Theiß-Partei verspricht “friedliches, humanes Ungarn”, während Péter Magyar auf der Jahresbilanz-Kundgebung Wahlversprechen abgibt

Péter Magyar, Vorsitzender der Theiß-Partei, nutzte am Sonntag die jährliche Veranstaltung seiner Partei zur Jahresbilanz, um ein ehrgeiziges Regierungsprogramm vorzustellen und zu betonen, dass Ungarn vor den Wahlen am 12. April “am Tor zum Sieg” stehe.
In seiner Rede vor Anhängern in der Hungexpo in Budapest skizzierte der Oppositionspolitiker Pläne, die von verfassungsmäßigen Garantien gegen die Wehrpflicht über ein landesweites Straßensanierungsprogramm bis hin zu einer strengeren Aufsicht über Batterieanlagen und öffentliche Ausgaben reichen. Er bezeichnete die Wahl als eine Entscheidung zwischen “Angst und Spaltung” unter der derzeitigen Regierung oder “Frieden und Zusammenarbeit” unter Theiß.
“Bereit zu regieren”
Magyar sagte, die Experten und Freiwilligen der Partei hätten Monate damit verbracht, detaillierte politische Vorschläge auszuarbeiten und betonte, dass Tisza bereit sei, sofort zu regieren.
Ihm zufolge hat Ungarn 16 Jahre in einem politischen Klima verbracht, das von Feindseligkeit und Propaganda beherrscht wurde. Er argumentierte, dass eine effektive Regierung Fachwissen und Zusammenarbeit erfordert und nicht das, was er als Ein-Mann-Herrschaft bezeichnete, und nahm dabei Premierminister Viktor Orbán aufs Korn.
Er forderte Orbán auch zu einer öffentlichen Debatte heraus und sagte, die Wähler hätten es verdient, konkurrierende Visionen für das Land von Angesicht zu Angesicht zu sehen.

Privatsphäre, Jugend und öffentliches Vertrauen
Unter Bezugnahme auf angebliche Überwachungstaktiken und Verleumdungskampagnen behauptete Magyar, wenn das Privatleben von Politikern ins Visier genommen werden könne, “kann das jeder”, und forderte die Wähler auf, das, was er als Einschüchterung bezeichnete, nicht zu akzeptieren.
Einen großen Teil seiner Rede widmete er den jungen Ungarn, von denen sich viele aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten, der Korruption und der begrenzten Berufsaussichten gezwungen sehen, ins Ausland zu ziehen. Theiß werde die jungen Leute nicht “belehren”, sondern die Bedingungen für Wohnraum, Arbeit und Stabilität im eigenen Land schaffen, fügte er hinzu.
Keine Wehrpflicht, Fokus auf Frieden
Ein wichtiges Versprechen war, die Rückkehr der Wehrpflicht verfassungsrechtlich zu verbieten. Magyar warf der Regierung vor, eine militaristischere Vision für die Gesellschaft zu fördern und sagte, Theiß wolle garantieren, dass Ungarn friedlich bleibt und nicht in Konflikte hineingezogen wird.
Er betonte, die Partei unterstütze einen starken Grenzschutz, lehne aber Krieg und Gewalt ab.
Straßen, Wirtschaft und EU-Gelder
Magyar versprach auch praktische Verbesserungen für das tägliche Leben. Er bezeichnete Ungarns öffentliche Straßen als Flickwerk und veraltet und versprach, einen Regierungsbeauftragten zu ernennen, der ein landesweites Renovierungsprogramm “von Wand zu Wand” beaufsichtigen soll.
In Bezug auf die Wirtschaft kritisierte er, dass man sich zu sehr auf ausländische Montagewerke und Batteriefabriken verlasse. Der Staat solle stattdessen ungarische Klein- und Mittelbetriebe, Innovationen und Industrien mit höherer Wertschöpfung unterstützen. Er versprach, ausgesetzte EU-Mittel freizugeben und der Europäischen Staatsanwaltschaft beizutreten, um die Korruption zu bekämpfen.
Batteriefabriken und Kinderschutz
Umwelt- und Gesundheitsaspekte spielten eine wichtige Rolle. Magyar verwies auf Kontroversen im Zusammenhang mit Batteriewerken, darunter das Werk von Samsung SDI in Göd, und versprach unabhängige Inspektionen und Aussetzungen bei Verstößen.
Außerdem versprach er Reformen in den Bereichen Kinderschutz, Gesundheitswesen und Sozialdienste, einschließlich einer besseren Finanzierung, kleinerer Pflegeheime und Entschädigungen für frühere Opfer von institutionellem Versagen.
“Dienen, nicht herrschen”
Mehrere Parteikandidaten und Experten sprachen vor Magyar und betonten den Umweltschutz, die Reform des Gesundheitswesens, die Glaubwürdigkeit der Außenpolitik und eine professionelle Regierungsführung. Die wiederkehrende Botschaft war, dass Theiß “dem Land dienen, nicht es regieren” will.
Zum Abschluss der Veranstaltung rief Magyar die Ungarn im In- und Ausland auf, im April zur Wahl zu gehen. Die Wahl werde darüber entscheiden, ob das Land gespalten bleibe oder ein neues, kooperatives Kapitel aufschlage.
Die ungarischen Parlamentswahlen 2026 finden am 12. April 2026 statt.

