Moody’s stuft Budapest erneut herab

Moody’s Ratings hat die Kreditwürdigkeit Budapests herabgestuft. Als Hauptgrund für diese Entscheidung wird die sich verschlechternde Beziehung zwischen der ungarischen Regierung und der Hauptstadt genannt.

Die Agentur senkte das langfristige Emittentenrating der Stadt sowohl für inländische als auch für ausländische Anleihen von Ba1 auf Ba2 und stufte Budapest damit weiter unter Investment Grade ab. Nach Angaben von MTI liegt das Ba2-Rating nach der Methodik von Moody’s zwei Stufen unter dem niedrigsten Investment-Grade-Niveau, das bei Baa3 beginnt. Gleichzeitig senkte die Agentur auch das Baseline Credit Assessment (BCA) der Stadt von Ba1 auf Ba2. Moody’s wies dem neuen Rating einen negativen Ausblick zu, was bedeutet, dass weitere Herabstufungen möglich sind.

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Spannungen mit der Regierung erhöhen den finanziellen Druck

Laut Moody’s haben die Spannungen zwischen der ungarischen Regierung und der Hauptstadt den Liquiditätsdruck verschärft, unter dem Budapest bereits steht. Die Herabstufung folgt auf eine weitere Herabstufung im Dezember, als das Rating der Stadt erstmals unter Investment Grade gedrückt wurde. Die Ratingagentur wies darauf hin, dass die Regierung im Januar Gelder aus der Hauptstadt abgezogen hatte, nachdem die Stadt die erste Rate ihres “Solidaritätsbeitrags” für 2026 nicht gezahlt hatte, ein Steuertransfer, der von wohlhabenderen Gemeinden verlangt wird.

Dieser Schritt, so Moody’s, verschlechterte die bereits fragile Liquiditätslage Budapests. Gleichzeitig haben die strengeren Bedingungen für den Überziehungskredit der Stadt die Refinanzierungsrisiken erhöht. Obwohl die Hauptstadt vor kurzem eine Erhöhung ihres Überziehungsrahmens um 10 Mrd. HUF erwirkt hat, sollte damit nur eine kurzfristige Finanzierungslücke überbrückt werden, bis die Gewerbesteuereinnahmen im März eintreffen.

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Wenigstens geht die Verschuldung langsam zurück

Moody’s wies auch auf die wachsende Belastung durch den Solidaritätsbeitrag hin, der seit seiner Einführung im Jahr 2019 deutlich gestiegen ist und weiterhin eine große strukturelle Belastung für die Finanzen der Stadt darstellt. Wenn das ungarische Verfassungsgericht in einem laufenden Verfahren zugunsten der Regierung entscheidet, könnte Budapest auch verpflichtet werden, zuvor einbehaltene Raten zu zahlen.

Trotz dieser Bedenken räumte die Agentur ein, dass die Verschuldung der Hauptstadt stetig gesunken ist. Die Schulden beliefen sich im Jahr 2024 auf etwa 35% der Betriebseinnahmen, verglichen mit 71% im Jahr 2021, und sollen bis 2027 weiter auf etwa 30% sinken.

Titelbild: depositphotos.com

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