Geheimer NASA-Bunker unter dem Plattensee? Bewaffnete Wachen, Luxussuiten und die Legende einer unterirdischen Stadt mit 65.000 Einwohnern

Seit mehr als einem Jahrzehnt taucht im Internet immer wieder eine seltsame Verschwörungstheorie auf: Sie besagt, dass die NASA heimlich einen massiven, siebenstöckigen Bunker unter dem Plattensee gebaut hat. Gerüchten zufolge liegt die Anlage in der Nähe des Südufers, in der Nähe von Siófok, am Rande von Balatonkiliti, in einem Waldgebiet versteckt. Der Eingang wird angeblich von bewaffnetem Personal bewacht, während sich unter der Erde eine ganze unterirdische Stadt befindet.

Die Legende besagt, dass der Bunker bis zu 65.000 Menschen beherbergen könnte. Den “Bewohnern” stünden ein Kino, Restaurants, ein Kasino, ein Swimmingpool und sogar Luxusappartements zur Verfügung – so dass selbst bei einer Apokalypse nicht auf Komfort verzichtet werden müsste.

Weltuntergangspanik heizt das Gerücht an

Die Geschichte nahm 2012 richtig Fahrt auf, als sich die Angst um die angebliche Weltuntergangsprognose des Maya-Kalenders weltweit verbreitete, schreibt Origo. Damals kursierten Theorien, die besagten, dass der Bunker eigens gebaut worden war, um die für den 21. Dezember vorhergesagte Katastrophe zu überleben. Dem Hörensagen nach durften wohlhabende Investoren sogar die fertiggestellten Wohnräume vor dem “Weltuntergang” testen.

Viele fanden die Geschichte glaubhaft, weil die Lage des Balaton strategisch günstig ist. Er ist von Budapest aus über die Autobahn und mit der Bahn leicht zu erreichen und der See ist das größte Süßwasserreservoir Ungarns. Die Befürworter argumentieren, dass jede Überlebensbasis logischerweise in der Nähe des Wassers gebaut werden müsste.

Rákosi bunker F4 object
Das F4-Objekt oder der Rákosi-Bunker. Illustration. Foto: Wikimedia Commons/Christo

Jede Menge Details, aber keine Beweise

Trotz der ausgefeilten Erzählung gibt es keine konkreten Beweise für die Behauptung. Es gibt keine glaubwürdigen Dokumente, die die NASA mit einem ungarischen Bauprojekt in Verbindung bringen, die angeblichen WikiLeaks-Dateien lassen sich nicht zurückverfolgen und aus technischer Sicht ist das Konzept höchst fragwürdig.

Der flache, sedimentreiche Untergrund des Plattensees würde eine solch große unterirdische Anlage vor große Herausforderungen stellen. Der Bau eines siebenstöckigen Gebäudes, das Zehntausende von Menschen beherbergen könnte, würde enorme Aushubarbeiten und gut sichtbare logistische Operationen erfordern, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass solche Aktivitäten jemals stattgefunden haben.

Ist an der “Bunkerstimmung” etwas Wahres dran?

Die Popularität der Legende könnte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass es in Ungarn tatsächlich Bunker und geheime Verteidigungsanlagen aus dem Kalten Krieg gab. Stadtforscher stoßen immer noch auf verlassene Bunker und ehemalige Militäranlagen rund um den Balaton, was das Gefühl verstärkt, dass “etwas im Untergrund verborgen sein muss”.

Dennoch sagen Experten, dass der angebliche NASA-Bunker Balatonkiliti eher eine gut gemachte urbane Legende ist als eine verdeckte amerikanische Investition.

Lake Balaton faces serious challenges
Der Plattensee (Balaton). Foto: depositphotos.com

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Legenden und echte Ruinen entlang des Seeufers

Während der luxuriöse unterirdische Bunker nur in der Fantasie existiert, gibt es rund um den Balaton tatsächlich verlassene Orte. Am Nordufer zum Beispiel stehen die bröckelnden Holzhütten eines ehemaligen Kinderlagers in der Stille. Die lebhaften Sommer der 1970er bis 1990er Jahre sind längst verblasst, zurück bleiben nur vergilbtes Spielzeug und die Natur, die sich das Gelände zurückerobert.

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