Theiss-Partei erobert neues Komitat und nimmt Fidesz einen weiteren Sitz weg

Die ungarische Oppositionspartei Theiß-Partei hat im Komitat Tolna einen klaren Wahlsieg errungen. Nach der Auszählung der letzten Stimmen hat sie in allen drei Wahlkreisen die Fidesz-KDNP-Kandidaten besiegt und frühere Ergebnisse umgestoßen.
Die dramatischste Veränderung gab es im Wahlkreis Dombóvár, wo der Theiss-Kandidat Gábor Szijjártó die Fidesz-Kandidatin Krisztina Csibi besiegte, wie Telex berichtet. Mit 100% der ausgewerteten Stimmen gewann Szijjártó 46,58% gegenüber 45,07% von Csibi, was einen knappen, aber entscheidenden Sieg bedeutet.
Späte Stimmen sind entscheidend in Dombóvár
Das Ergebnis bedeutet eine deutliche Kehrtwende. Am Wahlabend lag Csibi mit 422 Stimmen in Führung, aber fast 2.000 Stimmen, die von Wählern abgegeben wurden, die außerhalb ihres Heimatbezirks und in ausländischen Vertretungen registriert waren, mussten noch ausgezählt werden.
Als diese Stimmen endlich ausgezählt waren, kippte das Rennen: Szijjártó sicherte sich einen Vorsprung von 653 Stimmen und verwandelte damit eine scheinbare Niederlage in einen Sieg.
Dieser späte Umschwung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Briefwahl und der Stimmabgabe im Ausland bei ungarischen Wahlen – vor allem in hart umkämpften Wahlkreisen.
Ergebnis in Paks ebenfalls gekippt
Dombóvár war nicht der einzige Wahlbezirk, in dem die verspätete Auszählung das Ergebnis veränderte. Im nahegelegenen Bezirk Paks kam es in einem ähnlich knappen Rennen zu einer Umkehrung zugunsten der Theiß-Partei, wie 444.hu berichtete.
Der Fidesz-Kandidat János Süli hatte zunächst mit nur 138 Stimmen geführt. Nach der Auszählung von mehr als 2.000 zusätzlichen Stimmzetteln lag Tamás Cseh von der Theiß-Partei jedoch vorn und verwandelte seinen Rückstand in einen Sieg mit 893 Stimmen.
Diese beiden späten Kehrtwendungen zeigen, wie schnell sich ein knapper Vorsprung in der Wahlnacht in Luft auflösen kann, sobald alle Stimmen ausgezählt sind.
Nationales Bild: Theiß-Dominanz wächst
Mit den endgültigen Ergebnissen von Tolna hat die Theiß-Partei ihre ohnehin schon beherrschende Position auf nationaler Ebene weiter gestärkt. Die Partei verfügt nun über 139 Parlamentssitze, darunter 95 Einzelwahlkreise und 44 Listenmandate, nachdem die Ergebnisse von Tolna finalisiert wurden, die sich am Freitag kurz nach 21 Uhr in 140 Sitze verwandelten, nachdem der Bezirk Nyírbátor gekippt wurde, berichtete Telex.

Dagegen ist die Fidesz-KDNP-Fraktion auf nur noch 53 Sitze geschrumpft, während Mi Hazánk ihre sechs Listenmandate behält.
Auch andernorts hat die Opposition zugelegt. Im Komitat Baranya baute der Theiß-Kandidat Áron Rózsahegyi seinen Vorsprung gegenüber dem Fidesz-Kandidaten János Hargitai aus und gewann schließlich mit 48,43% der Stimmen. Eine weitere bemerkenswerte Niederlage erlitt der ehemalige Minister Tibor Navracsics im Komitat Veszprém.
Ein symbolischer Wechsel in der ehemaligen Fidesz-Hochburg
Der Wahlsieg in Tolna hat symbolische Bedeutung. Noch vor vier Jahren war der Wahlkreis Dombóvár eine Fidesz-Hochburg, als der verstorbene Árpád János Potápi bei seinem siebten Sieg in Folge über 62% der Stimmen erhielt.
Auch nach seinem Tod behielt die Fidesz den Sitz bei einer Nachwahl im Jahr 2025 komfortabel: zu einer Zeit, als die Theiß-Partei keinen Kandidaten aufgestellt hatte.
Die jüngsten Ergebnisse markieren daher eine bemerkenswerte politische Neuausrichtung in der Region und unterstreichen das Ausmaß des landesweiten Sieges der Theiß-Partei.
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