“Mehr Iván Fischer für New Yorker!” – Amerika verliebt sich in das Budapest Festival Orchestra

Der Dirigent Iván Fischer und das Budapesti Fesztiválzenekar (Budapester Festivalorchester) sind von einer großen Nordamerika-Tournee zurückgekehrt und wurden von Publikum und Kritikern gleichermaßen für ihre Auftritte von New York über Boston bis Toronto gefeiert.

Alle vier Konzerte endeten mit donnernden stehenden Ovationen, während Kritiker von der New York Times bis zum Wall Street Journal die Aufführungen als “fesselnd”, “elektrisierend”, “technisch hervorragend” und “reich an Emotionen” beschrieben.

Budapest Festival Orchester: Triumph in der Carnegie Hall

Nach sechs Jahren kehrte das Orchester in die 2.800 Plätze fassende Carnegie Hall zurück, wo es zwei ausverkaufte Konzerte gab.

Am ersten Abend bildeten die Musiker einen Chor, um mit einem Werk von Arvo Pärt zu eröffnen, bevor sie an der Seite des Grammy-Preisträgers Maxim Vengerov das Violinkonzert in D-Dur von Tschaikowsky aufführten. In der zweiten Hälfte stand Johannes Brahms’ Symphonie Nr. 2 auf dem Programm, während drei Musiker den Abend mit ungarischer Volksmusik als Zugabe abschlossen.

Eine monumentale Mahler-Reise

Auf dem Rest der Tournee führte das Orchester Gustav Mahlers gewaltige, 110-minütige Dritte Symphonie mit der Mezzosopranistin Gerhild Romberger und lokalen Chören bei jedem Halt auf.

Die New York Times lobte die Aufführung als “eine Reise voller Offenbarungen” und hob mehrere herausragende Solisten hervor, kam aber zu dem Schluss, dass “in dieser Sinfonie das Orchester selbst der eigentliche Star war”. Fischer und seine Musiker, so schrieb der Kritiker, zeigten die Ausdauer von Marathonläufern, indem sie Eleganz, Schwung und emotionales Engagement miteinander verbanden.

Das Wall Street Journal nannte das Spiel des Ensembles “elektrisierend”, während das Arts Journal sich wünschte, die New Yorker könnten Fischer öfter hören. Der New Criterion betonte die erstaunliche Klarheit des Orchesters und den zutiefst “menschlichen” Charakter der Mahler-Interpretation.

Weitere Lobeshymnen folgten von National Today, Concertonet und Broadway World. Letztere schrieb, die Aufführung habe nicht nur beeindruckt, sondern “die Erwartungen auf den Kopf gestellt” und sei technisch einwandfrei, intellektuell kohärent und emotional überwältigend gewesen.

Junges Publikum und Erfolg in Boston

Nach der Carnegie-Doppelvorstellung wandte sich das Orchester mit einem speziellen “Kakao-Konzert” im DiMenna Centre for Classical Music, das von der Tulipán-Stiftung organisiert wurde, auch an Kinder.

In Boston reagierte das Publikum in der Boston Symphony Hall, das nicht für übermäßige Begeisterungsbekundungen bekannt ist, mit minutenlangem, stehendem Applaus. Die Boston Classical Review schrieb, man könne sich kaum vorstellen, dass die Symphonie besser gespielt worden sei und lobte den Zusammenhalt und die fast instinktive Kommunikation der Musiker. Der Boston Globe beschrieb das Konzert als “transformativ”.

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Stehende Ovationen für das Budapest Festival Orchestra. Foto: Chris Lee

Toronto und was als nächstes ansteht

Die Kritiker in Toronto bezeichneten das Konzert als “reine Freude” und kamen zu dem Schluss, dass das BFZ wieder einmal bewiesen hat, dass es zu den besten Orchestern der Welt gehört. Während seines Besuchs leitete Fischer auch einen Meisterkurs für das Royal Conservatory Orchestra.

Die internationale Saison des Budapest Festival Orchestra wird im März mit Auftritten im Teatro alla Scala und in der Berliner Philharmonie mit Musik von Sergej Prokofjew fortgesetzt, gefolgt von einer weiteren großen Tournee nach Peking, Shanghai und Taipeh.

Wenn Sie das Budapest Festival Orchestra zu Hause in Ungarn hören möchten, finden Sie die nächsten Konzerte auf der offiziellen Website des Ensembles.

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