Sind Sie die vermisste ungarische Erbin eines Vermögens aus Kanada? Anwälte suchen nach der Antwort

Es klingt wie die Handlung eines Films, doch es ist ein sehr realer Rechtsfall, der zwei Kontinente berührt. Eine kanadische Anwaltskanzlei ist auf der Suche nach einer ungarischen Frau, die möglicherweise Anspruch auf ein beträchtliches Erbe hat, das ihr ein Verwandter hinterlassen hat, der vor Jahrzehnten nach Kanada ausgewandert ist.

Jemandes Vorfahre in Kanada hat ein Testament verfasst

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Illustration, Titelbild: depositphotos.com

Die Geschichte beginnt in Brantford, Ontario, wo Helen Molnar – oder auf Ungarisch: Molnár Helén – am 3. Februar 2023 verstarb. Da sie sowohl ihren Ehemann als auch ihr einziges Kind überlebt hatte, hatte sie etwa zehn Jahre zuvor ein Testament verfasst, in dem sie die Verteilung ihres Nachlasses regelte.

Doch die Zeit machte die Sache kompliziert. Ihr Ehemann Zsolt Molnár, der als Haupterbe eingesetzt war, starb 2020, sieben Jahre nach der Abfassung des Testaments. Ihre Tochter, Jean Anne, war bereits 2012 gestorben. Während das Dokument Helen Molnars Schwiegersohn zum Testamentsvollstrecker ernannte und ihre Enkelkinder als Backups einsetzte, enthielt das Testament auch einen unerwarteten vierten Begünstigten: eine in Ungarn lebende Frau.

Wer ist also der Erbe?

Wie Blikk schreibt, wird vermutet, dass es sich bei dieser Frau um die Schwester von Zsolt Molnár, Kata Kovács, handelt, die Anspruch auf einen gleichen Anteil am Nachlass hätte. Laut der kanadischen Erbrechtsanwältin Kimberly Gale, die den Fall bearbeitet, ist über sie außer ihrem Namen, ihrer familiären Verbindung und der Annahme, dass sie möglicherweise in Budapest lebt, nur sehr wenig bekannt. Es wird auch angenommen, dass sie älter ist als ihr verstorbener Bruder.

Da alle angemessenen Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Begünstigten ausfindig zu machen, hat sich die Kanzlei an die Medien gewandt, in der Hoffnung, dass entweder Kovács selbst oder jemand, der Informationen über ihren Aufenthaltsort hat, sich meldet.

Das Erbe wird auf knapp 100.000 CAD, etwa 23 Millionen HUF, geschätzt und muss bis zum 1. März 2026 geltend gemacht werden. Wenn sich bis dahin kein geeigneter Erbe findet, kann der Anteil nach kanadischem Recht verfallen.

In diesem Fall gelten die Gesetze von Kanada

In grenzüberschreitenden Erbschaftsfällen wie diesem gilt das Recht des letzten Wohnsitzes des Verstorbenen – in diesem Fall Ontario, Kanada. Allerdings sind auch die ungarischen Erbschaftsgrundsätze relevant. Wenn Kata Kovács nicht mehr am Leben ist, haben ihre Nachkommen möglicherweise noch Anspruch auf ihren Anteil durch gesetzliche Vertretung.

Rechtsexperten raten allen, die glauben, mit dem Fall in Verbindung zu stehen, vorsichtig vorzugehen, geeignete Unterlagen zum Nachweis der familiären Beziehungen zu sammeln und sich nur an verifizierte Rechtsvertreter zu wenden, um möglichen Betrug zu vermeiden.

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