Ungarn steht mit einem rekordverdächtigen Preisanstieg an der Spitze des EU-Immobilienmarktes

Ungarn verzeichnete im vergangenen Jahr den schnellsten Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in der gesamten Europäischen Union, wie aus den jüngsten Daten von Eurostat hervorgeht. Im dritten Quartal 2025 waren die ungarischen Hauspreise um 21,1% höher als ein Jahr zuvor. Damit lag das Land weit vor allen anderen EU-Mitgliedstaaten.

In der gesamten EU stiegen die Hauspreise im Jahresvergleich um durchschnittlich 5,5%, während der Euroraum einen etwas geringeren Anstieg von 5,1% verzeichnete. Von den 27 EU-Ländern waren nur für Griechenland keine Daten verfügbar. Finnland war der einzige Mitgliedstaat, in dem die Preise fielen, mit einem jährlichen Rückgang von 3,1%. Hinter Ungarn wurde der stärkste Preisanstieg in Portugal beobachtet, wo die Immobilienkosten um 17,7% stiegen, gefolgt von Bulgarien mit 15,4%, berichtet Telex auf der Grundlage von Eurostat-Daten.

Vierteljährliche Zahlen bestätigen starke Dynamik

Auch die Quartalszahlen unterstreichen die Stärke des ungarischen Immobilienmarktes. Zwischen dem zweiten und dritten Quartal 2025 stiegen die Immobilienpreise in dem Land um 3,1% und damit fast doppelt so stark wie der EU-Durchschnitt von 1,6%. Nur vier EU-Mitgliedstaaten verzeichneten im gleichen Zeitraum ein höheres vierteljährliches Wachstum.

Auf EU-Ebene stiegen die Hauspreise sowohl in der Eurozone als auch in der Europäischen Union insgesamt mit der gleichen vierteljährlichen Rate von 1,6%, was auf ein anhaltendes, aber im Vergleich zu Ungarn moderateres Wachstum hindeutet.

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Anzeichen einer Verlangsamung in Budapest

Jüngste inländische Daten deuten jedoch darauf hin, dass sich das Tempo des Preisanstiegs in bestimmten Teilen des Landes, insbesondere in Budapest, bereits verlangsamt haben könnte. Nach den von Ingatlan.com veröffentlichten Zahlen stiegen die durchschnittlichen Hauspreise in ganz Ungarn im Dezember 2025 um nur 0,4%, während die Preise in der Hauptstadt sogar um 0,7% fielen. Dies folgte auf einen geringeren Rückgang von 0,1% in Budapest im November.

Balogh László, leitender Wirtschaftsexperte bei Ingatlan.com, sagte, die Verlangsamung in der Hauptstadt spiegele die Grenzen der finanziellen Möglichkeiten der Käufer wider. Seiner Ansicht nach hat die Erschwinglichkeit in Budapest “ihre Obergrenze erreicht”, was bedeutet, dass viele potenzielle Käufer nicht mehr in der Lage oder bereit sind, weitere Preissteigerungen zu verkraften.

Budapest property market
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Staatliche Maßnahmen und regionale Unterschiede

Das Otthon-Start-Programm der Regierung hat ebenfalls dazu beigetragen, den Preisdruck in der Hauptstadt zu mildern. Die Preisobergrenze von 1,5 Millionen HUF (3.888 EUR) pro Quadratmeter wirkt als Bremse für weitere Preissteigerungen.

Ein ähnlicher Abkühlungstrend ist im Komitat Pest zu beobachten, wo sich der Preisanstieg ebenfalls merklich verlangsamt hat. Im Gegensatz dazu ist in den meisten anderen Regionen des Landes noch keine größere Trendwende eingetreten. In Mittel- und Südtransdanubien hat sich der Preisanstieg in den letzten Monaten sogar über das frühere durchschnittliche Tempo hinaus beschleunigt.

EU-weite Trends bleiben uneinheitlich

In der gesamten Europäischen Union bleibt das Gesamtbild uneinheitlich. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Hauspreise in 21 Mitgliedstaaten und fielen in fünf. Die größten vierteljährlichen Rückgänge wurden in Luxemburg, Finnland und Slowenien verzeichnet, während Lettland, die Slowakei und Portugal die stärksten Anstiege verzeichneten.

Der ungarische Immobilienmarkt ist zwar immer noch einer der dynamischsten in der EU, aber die sich abzeichnende Verlangsamung in Budapest deutet darauf hin, dass die Einschränkungen bei der Erschwinglichkeit bald auch die nationalen Trends verändern könnten.

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