Trump signalisiert Besuch in Ungarn, da vor den Wahlen immer mehr auf dem Spiel steht

US-Präsident Donald Trump hat seine Absicht bekundet, Ungarn auf Einladung von Premierminister Viktor Orbán zu besuchen. Dieser Schritt könnte von erheblichem politischem Gewicht sein, da sich das Land auf eine hart umkämpfte Parlamentswahl im Frühjahr vorbereitet.

“Aus Washington, mit Liebe!”

Orbán teilte in den sozialen Medien einen Brief von Trump, in dem der Präsident bestätigte, dass er für eine Reise nach Ungarn offen sei und dem Premierminister “viel Glück” für den bevorstehenden Wahlkampf wünschte. Die Nachricht wurde von einem Foto von Trump und einer kurzen Bildunterschrift von Orbán begleitet, in der er sich auf Washington bezog, was auf herzliche persönliche Beziehungen zwischen den beiden Führern hindeutet.

In dem Brief lobte Trump das, was er als “goldene Ära” in den amerikanisch-ungarischen Beziehungen bezeichnete, und bekundete sein Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit in Bereichen wie der Verteidigungspolitik, der Energiesicherheit und dem Kampf gegen illegale Migration. Er lobte auch Orbáns Führungsqualitäten und hob seine Betonung der nationalen Souveränität, der familiären Werte und des Glaubens hervor, die Trump als Prinzipien bezeichnete, die von den Vereinigten Staaten respektiert würden, berichtet Euronews.

Stärkung von Bereichen, die für beide Seiten wichtig sind

“Ich fühle mich durch Ihre Einladung zu einem Besuch in Ungarn geehrt”, schrieb Trump und fügte hinzu, dass sein Team in Kontakt treten werde, um einen geeigneten Termin zu vereinbaren. Es wurde zwar noch kein Zeitplan bestätigt, aber der mögliche Besuch würde wahrscheinlich während des ungarischen Wahlkampfes stattfinden, einer Zeit, in der internationale Unterstützung bei den Wählern auf große Resonanz stoßen könnte.

Die beiden Regierungschefs trafen sich zuletzt im November in Washington, als Orbán von Trump zu Gesprächen über die bilateralen Beziehungen empfangen wurde. Während dieses Besuchs sicherte sich Ungarn Berichten zufolge eine vorübergehende Befreiung von den US-Sekundärzöllen, die russische Ölexporte betreffen. Damals lud Orbán Trump zu einem Gegenbesuch in Budapest ein.

Will Premierminister Orbán Trump einladen, damit er prominenter aussieht?

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Meinungsumfragen auf ein knappes Rennen vor den Wahlen im April hindeuten. Die von Péter Magyar geführte Oppositionspartei Tisza liegt in den Umfragen seit kurzem vor Orbáns regierender Fidesz-KDNP-Allianz, wodurch der Wahlkampf an Brisanz gewinnt.

Der Brief selbst hat auch wegen einiger ungewöhnlicher Details Aufmerksamkeit erregt. Beobachter bemerkten, dass er auf den 10. Dezember 2025 datiert war, was die Frage aufwirft, ob es sich bei dem Datum um einen Schreibfehler, eine verspätete Zustellung oder einfach um eine vor der Veröffentlichung übersehene Kuriosität handelt. Außerdem sprach Trump Orbán als “Premierminister der Republik Ungarn” an, obwohl der offizielle englische Titel des Landes vor mehr als zwölf Jahren auf “Ungarn” verkürzt wurde.

Ihre Beziehung sieht für beide Seiten positiv aus

Trump hat sich in den letzten Jahren wiederholt wohlwollend über Orbán geäußert. Er nannte ihn einen “großen Führer” und lobte Ungarns strikte Haltung zur Migration. Seine Regierung hat auch Unterstützung für europäische Regierungen signalisiert, die den derzeitigen Kurs der Europäischen Union von innen heraus in Frage stellen.

Sollte der Besuch stattfinden, wäre dies ein weiterer hochkarätiger Moment in der langjährigen politischen Allianz zwischen den beiden Führern – und einer, der weit über den Wahlkampf hinaus Auswirkungen haben könnte.

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