Pressekonferenz an der Tisza: Péter Magyar ernennt die ersten sieben Minister

Sprache ändern:

Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat die ersten sieben Minister seines künftigen Kabinetts benannt und damit das bisher klarste Bild von der Struktur der neuen, von Tisza geführten Regierung vermittelt.

Nach der konstituierenden Sitzung der 141-köpfigen Parlamentsfraktion der Partei bestätigte Magyar, dass die Regierung aus insgesamt 16 Ministerien bestehen wird.

Sieben Minister bestätigt

Zu den ersten bestätigten Ernennungen gehören:

  • Finanzminister: András Kármán
  • Minister für Wirtschaft und Energie: István Kapitány
  • Außenminister: Anita Orbán
  • Gesundheitsminister: Zsolt Hegedűs
  • Verteidigungsminister: Romulusz Ruszin-Szendi
  • Umweltminister: László Gajdos
  • Minister für Landwirtschaft und Ernährung: Szabolcs Bóna

Alle Nominierten haben laut Magyar ihre Ämter angenommen.

Keine “Superministerien”, sagt Magyar

Magyar betonte, dass die Anzahl der Minister nicht als ungewöhnlich angesehen werden sollte. Er wies darauf hin, dass frühere Regierungen, einschließlich derer von József Antall und Viktor Orbán, noch größere Kabinette hatten.

Er betonte, dass die Tisza-Regierung keine so genannten “Super-Ministerien” einführen wird, sondern sich stattdessen für getrennte Ressorts entscheidet, um klarere Verantwortlichkeiten und eine gezieltere Regierungsführung zu gewährleisten.

Vollständige Regierungsstruktur steht noch aus

Zusätzlich zu den sieben bestätigten Posten nannte Magyar mehrere weitere geplante Ministerien, darunter:

  • Inneres und Strafverfolgung
  • Justiz
  • Verkehr und Investitionen
  • Bildung
  • Soziale Angelegenheiten
  • Ländliche Entwicklung
  • Kultur (einschließlich Wissenschaft, Sport, zivile Angelegenheiten und Medienregulierung)
  • Digitales und Technologie

Es wird erwartet, dass die vollständige Liste der Minister in den kommenden Tagen vervollständigt wird, so dass die neue Regierung möglicherweise Anfang Mai ihr Amt antreten kann.

Auch das Parlament und die Ausschüsse werden umgestaltet

Neben der Kabinettsbildung bereitet die Tisza-Partei auch Änderungen in den parlamentarischen Strukturen vor.

Geplant ist, die Zahl der parlamentarischen Ausschüsse zu erhöhen und neue Gremien wie einen Ausschuss für Digitalisierung und Innovation sowie einen Ausschuss für soziale Teilhabe einzuführen.

Es wird erwartet, dass einige bestehende Ausschüsse aufgeteilt oder umstrukturiert werden, um die Prioritäten der neuen Regierung widerzuspiegeln.

Starke Vertretung von Frauen hervorgehoben

Die neue parlamentarische Fraktion wird auch eine Rekordzahl weiblicher Abgeordneter aufweisen: 44 Frauen sind unter den Vertretern von Tisza.

Die neue Fraktionsvorsitzende Andrea Bujdosó sagte, dies sei ein wichtiger Schritt, um bisher unterrepräsentierte Perspektiven in den Gesetzgebungsprozess einzubringen.

Ágnes Forsthoffer, die als Sprecherin der Nationalversammlung nominiert wurde, bezeichnete die Ernennung von Frauen in Schlüsselpositionen als ein starkes Signal für die Richtung der politischen Kultur Ungarns.

bujdosó magyar forsthoffer
Andrea Bujdosó, Péter Magyar und Ágnes Forsthoffer. Foto: Facebook/Péter Magyar
Falls Sie es verpasst haben: Magyar: Die neue Theiß-Regierung wird 16 Ministerien haben, die ersten Minister werden heute ernannt

Fragen zur ICC-Mitgliedschaft und Netanjahus Einladung

Während der laufenden Pressekonferenz sprach Péter Magyar auch außenpolitische Themen an, darunter die Position Ungarns zum Internationalen Strafgerichtshof.

Er deutete an, dass Ungarn seinen geplanten Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof stoppen könnte, was rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen würde. Als Mitgliedsstaat wäre Ungarn verpflichtet zu handeln, wenn eine Person, gegen die ein internationaler Haftbefehl vorliegt, sein Hoheitsgebiet betritt.

Das Thema kam im Zusammenhang mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu auf, der anlässlich des 70. Jahrestages der Revolution von 1956 nach Ungarn eingeladen worden ist. Jahrestag der Revolution von 1956 nach Ungarn eingeladen wurde. Magyar betonte, dass die Einladungen allgemein an Staatsoberhäupter gerichtet sind und fügte hinzu, dass die Gedenkfeiern “in einer würdigen Weise” stattfinden sollten.

Verlängerung des Ausnahmezustands beantragt

Magyar forderte die scheidende Regierung außerdem auf, den unter dem Vorwand der Kriegsgefahr verhängten Ausnahmezustand in Ungarn bis zum 31. Mai zu verlängern.

Er argumentierte, dass eine kurze Verlängerung notwendig sei, um der neuen Regierung Zeit zu geben, den mit dem Ausnahmezustand verbundenen Rechtsrahmen abzuschaffen. Ihm zufolge sind derzeit rund 160 gesetzliche Bestimmungen mit der Sonderrechtsordnung verbunden und können nicht sofort aufgehoben werden.

Gleichzeitig machte Magyar deutlich, dass seine Regierung beabsichtigt, das zu beenden, was er als “außerordentliches Regieren” und nächtliche Gesetzgebung bezeichnete, und signalisierte damit eine Hinwendung zu mehr Standard-Gesetzgebungsverfahren.

Neuer Ausschuss soll öffentliche Kontrolle ausweiten

Weitere Details wurden auch über den vorgeschlagenen Ausschuss für soziale Teilhabe bekannt, eines der neuen parlamentarischen Gremien, die von der Tisza-Partei geplant sind.

Magyar sagte, der Ausschuss werde Gesetzesvorschläge prüfen, bevor sie dem Parlament vorgelegt werden, mit dem Ziel, die Transparenz und die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Gesetzgebung zu erhöhen. Ausnahmen würden für dringende Maßnahmen gelten.

Es wird erwartet, dass die Struktur des Ausschusses unter der Leitung von Márk Radnai entwickelt wird und die Vorschläge den anderen Fraktionen zur Stellungnahme vorgelegt werden.

Außenpolitischer Schwenk: ‘Verankerung im Westen’

Die neue Außenministerin Anita Orbán hat bereits eine deutliche Veränderung der internationalen Haltung Ungarns angekündigt.

Sie versprach, das Land fest in den westlichen Bündnissen zu verankern und die Abhängigkeit von Russland zu verringern, was eine klare Abkehr von der bisherigen Politik bedeutet.

“In der Diplomatie geht es nicht darum, wer am lautesten schreit”, sagte sie kürzlich in einem Interview und fügte hinzu, dass Ungarns globale Positionierung direkt der Wirtschaft und der Sicherheit seiner Bürger zugute kommen sollte.

Daily News Hungary ist noch dabei, diesen Artikel zu aktualisieren. Bitte freuen Sie sich auf weitere Informationen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *