Ungarns neue Regierung entlässt mit sofortiger Wirkung führende Verwaltungsbeamte aus der Orbán-Ära

Die neue ungarische Regierung unter Péter Magyar hat die Staatssekretäre aller 13 Ministerien entlassen, die unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán tätig waren. Dies ist eine der wichtigsten personellen Veränderungen seit dem Machtwechsel Anfang dieser Woche.
Orbán-Beamte entlassen
Laut 444.hu traten die Entlassungen offiziell am Freitagabend nach der Veröffentlichung im ungarischen Staatsanzeiger in Kraft. Die Entscheidung wurde vom ungarischen Präsidenten Tamás Sulyok in Domaszék im Komitat Csongrád-Csanád unterzeichnet.
Der Schritt erfolgt nur einen Tag nach der offiziellen Regierungsübergabe und signalisiert, dass die neue Regierung beabsichtigt, den von der Vorgängerregierung übernommenen Staatsapparat rasch umzustrukturieren.
Warum die Entlassungen wichtig sind
Administrative Staatssekretäre besetzen einige der einflussreichsten Positionen in Ungarns Ministerien. Im Gegensatz zu politischen Staatssekretären, deren Mandat bei einem Regierungswechsel automatisch endet, werden Verwaltungsstaatssekretäre auf unbestimmte Zeit ernannt und sorgen laut Telex traditionell für Kontinuität innerhalb der Staatsverwaltung.
Sie beaufsichtigen die Arbeit der Ministerialbürokratie, koordinieren die Gesetzgebungsarbeit, überwachen die Umsetzung der Politik und fungieren als leitende Fachkräfte in den Ministerien. Praktisch alle wichtigen Ministeriumsentscheidungen und Gesetzesvorschläge werden von ihnen geleitet.
Ihre plötzliche Absetzung bedeutet daher einen gewaltigen institutionellen Umbruch innerhalb der ungarischen Staatsverwaltung.
Die entlassenen Beamten
Die folgenden Verwaltungsstaatssekretäre wurden mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden:
- Dr. Tamás Andréka
- Dr. Natália Borsos-Papp
- Dr. László Felkai
- Dr. Eszter Gyarmati
- Dr. Szilárd Horvát
- Dr. Márk Ádám Janó
- Dr. Tünde Juhász
- Dr. Nándor Pátkai
- Dr. Tamás Pilz
- Dr. Krisztina Rédey
- Dr. Anikó Túri
- Dr. György Ujsághy
- Dr. Árpád Vidoven
Die Regierung hat die vollständige Liste der Ersatzleute noch nicht bekannt gegeben.
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Neue Ernennungen unter der Tisza-geführten Regierung beginnen
Neben den Entlassungen wurden bereits mehrere wichtige Ernennungen von der neuen Regierung bestätigt.
Anita Orbán wurde am Samstag offiziell zur stellvertretenden Ministerpräsidentin ernannt, eine Rolle, die zuvor von Péter Magyar im April angekündigt worden war.
In der Zwischenzeit wurde der ehemalige Tisza-Kampagnenleiter Péter Tóth offiziell zum wichtigsten nationalen Sicherheitsberater des Premierministers ernannt. Er trat sein Amt ebenfalls am Samstag an.
In den letzten Tagen sind mehrere weitere Namen aufgetaucht, die mit dem Posten des zukünftigen Staatssekretärs in Verbindung gebracht werden, obwohl viele Ernennungen noch inoffiziell sind. Zu denjenigen, die Berichten zufolge der Regierung beitreten sollen, gehören die ehemalige Direktorin des WWF Ungarn, Szilvia Gyurkó, und die Politikerin Viktória Bögi.
Eine bisher bestätigte Ernennung ist die Rechtsanwältin Zsuzsanna Ducsay, die bereits zur Verwaltungsstaatssekretärin in dem von Bálint Ruff geleiteten Ministerium ernannt wurde.
Weitere personelle Veränderungen werden in den kommenden Tagen erwartet, wenn die Regierung die Zusammensetzung der Staatsverwaltung und der Führungsspitze des Ministeriums endgültig festlegt.
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