Sowohl die regierende Fidesz als auch der Herausforderer Tisza Párt haben am ersten Wahlkampftag in allen ungarischen Wahlkreisen Unterschriften gesammelt

Ungarns offizieller Wahlkampf für die Parlamentswahlen 2026 begann am Samstagmorgen mit einem schnellen Kraftakt sowohl des regierenden Fidesz-KDNP-Bündnisses als auch der oppositionellen Theiß-Partei. Beide Parteien gaben bekannt, dass sie bereits die erforderliche Anzahl von Nominierungsunterschriften in allen 106 einzelnen Wahlkreisen gesammelt haben.
Nach dem ungarischen Wahlgesetz muss jeder Parlamentskandidat mindestens 500 gültige Wählerempfehlungen sammeln, um offiziell registriert zu werden. Obwohl die Sammelfrist bis Anfang März läuft, behaupteten beide politischen Lager, die Schwelle bereits wenige Stunden nach Beginn der Kampagne erreicht zu haben.
Orbán: “Wir sind groß, wir sind stark”
Premierminister Viktor Orbán verkündete am Samstagmorgen auf Facebook, dass die Fidesz-Kandidaten bereits landesweit die nötige Unterstützung erhalten haben.
“Wir sind groß, wir sind stark und wir werden gewinnen”, schrieb er.
Später teilte er ein kurzes Video, während er nach Békéscsaba reiste und mit dem Parteidirektor Gábor Kubatov telefonierte, der berichtete, dass der erste vollständige Satz an Unterschriften aus dem Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén kam. Orbán sagte, die Aktivisten würden von den Wählern positiv aufgenommen und wies Hinweise auf eine wachsende Anti-Regierungs-Stimmung als “eine große Lüge” zurück.
Theiß behauptet frühen Vorsprung
Fast zeitgleich veröffentlichte Péter Magyar, der Vorsitzende der Theiß-Partei, ein eigenes Update, in dem er mitteilte, dass auch seine Bewegung innerhalb von etwa einer Stunde die Mindestanzahl von Unterschriften in jedem Wahlkreis gesammelt habe.
Aus dem Budapester Bezirk XII berichtete Magyar, dass Aktivisten im ganzen Land lange Schlangen an den Theiß-Ständen bildeten. Obwohl die Partei die gesetzlichen Anforderungen bereits erfüllt hat, fügte er hinzu, dass sie die Sammlung von Unterstützungsunterschriften fortsetzen und mindestens 1.000 Unterschriften pro Bezirk anstreben wird, um eine breitere Unterstützung zu demonstrieren.
Laut Magyar hatten einige Kandidaten der Regierungspartei immer noch Schwierigkeiten, genügend Empfehlungen einzureichen, was indirekt die früheren Behauptungen des Premierministers in Frage stellt.
Unterschriftenaktion geht weiter
Die Wahlregeln erlauben es den Wählern, mehr als einen Kandidaten zu unterstützen, und die Parteien sammeln traditionell weiterhin Unterschriften weit über das Minimum hinaus, um ungültige Eintragungen zu vermeiden und organisatorische Stärke zu zeigen.
Die offizielle 50-tägige Wahlkampffrist erlaubt nun das Anbringen von Plakaten und eine umfassende Wahlkampagne, wobei die Kandidaten bis zum Ablauf der Frist Anfang März Empfehlungen sammeln können. Die ungarischen Parlamentswahlen werden am 12. April 2026 stattfinden.
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