Ungarische Haustierbesitzer könnten durch EU-Pläne bald neue Pflichten haben

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Die Europäische Union rückt näher an die Einführung einer Mikrochip- und Registrierungspflicht für Katzen heran und erweitert damit die Vorschriften, die Hundebesitzer in Ungarn bereits kennen. Die vorgeschlagene Gesetzgebung, die als das erste EU-weite Tierschutzpaket für Haustiere (Hunde und Katzen) bezeichnet wird, wurde vom Europäischen Parlament mit einer überwältigenden Mehrheit von 558 Ja-Stimmen, 35 Nein-Stimmen und 52 Enthaltungen angenommen.
Wenn die Verordnung vom Rat der Europäischen Union angenommen wird, müssen alle Katzen und Hunde mit einem eindeutigen Mikrochip versehen und in interoperablen nationalen Datenbanken der Mitgliedstaaten registriert werden. Auch importierte Tiere von außerhalb der EU müssten vor ihrer Einfuhr in die EU registriert werden.
Befürworter des Vorschlags sagen, dass das Hauptziel darin besteht, gegen illegale Züchtungen, unregulierten Tierhandel und Tierquälerei vorzugehen und gleichzeitig eine verantwortungsvollere Haltung von Haustieren zu fördern.

Strengere Zucht- und Tierschutzstandards
Der Gesetzentwurf geht über die Kennzeichnungspflicht hinaus. Laut Szeretlek Magyarország würde er auch die Zucht von eng verwandten Tieren verbieten, wie z.B. von Geschwistern oder Elterntieren mit Nachkommen, und Zuchtpraktiken verbieten, die übertriebene körperliche Merkmale, die der Gesundheit der Tiere schaden, in den Vordergrund stellen.
Kosmetische Verstümmelungen, einschließlich des Kupierens von Ohren und Schwanz für Wettbewerbe oder Ausstellungen, würden ebenso verboten wie die langfristige Anbindehaltung von Tieren, sofern sie nicht medizinisch notwendig ist.
In Ungarn würde die größte Änderung Katzen betreffen. Die Mikrochip-Pflicht für Hunde ist seit 2013 in Kraft, aber Katzen sind bisher von diesem System ausgenommen.
Nach dem vorgeschlagenen Zeitplan hätten Züchter, Verkäufer und Tierheime vier Jahre Zeit, die neuen Vorschriften zu erfüllen. Hundebesitzer würden eine zehnjährige Übergangsfrist erhalten, während Katzenbesitzer 15 Jahre Zeit hätten.
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Bedenken hinsichtlich der Durchsetzung
Trotz der weit verbreiteten politischen Unterstützung haben einige ungarische Experten bezweifelt, dass die Regeln in der Praxis wirksam durchgesetzt werden können.
Nach Ansicht von Tierschützern ist eine beträchtliche Anzahl von Hunden in Ungarn trotz der bestehenden gesetzlichen Verpflichtung immer noch nicht gechipt. Experten warnen auch davor, dass die große Population streunender Katzen in Ungarn eine umfassende Registrierung nahezu unmöglich machen könnte.
Szilvia Fiáth, Leiterin des Szekszárd Hundeheims, wies darauf hin, dass
In Ungarn gibt es möglicherweise etwa drei Millionen streunende Katzen, von denen viele wahrscheinlich nie in das offizielle System aufgenommen werden, weil sie keine registrierten Besitzer haben.
Tierschutzorganisationen begrüßten den Vorschlag dennoch und bezeichneten ihn als einen historischen Schritt hin zu einer transparenteren und humaneren Behandlung von Haustieren in ganz Europa.
Die Gesetzgebung bedarf noch der endgültigen Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten, obwohl frühere informelle Vereinbarungen zwischen dem Rat und dem Parlament eine Annahme wahrscheinlich machen. Die nationalen Regierungen wären dann dafür verantwortlich, ihre Datenbanken in den gemeinsamen europäischen Rahmen zu integrieren und Durchsetzungsmechanismen zu schaffen.
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