Das chinesische Einzelhandelsunternehmen Alibaba führt einen “Ungarn-Zuschlag” auf alle Bestellungen ein, die nach Ungarn geliefert werden

Ungarische Kunden, die über den globalen B2B-Marktplatz von Alibaba einkaufen, haben an der Kasse eine unerwartete Zusatzgebühr bemerkt: einen neuen “Ungarn-Zuschlag” von 4,5 % auf jede Bestellung, die nach Ungarn geliefert wird.
Die Gebühr, die in einer separaten Zeile auf den Rechnungen erscheint, hat bei den Einkäufern, die auf die chinesische Plattform angewiesen sind, um alles von kleinen Werkzeugen bis hin zu großen, speziell angefertigten Maschinen zu beschaffen, für Aufsehen gesorgt.
Extrakosten erscheinen auf Rechnungen
Das Problem wurde erstmals bekannt, nachdem ein ungarischer Unternehmer, ein regelmäßiger Alibaba-Nutzer, den neuen Posten mit der Bezeichnung Hungary Surcharge bei mehreren kürzlich getätigten Einkäufen entdeckt hatte, berichtet Telex.
Mit 4,5 % des Bestellwerts fallen die Kosten bei kleinen Transaktionen kaum auf. Bei größeren Bestellungen von Ausrüstungsgegenständen, die eine Anzahlung von mehreren tausend Dollar erfordern, kann sich die zusätzliche Gebühr jedoch schnell zu einer beträchtlichen Summe summieren und muss im Voraus in voller Höhe bezahlt werden.
Alibaba wendet sich in erster Linie an Business-to-Business-Kunden (B2B) und nicht an Privatkunden und bringt internationale Käufer mit chinesischen Billigherstellern zusammen.

Warum viele Käufer Alibaba nutzen
Für ungarische Unternehmen bietet die Plattform oft eine zusätzliche Sicherheitsstufe im Vergleich zum direkten Handel mit ausländischen Lieferanten.
Wenn Sie über Alibaba einkaufen, werden die Zahlungen über die Plattform abgewickelt und nicht direkt an den Verkäufer gesendet. Alibaba bietet Streitbeilegungs- und Verbraucherschutzdienste an, die eingreifen, wenn Produkte nicht den Vereinbarungen entsprechen oder Lieferungen schief gehen.
Im Gegensatz dazu kann es schwierig sein, Konflikte direkt mit chinesischen Verkäufern zu lösen, insbesondere wenn rechtliche Schritte das chinesische Gerichtssystem durchlaufen müssten. Einige Verkäufer verwenden auch Bankkonten in Hongkong oder Singapur, was die Angelegenheit weiter verkomplizieren kann.
Alibaba: Gebühr in Verbindung mit ungarischen Vorschriften
In einer Mitteilung auf der Alibaba-Website heißt es, dass die Gebühr aufgrund von “Änderungen im regulatorischen Rahmen der ungarischen Regierung für E-Commerce-Plattformen” eingeführt wurde.
Nach Angaben des Unternehmens trat die Gebühr am 16. September 2025 in Kraft und gilt für:
- alle Online-Transaktionsbestellungen
- alle Produktkategorien
- jede Versandadresse innerhalb Ungarns
Alibaba betont, dass es sich bei der Gebühr nicht um die Mehrwertsteuer handelt. Die ungarische Standard-Mehrwertsteuer von 27% wird weiterhin separat erhoben.
Stattdessen beschreibt das Unternehmen den Zuschlag als eine zusätzliche Plattformgebühr, die die Kosten für die Einhaltung der Vorschriften decken und sicherstellen soll, dass es weiterhin in Ungarn tätig sein kann.
Der Zuschlag ist jedoch in der Berechnungsgrundlage für die Mehrwertsteuer enthalten. Das bedeutet, dass die Kunden die Mehrwertsteuer zusätzlich zum Aufschlag zahlen.
Regierungsvereinbarung unklar
Was einige ungarische Käufer verwirrt hat, ist die Formulierung von Alibaba, die darauf hindeutet, dass die Änderung mit Vereinbarungen mit den ungarischen Behörden zusammenhängt.
Die Erklärung der Plattform bezieht sich auf regulatorische Anforderungen und Compliance-Verpflichtungen, aber keine öffentlich zugängliche Vereinbarung oder offizielle Regierungserklärung hat bisher die Details geklärt.
Telex hat sowohl Alibaba als auch das ungarische Wirtschaftsministerium kontaktiert, aber keine Antwort erhalten.
Daher ist immer noch unklar, welche regulatorischen oder administrativen Kosten die Gebühr genau abdecken soll.
Falls Sie es verpasst haben:
Spürbare Auswirkungen für Unternehmen
Bei gelegentlichen kleinen Einkäufen können die zusätzlichen 4,5 % weitgehend unbemerkt bleiben. Für Unternehmen, die Maschinen, Komponenten oder Massengüter importieren, könnte die Abgabe jedoch die Beschaffungskosten erheblich erhöhen.
Da die Gebühr für alle Bestellungen und Produktkategorien gilt, könnten für ungarische Unternehmen, die stark von Alibaba abhängig sind, die gesamten Importkosten entsprechend steigen.

