Europas größte Drohnenfabrik könnte in der Nähe von Budapest entstehen

Ein ungarisches Technologieunternehmen mit Sitz vor den Toren Budapests bereitet den Bau der möglicherweise größten zivilen Drohnenfabrik Europas vor, nachdem es eine Investitionsrunde von 7 Millionen Euro abgeschlossen hat, die als außergewöhnlich für den Sektor gilt. Die Entwicklung zeigt den Wert ihrer innovativen Lösungen und den schnell wachsenden Markt für nicht-militärische Drohnen.

Ungarisches Drohnen-Startup erhält großen Auftrieb. Aber was bieten sie an?

Wie Forbes berichtet, hat sich ABZ Innovation mit Sitz in Szentendre die Finanzierung durch ein internationales Investorenkonsortium unter der Führung von Vsquared Ventures aus Deutschland gesichert. An der Finanzierungsrunde beteiligen sich auch DayOne Capital aus Ungarn und Assembly Ventures aus den USA.

Mit der Kapitalspritze wird eine erhebliche Ausweitung der Produktionskapazitäten von ABZ finanziert, die es dem Unternehmen ermöglicht, die Produktion auszuweiten und sich dabei weiterhin auf zivile Anwendungen zu konzentrieren.

Das 2021 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert so genannte “Heavy-Duty Action Drohnen”, die oft auch als Arbeitsdrohnen bezeichnet werden. Diese Fluggeräte sind in der Lage, eine Nutzlast von mindestens fünf Kilogramm zu tragen und sind eher für anspruchsvolle professionelle Aufgaben als für den Hobbygebrauch konzipiert.

Die Geräte werden in einer Vielzahl von Sektoren eingesetzt, darunter Landwirtschaft, industrielle Wartung, Logistik und Filmproduktion. Je nach Konfiguration können sie Ernten besprühen, Granulat verteilen, Gebäudefassaden reinigen, Ausrüstung transportieren oder High-End-Kamerasysteme transportieren.

Professionelle Geräte, nicht für das Militär

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Screenshot: ABZ Innovation/YouTube

Während Drohnen in letzter Zeit aufgrund ihrer militärischen Nutzung die Schlagzeilen beherrschten, expandiert der zivile Markt mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. Günstigere asiatische Hersteller dominieren die Verbraucher- und Hobbydrohnen, aber Europa hat sich eine Nische mit zuverlässigen, leistungsstarken Geräten geschaffen, die für den langfristigen professionellen Einsatz konzipiert sind, wobei Haltbarkeit, Sicherheit und Präzision in diesem Segment zunehmend entscheidende Faktoren sind.

Ein Schlüsselelement der Strategie von ABZ ist die strikte Ausrichtung auf die zivile Nutzung. Im Gegensatz zu vielen westlichen Herstellern hat das Unternehmen bewusst auf die Entwicklung von Dual-Use- oder militärisch orientierten Drohnen verzichtet.

Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf hochentwickelte zivile Plattformen, die für eine lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit ausgelegt sind. Nach Aussage der Unternehmensleitung erfordert dieser Ansatz eine komplexere Technik, führt aber zu Produkten, die besser für professionelle Nutzer geeignet sind.

Trotz seiner relativ kurzen Geschichte hat sich ABZ Innovation bereits zu einem der führenden Akteure auf dem europäischen Markt für zivile Drohnen entwickelt, neben dem französischen Unternehmen DroneVolt. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte in 28 Ländern, wobei die Vereinigten Staaten derzeit der größte Einzelmarkt sind. Seit seiner Gründung hat sich der Umsatz von ABZ Jahr für Jahr etwa verdreifacht, und das trotz einer bewusst vorsichtigen Wachstumsstrategie.

Vervielfachung der Produktionsfläche

Derzeit arbeitet das Unternehmen auf einem 1.300 Quadratmeter großen Gelände in Szentendre, von dem etwa 250 Quadratmeter für die Montage vorgesehen sind. Mit einem Team von acht spezialisierten Technikern stellt ABZ derzeit jährlich zwischen 250 und 300 Drohnen her. Die Nachfrage übersteigt jedoch allmählich die Kapazität, so dass eine erhebliche Expansion erforderlich ist.

Mit dem neu beschafften Kapital wird ABZ eine 1.060 Quadratmeter große Produktionshalle an seinem bestehenden Standort errichten und damit seine Produktionsfläche mehr als vervierfachen. Die neue Anlage soll im Sommer in Betrieb genommen werden. Bis zum Ende des Jahres will das Unternehmen eine Kapazität von etwa 50 Prozent erreichen und etwa 85 Drohnen pro Monat produzieren – das sind fast 1.000 Stück pro Jahr.

Sobald die Fabrik vollständig in Betrieb ist, wird sie bis zu 2.000 Drohnen pro Jahr herstellen können und zwischen 40 und 45 Mitarbeiter beschäftigen. Das Werk wird nach den Grundsätzen der schlanken Produktion mit integrierter Qualitätskontrolle und optimierter Logistik konzipiert, um die Wartezeiten zu verkürzen und die Effizienz der gesamten Lieferkette zu verbessern.

Mit der Erweiterung will ABZ Innovation durch nachhaltiges Wachstum der größte zivile Drohnenhersteller im Westen werden.

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