Riesige Änderungen für den europäischen Reiseverkehr stehen bevor: Strengere Kontrollen und neue Visaregeln im Anmarsch

Die Europäische Kommission hat einen neuen Fünfjahresplan für die Migrations-, Asyl- und Visapolitik vorgestellt, der sowohl strengere Sicherheit als auch einen vereinfachten Zugang für hochqualifizierte Arbeitnehmer verspricht. Das Paket umfasst die allererste Visastrategie der EU sowie eine umfassende europäische Strategie zur Steuerung von Asyl und Migration, die den Fahrplan der Union bis 2030 festlegt.

Eine digitale und strategische Umgestaltung der EU-Grenzen

Die Strategien zielen darauf ab, die Grenzverwaltung durch vollständige Digitalisierung umzugestalten. Bis 2026 wird das Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem (ETIAS) eine automatische Vorabprüfung für visumfreie Reisende ermöglichen, während digitale Visaanträge vollständig online ausgefüllt werden können, schreibt Portfolio. Die Interoperabilität zwischen den EU-Datenbanken wird bis 2028 erwartet, so dass die Behörden Reisende mit einer einzigen Suche in mehreren Systemen überprüfen können. Die Kommission plant außerdem EU-weite Maßnahmen zur Bekämpfung von Dokumentenbetrug mit harmonisierten Standards und Sanktionen.

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsident der Kommission, betonte, dass die Visapolitik ein strategisches Instrument für Europa ist, das sowohl die Sicherheit als auch die Wettbewerbsfähigkeit verbessern kann. “Ein modernes, zuverlässiges Visasystem stärkt das Vertrauen in unsere Partner und zieht gleichzeitig hochqualifizierte Fachkräfte, Innovationen und Investitionen an”, sagte sie.

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Foto: Flughafen Budapest

Gegen illegale Migration vorgehen und gleichzeitig Talente anlocken

Die Migrationsstrategie unterstreicht, dass “Europa entscheidet, wer einreist und unter welchen Bedingungen”. Die drei Hauptziele sind klar: Reduzierung der illegalen Migration und des Menschenschmuggels, Schutz echter Asylbewerber und Unterstützung legaler Wege für Arbeit und Studium.

Der Plan sieht eine durchsetzungsfähige “Migrationsdiplomatie” vor, bei der die Visapolitik, der Handel und die Entwicklungshilfe genutzt werden, um die Zusammenarbeit mit den Partnerländern zu fördern. Außerdem fordert er effektivere Rückführungssysteme, einschließlich der möglichen Einrichtung von “Rückführungszentren”, und beschleunigte digitale Verfahren, um den Missbrauch des Asylsystems zu verhindern.

Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres, verband beide Strategien mit dem Prinzip der Souveränität. “Wie die EU die Einreise steuert, ist eine strategische Entscheidung”, sagte er. “Die Verringerung der illegalen Einreisen bei gleichzeitiger Unterstützung der legalen Wege ist unerlässlich, um diejenigen zu schützen, die wirklich in Not sind, und das Vertrauen in unser System zu erhalten.”

Arbeit, Fähigkeiten und der Wettlauf um globale Talente

Ein wichtiger wirtschaftlicher Schwerpunkt der Pläne ist die Anwerbung von Talenten, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Strategien schlagen längerfristige Visa für vertrauenswürdige Reisende, ein einfacheres Sponsoring durch Unternehmen und spezielle Programme für hochqualifizierte Arbeitskräfte, Forscher, Studenten und Startup-Gründer vor.

Die EU-Talentpartnerschaften sollen ausgebaut, die Anerkennung von Qualifikationen vereinfacht und die Mobilität zwischen den Mitgliedstaaten verbessert werden. Künstliche Intelligenz wird auch eine Rolle bei der Entscheidungsfindung, der Risikobewertung und der operativen Effizienz spielen und eine schnellere, sicherere und einheitliche Bearbeitung unterstützen.

Die Europäische Kommission plant, diese Initiativen mit beträchtlichen Mitteln zu unterstützen, indem sie im Rahmen des mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 mindestens 81 Milliarden Euro für Inneres und internationale Partnerschaften vorschlägt. Alle Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Grundrechte im Einklang mit dem EU-Recht und den internationalen Verpflichtungen zu wahren.

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