Neue Außenministerin Anita Orbán führte erste Gespräche mit Russlands Botschafter nach dem größten Drohnenangriff auf Transkarpatien

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Ungarn hat den russischen Botschafter nach Budapest einbestellt, nachdem ein schwerer russischer Drohnenangriff auch die westukrainische Region Transkarpatien erreicht hat, in der die größte ungarische Gemeinde der Ukraine lebt.
Nach Angaben der Regierung traf der russische Botschafter Jewgeni Stanislawow am Donnerstag kurz vor 11:30 Uhr im ungarischen Außenministerium ein und reiste weniger als eine halbe Stunde später wieder ab, nachdem er von Außenministerin Anita Orbán formell vorgeladen worden war.
Größter Angriff auf die Region seit Beginn des Krieges
Ungarische Beamte bezeichneten den Angriff vom Mittwoch als den schwersten Angriff auf die Unterkarpaten seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Mehrere Siedlungen, darunter Munkács (Mukachevo), Szolyva (Svaliava) und Ungvár (Uzhhorod), wurden Berichten zufolge angegriffen.
Der Streik betraf auch Gebiete in der Nähe der ungarischen Grenze. Ungarische Eisenbahner, die in der Nähe von Csap (Chop), einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt in der Nähe von Ungarn, stationiert waren, wurden vorübergehend in Schutzräume gebracht, bevor sie später sicher nach Ungarn zurückgebracht wurden, berichtet Telex.
Die ungarische Regierung verurteilte den Angriff und bezeichnete es als inakzeptabel, dass eine von ethnischen Ungarn bewohnte Region angegriffen wurde. Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky bedankte sich später bei der ungarischen Führung für ihre Solidarität und Unterstützung nach den Drohnenangriffen.
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Spürbare Veränderung im Ansatz der neuen Regierung
Der Schritt markiert einen deutlichen Wandel in Ungarns diplomatischer Haltung gegenüber Moskau. In den letzten Jahren hat das ungarische Außenministerium häufig Botschafter westlicher Länder – darunter die Vereinigten Staaten, Deutschland und die Ukraine – wegen politischer Meinungsverschiedenheiten oder öffentlicher Äußerungen einbestellt.
Der Botschafter Moskaus wurde jedoch bisher nicht einbestellt, auch nicht nach schwerwiegenden Vorfällen, die mit Russland in Verbindung gebracht wurden, darunter angebliche Cyberangriffe auf die Systeme des ungarischen Außenministeriums im Jahr 2022 und frühere russische Angriffe auf die Unterkarpaten.
Politische Analysten in Budapest sehen das Treffen am Donnerstag als eines der bisher deutlichsten Signale, dass die ungarische Regierung bereit ist, Russland öffentlich zu konfrontieren, wenn Angriffe die Sicherheit der ungarischen Minderheit, die jenseits der Grenze in der Westukraine lebt, direkt bedrohen.
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Gekennzeichnetes Bild: MTI/Tamás Purger

