Großbritannien will einen 20-jährigen Weg zur Niederlassung einführen: Was die internationale Gemeinschaft in Budapest wissen sollte

Die britische Regierung hat eine umfassende Überarbeitung ihres Asylsystems angekündigt. Sie führt einen befristeten Flüchtlingsstatus ein und verlängert die Wartezeit auf eine dauerhafte Niederlassung von fünf auf 20 Jahre. Die Reformen, die sich teilweise an Dänemarks äußerst restriktivem Ansatz orientieren, stellen die bedeutendste Verschärfung der britischen Einwanderungsbestimmungen seit Jahrzehnten dar.
Vorübergehender Schutz und wiederholte Überprüfungen
Nach dem neuen Plan werden Flüchtlinge in Großbritannien keinen langfristigen Schutz mehr erhalten. Stattdessen wird ihr Status befristet sein, regelmäßig überprüft und widerrufen werden können, wenn ihr Heimatland später als sicher eingestuft wird. Die britische Innenministerin Shabana Mahmood sagte gegenüber Sky News, dass dies das Ende eines Systems bedeute, in dem die Ansiedlung nach fünf Jahren “praktisch automatisch” erfolgte.
Der Flüchtlingsstatus wird nun alle zweieinhalb Jahre überprüft, wobei die Betroffenen 20 Jahre warten müssen, bevor sie eine dauerhafte Niederlassung beantragen können. Menschenrechtsorganisationen in Großbritannien haben diesen Schritt scharf kritisiert. Sie argumentieren, dass eine anhaltende Ungewissheit Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen, nicht abschreckt, schreibt 444.hu.
Kürzung der Unterstützung für einige Asylbewerber
Das britische Innenministerium hat außerdem bestätigt, dass es die gesetzliche Verpflichtung zur Bereitstellung von Wohnraum und wöchentlicher finanzieller Unterstützung für bestimmte Asylbewerber streichen wird. Die Kürzungen zielen auf diejenigen ab, die legal arbeiten dürfen, dies aber nicht tun, sowie auf Asylbewerber, die gegen das Gesetz verstoßen.
Die vom Steuerzahler finanzierte Unterstützung, so das Ministerium, wird sich auf Menschen konzentrieren, die einen Beitrag zur Wirtschaft und zu den lokalen Gemeinschaften leisten: eine weitere Veränderung, die vom restriktiven Modell Dänemarks inspiriert ist, wo die Unterstützung an Bedingungen geknüpft ist und der vorübergehende Aufenthalt alle zwei Jahre verlängert werden muss.

- Planen Sie, in Großbritannien zu arbeiten? Die britische Regierung kündigt eine wichtige Änderung an
Politischer Druck hinter der Überarbeitung
Die von der Labour-Partei geführte Regierung hat ihre Einwanderungspolitik als Reaktion auf den zunehmenden politischen Druck verschärft, insbesondere im Hinblick auf die Überfahrt mit kleinen Booten aus Frankreich. Die wachsende Popularität von Reform UK, einer Partei, die die Einwanderung in den Mittelpunkt ihres Programms gestellt hat, hat den Kurswechsel der Regierung weiter beschleunigt.
Zwischen April 2024 und März 2025 erhielt das Vereinigte Königreich 109.343 Asylanträge, ein Anstieg von 17% im Vergleich zum Vorjahr und 6% über dem bisherigen Höchststand von 2002, wie Reuters berichtet.
Es wird erwartet, dass Mahmood weitere Details ankündigen wird, darunter Änderungen bei der Auslegung von Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, der das Recht auf Familienleben schützt, durch das Vereinigte Königreich.
Warum dies für die Menschen in Budapest wichtig ist
Obwohl die Reformen in London angekündigt wurden, könnten sie für die wachsende internationale und ausländische Gemeinschaft in Budapest von Bedeutung sein. Viele Menschen in der ungarischen Hauptstadt unterhalten berufliche, akademische oder familiäre Beziehungen zum Vereinigten Königreich. Die strengeren Niederlassungsregeln könnten sich auf diejenigen auswirken, die in Zukunft einen langfristigen Umzug oder eine Familienzusammenführung planen.
Einwanderungsanwälte, die mit Klienten in Mitteleuropa arbeiten, weisen darauf hin, dass solche Änderungen im Allgemeinen zu längeren und komplexeren Wegen für alle führen, die unabhängig von ihrer Nationalität einen legalen Aufenthalt im Vereinigten Königreich anstreben.
Europäischer Trend zu strengeren Systemen
Die britische Regierung erklärte, sie wolle die Standards von Ländern wie Dänemark erreichen und in einigen Bereichen sogar übertreffen, wo der Flüchtlingsstatus zeitlich befristet ist, die Unterstützung an Bedingungen geknüpft ist und abgelehnte Antragsteller weitgehend abgeschoben werden. Die dänische Politik hat die Zahl der Asylbewerber auf ein 40-Jahres-Tief gedrückt, aber auch Kritik von Menschenrechtsgruppen auf sich gezogen, weil sie Migranten langfristig in Unsicherheit bringt.

