abschwächung aufwies, betonten die Entscheidungsträger, dass etwaige künftige Zinssenkungen davon abhängen würden, wie sich die Verbraucherpreise Anfang 2026 entwickeln würden. Diese vorsichtige Kommunikation versicherte den Märkten, dass die MNB nicht zu einer verfrühten Lockerung neigt, was das Vertrauen in die Währung stärkte.

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