Ungarische Regierung überträgt mehr als 1300 Immobilien an Verkehrsminister Lázár

Ein kürzlich erlassenes Dekret der ungarischen Regierung hat die Verwaltungsrechte von 1.374 staatlichen Immobilien an eine Stiftung unter dem Vorsitz von Bau- und Verkehrsminister János Lázár übertragen. Die Entscheidung, die am späten Freitag im Amtsblatt veröffentlicht wurde, bietet keine Erklärung für die Übertragung.
Ungarische Regierung überträgt Staatsbesitz an Minister János Lázár
Das Portfolio umfasst eine breite Palette von Landtypen, wie Weiden, Ackerflächen, Wiesen, Wälder, Obstgärten und sogar Straßen. Während die genaue Größe der Gesamtfläche nicht bekannt gegeben wurde, deuten Untersuchungsberichte darauf hin, dass das Paket etwa 16.000 Hektar umfassen könnte.
Es wird vermutet, dass ein großer Teil des Landes mit den so genannten Gefängnisfarmen in Verbindung steht, sowohl aufgrund ihrer Lage als auch aufgrund früherer Erkenntnisse der Ermittlungsbehörde Átlátszó. Diese Flächen werden derzeit von vier staatlichen landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet, die mit dem ungarischen Gefängnissystem verbunden sind und in denen Häftlinge in großem Umfang in der Landwirtschaft beschäftigt sind.
Zu den betroffenen Unternehmen gehören Berichten zufolge Betriebe in Állampuszta, Pálhalma, Annamajor und Nagyfa, die alle umfangreiche landwirtschaftliche Flächen bewirtschaften. Mehrere der aufgelisteten Betriebe befinden sich in der Nähe von Siedlungen wie Harta, Baracska und Solt, in denen sich jeweils Justizvollzugsanstalten befinden.
Falls Sie es verpasst haben: Premierminister Orbán sprach sanft zu den Wählern der Opposition, während Péter Magyar die jüngsten Skandale der ungarischen Regierung ansprach.
Ist er unabhängig von den Wahlergebnissen der größte Gewinner?
Nach dem neuen Dekret der ungarischen Regierung übernimmt der Staat zunächst das Eigentum an den Grundstücken, bevor er deren Verwaltungsrechte kostenlos an die von Lázár geleitete “Stiftung für das Land der zukünftigen Generationen” überträgt. Die Organisation verwaltet bereits bedeutende landwirtschaftliche Vermögenswerte, darunter das Nationalgestüt in Mezőhegyes.
Und wie 444 schreibt, gehört dem Vorstand der Stiftung auch István Jakab an, stellvertretender Parlamentspräsident und Mitglied der regierenden Fidesz-Partei. Lázár hat bereits erklärt, dass detaillierte Pläne für das Land vorgestellt werden, sobald die Übertragung abgeschlossen ist, und die Öffentlichkeit aufgefordert, sich keine Sorgen zu machen. Das Fehlen einer offiziellen Begründung und der Umfang der betroffenen Vermögenswerte haben jedoch zu einer erneuten Überprüfung der staatlichen Vermögensverteilung geführt, insbesondere im Vorfeld der Wahlen.
Gekennzeichnetes Bild: MTI/Illyés Tibor
