Fidesz-KDNP-Bürgermeister tritt aus der Partei aus, nachdem er den Theiß-Kandidaten unterstützt hat

Der Bürgermeister von Bátonyterenye, István Orosz, hat seinen Austritt aus der Fidesz-KDNP (Christlich-Demokratische Volkspartei) angekündigt und damit einen bedeutenden politischen Wechsel in der nordungarischen Stadt vollzogen.

In einem Facebook-Post, der an den Parteivorsitzenden und stellvertretenden Ministerpräsidenten Zsolt Semjén gerichtet war, bestätigte Orosz, dass er nicht rausgeschmissen wurde, sondern die Fidesz-KDNP-Koalition formell verlassen hat und versprach, seine Entscheidung in den kommenden Tagen näher zu erläutern. Die Ankündigung erfolgte nach einem weiteren Posting, in dem der Bürgermeister seine Absicht erklärte, bei den anstehenden Parlamentswahlen einen Kandidaten der Opposition zu unterstützen.

István Orosz Fidesz-KDNP mayor endorses Tisza candidate
Der ehemalige Fidesz-KDNP-Bürgermeister István Orosz gab Partizán kürzlich ein Interview. Screenshot von Partizán/YouTube.

Verlässt Fidesz-KDNP, unterstützt Opposition

Orosz erklärte, er werde seine Stimme für Zoltán Szafkó, den Kandidaten der Theiß-Partei im Wahlkreis Nógrád 1, abgeben, schreibt Telex. Der Bezirk gilt als hart umkämpfter Sitz, in dem die Opposition einen schweren Stand gegen den amtierenden Regierungsvertreter hat. In seinen Äußerungen kritisierte der Bürgermeister auch den derzeitigen Abgeordneten und warf ihm vor, wirtschaftlichen und politischen Interessen nachzugeben, die zur Errichtung einer umstrittenen Batterierecyclinganlage in der Stadt geführt haben.

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Batteriefabrik im Zentrum des Streits

Das von Südkorea betriebene Werk ist zu einem Brennpunkt der lokalen Unzufriedenheit geworden. Anwohner und lokale Beamte haben Bedenken über Umwelt- und Gesundheitsrisiken geäußert und behauptet, dass gefährliche Materialien unsachgemäß gelagert werden. Eine zuvor durchgesickerte Aufnahme eines Lokalpolitikers, der die Anlage als schädlich bezeichnete, hat die Spannungen weiter angeheizt.

Die Gemeinde hat rechtliche Schritte eingeleitet, um die Genehmigung für die Erweiterung der Anlage anzufechten, mit der Begründung, die Behörden hätten die Umweltauswirkungen nicht ausreichend geprüft. Der Klage zufolge werden in der Anlage große Mengen an überwiegend gefährlichen Abfällen in der Nähe von Wohngebieten und einer Wasserbasis verarbeitet.

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Er hat sich in seinem Interview nicht zurückgehalten

In einem weiteren Interview, das er 24.hu gab, ging Orosz noch weiter und benutzte ungewöhnlich deutliche Worte, um die Situation zu beschreiben. Der ehemalige Polizeibeamte, der sich als konservativ bezeichnet, sagte, er sei einst ein Anhänger von Premierminister Viktor Orbán gewesen, sei aber inzwischen zutiefst desillusioniert.

Als Wendepunkt bezeichnete er die nationalen Kontroversen um industrielle Sicherheit und Umweltrisiken und argumentierte, dass die Ablehnung solcher Bedenken “eine Grenze überschritten” habe. Nach Ansicht von Orosz sollten Themen wie öffentliche Gesundheit und Umweltschutz über die Parteipolitik hinausgehen.

Er behauptete auch, dass es in Ungarn Anzeichen für eine “Vereinnahmung durch den Staat” gebe und dass politische und wirtschaftliche Macht zu eng miteinander verwoben seien. Trotz seines Austritts aus der Fidesz-KDNP betonte er, dass seine Grundwerte unverändert bleiben, fügte aber hinzu, dass er keine Kandidaten mehr unterstützen kann, die er für Entscheidungen verantwortlich macht, die seine Stadt betreffen. Orosz sagte, sein oberstes Ziel sei es, sauberes Wasser und eine sichere Umwelt für die Einwohner zu gewährleisten, auch wenn dies bedeute, sich mit ehemaligen politischen Verbündeten anzulegen.

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