Norwegen strebt eine rasche Einigung mit der neuen ungarischen Führung über offene Gelder an

Norwegen strebt bis zum Sommer 2026 eine Einigung mit der neuen ungarischen Regierung über die Verteilung von EWR-Zuschüssen in Höhe von rund 254 Millionen Euro (etwa 92 Milliarden Forint) an. Die Finanzierung, die den Zeitraum 2021-2028 abdeckt, könnte nach Jahren festgefahrener Verhandlungen einen bedeutenden Neustart in den Beziehungen markieren.
Nach Angaben von Beamten des norwegischen Außenministeriums laufen die Gespräche seit dem Frühjahr 2025 und werden voraussichtlich mit der neuen ungarischen Regierung fortgesetzt. Das Abkommen könnte schließlich vom nächsten Premierminister des Landes unterzeichnet werden und ein neues politisches Kapitel einläuten.
Fokus auf Demokratie und Grundrechte
Norwegen stellt ebenso wie Island und Liechtenstein EWR-Mittel zur Verfügung, um die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in Europa zu verringern. Oslo hat jedoch deutlich gemacht, dass es mit den Mitteln Projekte unterstützen möchte, die demokratische Institutionen, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Gleichberechtigung und bürgerliche Freiheiten stärken, berichtet die norwegische Zeitung Panorama Nyheter.
Die norwegische Staatssekretärin Astrid Bergmål betonte, dass diese Kernprinzipien in Ungarn derzeit “unter Druck” stünden, so dass die Finanzierung “notwendiger denn je” sei. Ein Teil der Mittel ist bereits für zivilgesellschaftliche Organisationen vorgesehen, die von unabhängigen Stiftungen verwaltet werden und Bereiche wie soziale Eingliederung, regionale Entwicklung und Umweltinitiativen unterstützen.
Streitigkeiten in der Vergangenheit stoppten die Finanzierung in Milliardenhöhe
Ungarn hat im letzten Zyklus keine EUA-Mittel erhalten, nachdem die Verhandlungen im Jahr 2021 gescheitert waren. Der Streit drehte sich darum, wer die Vergabe von Zuschüssen an zivilgesellschaftliche Gruppen beaufsichtigen sollte. Die ungarische Regierung bestand damals auf einer staatlichen Kontrolle, während die Geberländer eine unabhängige Verwaltung forderten.
Diese Meinungsverschiedenheit führte letztlich dazu, dass Ungarn auf rund 75 Milliarden Forint (207,4 Millionen Euro) an Unterstützung verzichten musste, da kein Kompromiss erzielt werden konnte. Zu den früheren Spannungen gehörten auch Vorwürfe aus Budapest, Norwegen unterstütze politisch voreingenommene Organisationen, während Oslo den Druck auf NROs kritisierte.
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Anzeichen für Fortschritte bei erneuten Gesprächen
Dieses Mal scheinen die Verhandlungen konstruktiver zu verlaufen. Berichten zufolge hat Ungarn wesentliche Elemente des Rahmens der Geberländer akzeptiert, darunter die unabhängige Aufsicht über die zivile Finanzierung.
Ein Teil des Programms ist daher bereits angelaufen. Wenn eine vollständige Einigung erzielt wird, könnten die Mittel Ungarns Entwicklungsbemühungen einen erheblichen Schub verleihen und gleichzeitig die Beziehungen zu Norwegen und seinen Partnern stärken.
Abgebildetes Bild: Péter Magyar/Facebook

