“Wo sind die acht Milliarden?” – Takács Péter, ein hohes Fidesz-Mitglied, wird wegen der Covid-Milliarden konfrontiert

Takács Péter, Staatssekretär für Gesundheit, wurde in einem Budaer Einkaufszentrum von seiner Vergangenheit eingeholt: Ein unbekannter Mann schrie ihn von einer fahrenden Rolltreppe herunter und verlangte zu wissen, was mit den acht Milliarden Forint geschehen sei, die während der Covid-Pandemie ausgegeben wurden.
Schreien auf der Rolltreppe
Auf dem Filmmaterial schreit ein Mann den Staatssekretär für Gesundheit Takács Péter an:
“Hey, Takács! Wo sind die acht Milliarden?”
Der Politiker antwortet: “Bei Ihrer Mutter”, und fügt hinzu: “Ich werde Sie auch verklagen.”
Die Szene erregte nicht nur wegen ihres Tons Aufmerksamkeit, sondern auch, weil sie die Kontroverse um die Beatmungsgeräte und die Verwendung der Covid-Millionen wieder an die Oberfläche brachte.
Ein Milliarden-Auftrag
Die Geschichte der Covid-Millionen geht auf das Frühjahr 2020 zurück, als die ungarische Regierung während der ersten Covid-Welle einen Vertrag über 17 Milliarden Forint mit Fourcardinal Tanácsadó Kft. über die Beschaffung von tausend chinesischen Beatmungsgeräten unterzeichnete. Aufgrund der weltweiten Knappheit wurden schnelle Entscheidungen getroffen, oft ohne eine genaue Einschätzung des tatsächlichen Bedarfs.
Die Einnahmen von Fourcardinal stiegen im Jahr 2020 auf fast 50 Milliarden Forint, was einer 218-fachen Steigerung entspricht. Später wurden 18,2 Milliarden Forint an Dividenden aus dem Unternehmen abgezogen, das daraufhin aufgelöst wurde. Das Geschäft mit den Beatmungsgeräten wurde damit nicht nur zu einem gesundheitlichen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Problem.
Wohin ist das Geld geflossen? Die Rolle der Seidenstraße
Ein erheblicher Teil des Gewinns ging an ein anderes Unternehmen, die SRF Silk Road Fund Holding Zrt., die letztlich 7/8 der Einnahmen erhielt. Es handelte sich um insgesamt 15,9 Milliarden Forint, von denen 8,05 Milliarden als Dividende ausgeschüttet wurden – das ist die Summe, die die Beschaffung des Beatmungsgeräts zu einem Gegenstand der anhaltenden Debatte gemacht hat.
Der Schwager von Takács Péter, Gábor Kőszegi, war ebenfalls an dem Unternehmen beteiligt und hatte einigen Behauptungen zufolge eine führende Rolle inne. Obwohl er offiziell kein Eigentümer war, entsprach seine Zeichnungsbefugnis der des Geschäftsführers, so Telex.
Was sagen die Beteiligten?
Gábor Kőszegi sagt, einige Behauptungen seien irreführend.
Er erklärte: “Es ist auch unwahr, dass Fourcardinal Kft. mit Beatmungsgeräten einen Gewinn von 8 Milliarden Forint gemacht hat.” Er fügte hinzu: “Ich habe keinen Gewinn aus dem Verkauf von Beatmungsgeräten erhalten”, räumte aber ein, dass er von der Beschaffung anderer medizinischer Geräte profitiert hat.
Takács Péter wies die Vorwürfe entschieden zurück:
“Weder ich noch meine Familie besitzen Vermögenswerte im Wert von 8 Milliarden Forint”, und betonte: “Die Firma, die meinen Schwager beschäftigt hat, hat genau 0 (null) Beatmungsgeräte ins Land gebracht.”
Er bezeichnete alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit den Beatmungsgeräten als politische Angriffe.
Ermittlungen, Gerichtsverfahren und politische Kontroverse
Der Fall wurde von mehreren Behörden untersucht – darunter KEHI und NAV – und es wurde offiziell kein Rechtsverstoß festgestellt. Dennoch stehen die während der Covid-Periode beschafften Beatmungsgeräte weiterhin im Mittelpunkt einer politischen Kontroverse.
Takács Péter hat bereits rechtliche Schritte gegen die Politiker eingeleitet, die die Vorwürfe erhoben haben, und hat angedeutet, dass er in Zukunft in jedem ähnlichen Fall in gleicher Weise reagieren wird. Die nächste Anhörung in diesem Fall ist für August 2026 angesetzt.
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