NATO-Gipfel – Ungarischer Außenminister: Stabilisierung der südlichen Nachbarn Priorität

Warschau, 9. Juli (MTI) (Die Stabilisierung der südlichen Nachbarländer ist für Ungarn von entscheidender Bedeutung, um die Migrationswelle einzudämmen. Daher sei Ungarn bestrebt, zur Stabilisierung der Region beizutragen, sagte Außenminister Péter Szijjártó am Rande des Abkommens gegenüber MTI NATO-Gipfeltreffen am Samstag in Warschau.
Szijjártó sagte, die NATO stehe nicht nur aus dem Osten, sondern auch aus dem Süden vor großen Herausforderungen. „Die südlichen Herausforderungen haben direkte Auswirkungen auf die Sicherheit Ungarns, denn „die meisten Migranten kommen aus destabilisierten Regionen in der südlichen Nachbarschaft Europas hierher“sagte er und fügte hinzu, dass die Lage im Süden eine der Hauptursachen für den Migrationsdruck auf Europa und Ungarn sei.
Aus diesem Grund habe Ungarn beschlossen, seine militärische Präsenz in Afghanistan auch nach 2016 aufrechtzuerhalten, sagte Szijjártó. Derzeit seien 101 ungarische Soldaten im Land im Einsatz, sagte er.
Außerdem sei beschlossen worden, den finanziellen Beitrag Ungarns zur Entwicklung der Sicherheitskräfte in Afghanistan in Höhe von 500.000 Dollar pro Jahr bis 2020 beizubehalten, fügte er hinzuUngarn beteiligt sich auch an der Ausbildung jordanischer und irakischer Soldaten zum Aufspüren von Sprengkörpern, sagte er.
Der Außenminister sagte, man stimme mit seinem jordanischen Amtskollegen darin überein, dass das gemeinsame Ziel darin bestehen sollte, Flüchtlinge so nah wie möglich an ihren Häusern zu halten und sie an Reisen nach Europa zu hindern. Daher fordert Ungarn die Europäische Union dringend auf, Jordanien, das bereits für mehr als eine Million syrische Flüchtlinge sorgt, Mittel zur Verfügung zu stellen, um industrielle Entwicklungszonen einzurichten, in denen sie beschäftigt werden können, während sie sich in der Nähe ihres Heimatlandes aufhalten, sagte er.
Szijjártó sagte auch, dass die Außenminister der V4-Ländergruppe (Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Slowakei) am Rande des NATO-Gipfels Konsultationen geführt hätten und sich darüber einig seien, dass der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union eine weitere große Herausforderung für Europa darstelle, die eine noch engere Zusammenarbeit der mitteleuropäischen Länder erfordere. Sie einigten sich darauf, die Effizienz der Zusammenarbeit der V4-Gruppe weiter zu verbessern, vor allem weil die mitteleuropäischen Länder wichtige Interessen an den Brexit-Gesprächen haben, die durchgesetzt werden müssen, sagte er. Zu diesen Interessen gehören die Aufrechterhaltung der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich und der Schutz der Interessen der in Großbritannien tätigen Mitteleuropäer, fügte er hinzu.

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