Ungarn steht bis 2060 vor einem Bevölkerungsrückgang von 2 Millionen

Budapest, 10. Juli (MTI) – Nach neuen Daten des demografischen Teams des Statistischen Zentralamts, die am Freitag vorgelegt wurden, wird die Bevölkerung Ungarns bis 2060 schätzungsweise um 2 Millionen zurückgehen.

Ungarns Bevölkerung befindet sich seit den 1980 er Jahren auf einer rückläufigen Kurve und sie sank zwischen der letzten Volkszählung 2011 und 2014 um 100.000, wie die in der KSH-Publikation Demographic Portrait 2015 zusammengestellten Daten zeigten.

Ungarns Bevölkerung altert mit mehr Menschen in den älteren Altersgruppen, während es weniger Kinder gibt Etwa ein Fünftel der Bevölkerung ist älter als 65 Jahre und nur ein Siebtel gehört zur Altersgruppe der 15-Jährigen, heißt es in dem BerichtDer Anteil der 65+-Bevölkerung übertraf 2006 die unter 15-Jährigen, fügte er hinzu.

Die Zahl der Einwanderer ausländischer Staatsbürgerschaft ist in den letzten Jahren zurückgegangen, während die Zahl der außerhalb Ungarns geborenen ungarischen Einwanderer seit 2011 deutlich zugenommen hat. Diese letztere Gruppe besteht hauptsächlich aus Menschen, die jetzt die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen.

Die Zahl der Asylsuchenden in Ungarn sei seit 2013 wie anderswo in der EU erheblich gestiegen, die Zahl der Menschen mit angenommenem Flüchtlingsstatus bleibe jedoch unter 500 pro Jahr, heißt es in dem Bericht.

Ungarn verlassen das Land, um in größerer Zahl seit 2007 im Ausland Arbeit zu suchen und der Trend beschleunigte sich 2011, neben ursprünglichen Zielländern wie Deutschland und Österreich gehört Großbritannien heute zu den beliebten Destinationen, allerdings hat sich das Tempo der Auswanderung seit 2013 etwas verlangsamt, wie Daten zeigen.

Die Zahl der in europäischen Ländern registrierten Ungarn stieg von 2001 um das 3,5-Fache auf Anfang 2014 330.000. Von diesen Auswanderern sind 38 Prozent in Deutschland, 23 Prozent in Großbritannien und 14 Prozent in Österreich Männer, Jugendliche und Absolventen sind bei den Ausreisenden höher vertreten, wie die Daten zeigten.

In dem Bericht heißt es außerdem, dass insgesamt 2,4 Millionen ethnische Ungarn in den Nachbarländern Rumänien, Slowakei, Serbien und Ukraine leben, mehr als die Hälfte davon in Rumänien.

Bei der Präsentation der Daten sagte Zsolt Speder, Leiter des Demografischen Instituts am KSH, dass die Zahl der Ehen in Ungarn bis 2010 zurückgegangen sei, seitdem jedoch ein leichter Anstieg zu verzeichnen sei. Immer noch mehr Kinder, die wir in Ungarn unehelich geboren haben, als verheiratete Eltern, sagte er.

Katalin Kovacs, Demografieexpertin am Institut, sagte, das Rentenalter sei in Ungarn gestiegen, aber das ungarische Rentensystem sei “eines der großzügigsten in Europa”.

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