Aktuelles: Ungarn unterzeichnet historisches Atomabkommen mit den Vereinigten Staaten

Während seines Besuchs in Washington gab Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó bekannt, dass Ungarn zum ersten Mal Kernbrennstoff aus den Vereinigten Staaten beziehen wird. Nach Ansicht des Ministers ist dies ein wichtiger Schritt für die Energiesicherheit des Landes, da Ungarns expandierende Industriekapazität eine zunehmend stabile und umfangreiche Stromversorgung erfordert.

Warum braucht Ungarn amerikanischen Brennstoff?

In den letzten Jahren hat Ungarn Rekordinvestitionen angezogen und es wurden mehrere neue energieintensive Fabriken gebaut. Szijjártó betonte, dass das Land seine Kernkraftkapazitäten weiter ausbauen muss, um die Erfolge der von der Regierung durchgeführten Preissenkungen bei den Haushaltskunden aufrechtzuerhalten und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten – und dafür sind neue Brennstoffquellen erforderlich.

Er erklärte, dass Ungarn zwar seine bestehenden Lieferbeziehungen beibehalten wird, aber auch mit der Beschaffung von amerikanischem Kernbrennstoff beginnen wird. Das hat es in der Geschichte des Landes noch nie gegeben, berichtete MTI, zitiert von 24.hu.

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Foto: Facebook/Szijjártó Péter

Gebrauchter Brennstoff soll vor Ort gelagert werden

Szijjártó wies darauf hin, dass ein weiteres wichtiges Element des Abkommens die Lagerung von abgebrannten Brennelementen mit Hilfe fortschrittlicher amerikanischer Technologie ist, die eine sichere Lagerung der abgebrannten Brennelemente auf dem Gelände des Kernkraftwerks Paks ermöglicht.

Er betonte, dass diese Technologie sicherstellt, dass die radioaktiven Materialien keine Gefahr für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darstellen.

Auch kleine modulare Reaktoren können eingeführt werden

Die dritte Säule der Zusammenarbeit betrifft die Entwicklung von kleinen modularen Reaktoren (SMR). Diese kompakten Einheiten könnten in Zukunft Industriegebiete oder sogar ganze Stadtteile mit stabiler Energie versorgen und gelten als eine der vielversprechendsten Zukunftstechnologien der Kernenergie weltweit.

Ein neues Kapitel in den ungarisch-amerikanischen Beziehungen

Das zwischenstaatliche Abkommen über nukleare Zusammenarbeit soll am Freitag von Péter Szijjártó und US-Außenminister Marco Rubio unterzeichnet werden. Der ungarische Minister erklärte, dass damit eine neue Dimension in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern eröffnet wird.

Szijjártó äußerte auch die Hoffnung, dass die Vereinigten Staaten die Ausnahmeregelung verlängern werden, die es Ungarn erlaubt, das Paks-Erweiterungsprojekt fortzusetzen, das derzeit nur bis Dezember gültig ist. Er betonte, dass amerikanische Unternehmen bereits am Bau beteiligt sind, darunter IBM mit seinen digitalen Technologien, wie InfoStart berichtete.

Gleichgewicht zwischen Energieversorgung und Geopolitik

Szijjártó betonte, dass Ungarns Energiesicherheit nicht gefährdet werden darf. Er argumentierte, dass eine Einschränkung der Importe russischer Energie zu stark steigenden Preisen und einem destabilisierten Versorgungssystem führen würde. Ihm zufolge bleibt es das Ziel der Regierung, dafür zu sorgen, dass Ungarn weiterhin die niedrigsten Preise für Haushaltsenergie in Europa hat.

Ungarische Delegation trifft in den Vereinigten Staaten ein

Der ungarische Premierminister und eine Regierungsdelegation sind am Donnerstagabend in Washington eingetroffen. Nach Angaben von Flightradar landete die gecharterte Wizz Air-Maschine mit der Delegation an Bord kurz nach 20 Uhr ungarischer Zeit in der US-Hauptstadt.

Ziel des Besuchs sind Gespräche mit der US-Regierung über die Zukunft der Sanktionen gegen russische Energiequellen, die Ungarns Energiestrategie direkt beeinflussen.

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Die ungarische Delegation ist in Washington eingetroffen. Foto: Facebook/Orbán Viktor

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