Slowakischer Premierminister Fico sendet eine Botschaft aus Moskau: eine neue Ära für die ungarisch-slowakischen Beziehungen?

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Der slowakische Premierminister Robert Fico hat sich während seines Moskau-Besuchs offen über die Zukunft der ungarisch-slowakischen Beziehungen geäußert und Hoffnungen auf stärkere Beziehungen zu Ungarns neuem Premierminister Péter Magyar geäußert.

Fico spricht zum ersten Mal offen über Magyar Péter

Robert Fico reiste nach Moskau, um an den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges teilzunehmen, wo er auch vor Journalisten über die wachsende ungarisch-slowakische Zusammenarbeit sprach. Der slowakische Premierminister betonte sein Engagement für die Aufrechterhaltung stabiler ungarisch-slowakischer Beziehungen, auch unter der neuen politischen Führung in Budapest.

Fico erklärte: “Ich möchte, dass wir gute nachbarschaftliche Beziehungen zu unseren Nachbarn haben.”

Der slowakische Premierminister verriet auch, dass sein erstes persönliches Treffen mit Péter Magyar voraussichtlich in Brüssel stattfinden wird. Obwohl die beiden Staatsoberhäupter sich noch nicht persönlich getroffen haben, haben sie bereits per Telefon über die Zukunft der bilateralen Beziehungen gesprochen.

Fico berief sich auf ein slowakisches Sprichwort, um zu unterstreichen, wie ernst er die Zusammenarbeit nimmt:

“Wir haben ein Sprichwort, dass ein schlechter Nachbar schlimmer ist als ein brennendes Haus”.

Der slowakische Regierungschef fügte hinzu, sein vorrangiges Ziel sei es, die ungarisch-slowakischen Beziehungen mindestens auf dem Niveau zu halten, das sie unter Viktor Orbán hatten. Mehr darüber, wie der slowakische Premierminister zuvor auf das Verbot russischer Gasimporte reagierte, lesen Sie in unserem früheren Bericht hier.

Magyar Péter stellt feste Bedingungen

Hinter dem versöhnlichen Ton in der Öffentlichkeit verbergen sich jedoch weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Magyar Péter hat deutlich gemacht, dass er sich nur dann auf substanzielle politische Diskussionen einlassen wird, wenn er Garantien für die Lösung von Fragen erhält, die die ethnischen Ungarn in der Slowakei betreffen.

Das umstrittenste Thema sind nach wie vor die Beneš-Dekrete. Der Vorsitzende der Tisza party fordert laut SzeretlekMagyarország, dass Bratislava die auf der Grundlage dieser Dekrete durchgeführten Landbeschlagnahmungen stoppt .

Fico hat jedoch in diesem Punkt keinen Raum für Kompromisse gelassen. Der slowakische Premierminister hat die Beneš-Dekrete zu einem “unantastbaren” Teil des slowakischen Rechts erklärt, was bedeutet, dass die grundsätzliche Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Staatsoberhäuptern in dieser Frage wohl bestehen bleibt.

Schwere Vorwürfe überschatten die ungarisch-slowakischen Beziehungen

Historische Streitigkeiten sind nicht die einzige Quelle von Spannungen. Fico hat auch angedeutet, dass er von Magyar Péter Rechenschaft über eine besonders schwerwiegende Anschuldigung erwartet.

Magyar Péter hat behauptet, dass die Regierung Orbán im Vorfeld der slowakischen Wahlen 2023 Fico absichtlich unterstützt haben könnte, indem sie Migranten in die ungarisch-slowakische Grenzregion transportierte. Fico hat diese Anschuldigung inzwischen entschieden zurückgewiesen.

Die Angelegenheit ist besonders heikel, da die Migration in den letzten Jahren ein bestimmendes Thema in der Innenpolitik beider Länder gewesen ist. Analysten vermuten, dass diese Streitigkeiten den Verlauf der ungarisch-slowakischen Beziehungen für die nächsten Jahre prägen könnten.

Wiederbelebung der Visegrád-Gruppe

In den letzten Tagen hat auch der slowakische Premierminister seine Absicht signalisiert, die Visegrád-Gruppe zu reaktivieren. In einem Beitrag in den sozialen Medien teilte er ein Foto mit dem tschechischen Premierminister Andrej Babiš und dem polnischen Premierminister Donald Tusk und schrieb dazu: “Drei Musketiere, die auf den vierten warten und die Wiedergeburt der V4”.

Die Bemerkung wurde weithin als spitze Anspielung auf Magyar Péter interpretiert. Fico hat argumentiert, dass eine starke regionale Zusammenarbeit und verlässliche ungarisch-slowakische Beziehungen für die Stabilität Mitteleuropas unerlässlich sind.

Péter Magyars deutliche Warnung an Robert Fico: Dies ist für gute ungarisch-slowakische Beziehungen unerlässlich

Europa reagiert mit Wut auf Ficos Moskau-Reise

Ficos Besuch in Moskau hat unterdessen scharfe internationale Verurteilung hervorgerufen. Litauen, Lettland und Estland haben sich geweigert, seinem Flugzeug den Durchflug durch ihren Luftraum zu gestatten.

Fico airplane hungarian-slovak relations
Die slowakische Delegation erreichte Moskau schließlich über einen Umweg über die Tschechische Republik, Deutschland, Schweden und Finnland. Foto: Facebook/Robert Fico

Der estnische Außenminister Margus Tsahkna bezeichnete die Feiern zum Tag des Sieges als “Verherrlichung des Aggressors”.

Während sich Europa auf Ficos Moskau-Reise vorbereitet, nehmen die Konturen einer neuen politischen Ära bereits Gestalt an. Ob das erste Brüsseler Treffen zwischen Magyar Péter und Robert Fico die ungarisch-slowakischen Beziehungen wirklich auf eine neue Grundlage stellt, bleibt abzuwarten.

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