Ungarns Lillafüred-Wasserfall verwandelt sich in ein spektakuläres Eisreich

Der Lillafüred-Wasserfall zieht Besucher in einer Form an, die selten zu sehen ist: Der 20 Meter hohe Wasserfall ist von oben bis unten zugefroren und hat sich in ein einziges riesiges Eisreich verwandelt. In seinem jetzigen Zustand ist der Wasserfall nicht nur spektakulär, sondern auch eine echte Rarität, etwas, das es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat.

In den letzten Tagen hat der Lillafüred-Wasserfall ein völlig anderes Gesicht gezeigt als das, das die meisten Menschen kennen. Anstelle des rauschenden Wassers erhebt sich nun eine durchgehende, beeindruckende Eiswand, die die umliegenden Felsen von oben bis unten bedeckt. Wie Szeretlek Magyarország berichtet, bilden die Eiszapfen stalaktitenähnliche Formen und verschmelzen am Grund mit der gefrorenen Oberfläche des Baches. So entsteht ein märchenhaftes Eisreich, das viele in dieser Form zum ersten Mal in ihrem Leben sehen.

Die Bildung dieses außergewöhnlichen Zustands erfordert eine seltene Kombination von Bedingungen. Damit der Lillafüred-Wasserfall vollständig zufriert, reichen ein paar kalte Nächte nicht aus: Es sind wochenlang anhaltende Temperaturen zwischen -10 und -15 Grad Celsius erforderlich, und es muss weiterhin ausreichend Wasser im Bach fließen. Diese beiden Faktoren treffen selten zusammen, weshalb der Wasserfall nur etwa alle 5-10 Jahre in dieser Form zu sehen ist. Das extrem harte Winterwetter der letzten Wochen hat es jedoch möglich gemacht.

Das Wintergesicht des Lillafüred-Wasserfalls bietet ein völlig anderes Erlebnis

Der aktuelle Zustand ist besonders faszinierend, da der Lillafüred-Wasserfall im Wesentlichen eine von Menschenhand geschaffene Attraktion ist. Er entstand beim Bau des Palota Hotels und wurde im Laufe der Zeit zu einer der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Region. Wenn er gefroren ist, treten seine künstlichen Ursprünge völlig in den Hintergrund und er zieht die Aufmerksamkeit auf ein wildes, unberührtes Naturphänomen.

Die Wege, die zu dem gefrorenen Wasserfall führen, sind voll von Wanderern, von denen viele eigens für den Anblick des eisigen Wasserfalls in die Gegend reisen, sogar von weiter her. Der Anblick lädt nicht nur zum Fotografieren ein, sondern auch zum stillen Verweilen, zum Stehenbleiben und zum Betrachten des massiven Eisblocks, der noch vor wenigen Monaten ganz anders aussah.

Es ist ein interessanter Kontrast, dass sich der Lillafüred-Wasserfall noch vor nicht allzu langer Zeit in einem völlig entgegengesetzten Zustand befand: während der sommerlichen Dürre war er zeitweise fast vollständig ausgetrocknet. Dies zeigt deutlich, wie dramatisch unterschiedliche Gesichter derselbe Ort von Jahr zu Jahr zeigen kann.

Das Betreten des Eises ist extrem gefährlich

Obwohl der zugefrorene Hámori-See und der eisbedeckte Lillafüred-Wasserfall zusammen einen besonders reizvollen Anblick bieten, ist es wichtig zu betonen, dass das Betreten des Eises des Sees verboten und gefährlich ist, insbesondere aufgrund des erwarteten Temperaturanstiegs in den kommenden Tagen und der damit verbundenen verstärkten Schmelze, wie in unserem entsprechenden Artikel beschrieben.

Der derzeitige Eiszustand des Lillafüred-Wasserfalls wird nicht ewig andauern, und gerade deshalb sind diese wenigen Tage so besonders. Ungarns berühmtester Wasserfall präsentiert sich in einer außergewöhnlich seltenen und eindrucksvollen Form.

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