Orbán stellt die Fidesz-Wahlkandidaten für 2026 vor und verspricht eine Kampagne über “Krieg, Migration und geschlechtsspezifische Bedrohungen”

Die ungarische Regierungspartei Fidesz hat diese Woche auf einem weitläufigen Kongress offiziell ihre Wahlkampagne für 2026 eröffnet. Sie stellte ihre 106 Einzelkandidaten für das Parlament vor und bekräftigte gleichzeitig die Position von Premierminister Viktor Orbán als Kandidat der Partei für das Amt des Ministerpräsidenten. Die Veranstaltung, die mehr als drei Stunden dauerte und bei der sowohl nationale als auch internationale Unterstützer anwesend waren, gab den Ton für eine Kampagne an, die Orbán als eine Kampagne bezeichnete, die sich auf die nationale Sicherheit, die Migration und das, was er als “Gender-Bedrohung” bezeichnete, konzentriert.

Eine Mischung aus alten und neuen Gesichtern

Dem Bericht von 444.hu zufolge eröffnete Orbán den Kongress mit der Betonung von Kontinuität und Loyalität und stellte 65 wiederkehrende Kandidaten neben 41 neuen vor. “Beim Fidesz ist nur der Fidesz besser”, sagte er und bezeichnete die Veränderungen als notwendige Reformen, obwohl die Partei vier Mal in Folge die absolute Mehrheit gewonnen hat. Er betonte, dass jeder Kandidat die Grundwerte der Partei verkörpere, denen er die wirtschaftlichen Erfolge und das internationale Ansehen Ungarns verdanke.

Die Kandidaten wurden aufgefordert, sich für eine Runde Applaus zu erheben, obwohl ihre Namen nicht laut verlesen wurden. Später erschienen sie auf einer Leinwand hinter der Bühne für ein Gruppenfoto mit Orbán.

Die nationale Kandidatenliste und die offizielle Bestätigung Orbáns als Kandidat der Fidesz für das Amt des Ministerpräsidenten werden am 20. Februar bekannt gegeben, obwohl Orbán klarstellte, dass seine Kandidatur nicht in Frage steht.

Orbán unveils Fidesz's 2026 election line-up, vows campaign on "war, migration and gender threats"
Foto: MTI/Miniszterelnöki Kommunikációs Főosztály/Fischer Zoltán

Wahlkampfthemen: Krieg, Migration und Geschlecht

Orbán skizzierte drei Hauptthemen für die Kampagne 2026: die Kriegsgefahr in Europa, die Migration und das, was er als Gender-Ideologie bezeichnete. Er behauptete, dass Brüssel versucht, Ungarn in die militärischen Pläne der EU einzubeziehen und gleichzeitig nationale soziale und wirtschaftliche Leistungen wie Rentenboni, Steuererleichterungen für Familien und Subventionen für Versorgungsunternehmen zu gefährden, um ausländische Konflikte zu finanzieren.

In der Frage der Migration stellte Orbán Ungarn als Verteidiger der einheimischen Europäer gegen Bedrohungen von außen dar und bezeichnete die Oppositionsparteien – insbesondere die Theiß-Partei und die Demokratische Koalition (DK) – als willig, den Forderungen Brüssels nachzukommen. “Wenn die Theiß-Regierung an die Macht kommt, wird die junge Generation den Preis dafür zahlen”, warnte er.

In Bezug auf die Geschlechterfrage wiederholte Orbán seine langjährige Behauptung, dass die EU-Politik darauf abziele, die christlich-europäische Kultur durch die so genannte “Gender-Propaganda” zu untergraben, und betonte, Ungarn werde sich diesen Einflüssen widersetzen, schreibt 24.hu.

Nationale und internationale Befürwortung

Auf dem Kongress sprachen hochrangige Vertreter der Fidesz, darunter der Parlamentspräsident László Kövér, der Fraktionsvorsitzende Máté Kocsis und die Minister Péter Szijjártó, Gergely Gulyás und Zsolt Semjén. Jeder von ihnen bekräftigte die zentralen Wahlkampfbotschaften und verband die Rhetorik der nationalen Einheit mit scharfer Kritik an der Opposition.

Mehrere internationale Politiker sprachen über aufgezeichnete Videobotschaften zu dem Kongress, darunter der italienische Innenminister Matteo Salvini, die französische Rechtsaußen-Führerin Marine Le Pen, der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, der tschechische Ex-Premier Andrej Babiš, der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki und der serbische Präsident Aleksandar Vučić. Alle lobten Orbáns Führung und äußerten sich zuversichtlich über die Wahlchancen von Fidesz.

Die Veranstaltung umfasste auch Auftritte von regionalen Politikern, Kulturschaffenden und Prominenten, darunter die Sängerin Tóth Gabi und ein Video des Hollywood-Schauspielers Rob Schneider, der die Fidesz unterstützt.

Eine Kampagne, die als “Schicksalswahl” bezeichnet wird

Während des gesamten Kongresses betonte Orbán, dass die bevorstehende Wahl von existenzieller Bedeutung sei. “Im Frühjahr 2026 werden wir über das Schicksal Ungarns entscheiden, nicht nur über eine Regierung oder eine Partei”, sagte er und stellte die Wahl als Verteidigung der nationalen Identität und der christlichen Werte dar. Er warnte, dass eine Theiß- oder DK-Regierung nicht nur eine Kriegsbeteiligung riskieren würde, sondern auch den sozialen und wirtschaftlichen Schutz Ungarns untergraben würde.

Andere Fidesz-Funktionäre schlossen sich dieser Argumentation an. Der stellvertretende Ministerpräsident Semjén brachte die Geschlechter- und Migrationspolitik mit einer Bedrohung des christlichen Glaubens in Verbindung, während Staatssekretär Menczer die Opposition als Risiko für die nationale Sicherheit und den Wohlstand bezeichnete. Fidesz-Parteichef Gábor Kubatov verglich die Opposition mit einem “siebenköpfigen Drachen” und versprach, sie entschlossen zu besiegen.

Abschluss des Kongresses

Orbán beendete den Kongress, indem er die wirtschaftlichen Errungenschaften Ungarns unter der Fidesz hervorhob, vom Lohnwachstum bis zur industriellen Expansion, und die Bereitschaft der Partei bekräftigte, weiter zu regieren. Die abschließende Botschaft war klar: Die Partei beabsichtigt, mit Orbán an der Spitze eine Kampagne zu führen, in der es um nationale Sicherheit, kulturellen Erhalt und Kontinuität geht.

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