Die Ukraine erweitert die Anerkennung der doppelten Staatsbürgerschaft und erleichtert damit die rechtlichen Bedenken der Ungarn in den Unterkarpaten!

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Die Ukraine hat die Liste der Länder, deren Bürger die ukrainische Staatsbürgerschaft in einem vereinfachten Verfahren erwerben können, erheblich erweitert und gleichzeitig die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft mit diesen Staaten offiziell anerkannt. Dieser Schritt stellt eine enorme Veränderung in Kiews langjähriger Haltung zur mehrfachen Staatsbürgerschaft dar und könnte wichtige Konsequenzen für die in der ukrainischen Region Transkarpatien lebenden ethnischen Ungarn haben.

Gemäß dem ukrainischen Regierungsbeschluss Nr. 589, der am 8. Mai 2026 verabschiedet wurde, gehört Ungarn nun zu den Ländern, deren Staatsangehörige von den aktualisierten Regeln profitieren können. Zuvor galt die Regelung nur für fünf Staaten: Deutschland, Polen, die Tschechische Republik, die Vereinigten Staaten und Kanada, so Kárpáti Igaz Szó.

Die neue erweiterte Liste umfasst nun 29 Länder, darunter Ungarn und Rumänien, sowie zahlreiche Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums.

Große Veränderung für ethnische Ungarn in der Ukraine

Die Entscheidung ist von besonderer Bedeutung für die schätzungsweise 100.000 in der Ukraine lebenden ethnischen Ungarn, von denen die meisten in der Region Transkarpatien ansässig sind. Jahrelang haben viele Angehörige der ungarischen Minderheit im Stillen die ungarische Staatsbürgerschaft und den ungarischen Pass angenommen, obwohl die Ukraine traditionell eine restriktive Haltung zur doppelten Staatsbürgerschaft einnimmt.

Obwohl die doppelte Staatsbürgerschaft nicht offiziell anerkannt wurde, behandelten die ukrainischen Behörden diese Personen in der Praxis oft weiterhin als ukrainische Staatsbürger. Die neue Verordnung bietet nun einen klareren rechtlichen Rahmen und kann die Angst vor Verwaltungsstrafen oder dem Verlust des ukrainischen Rechtsstatus verringern.

Laut Erklärungen, die von der Demokratischen Föderation der Ungarn in der Ukraine veröffentlicht wurden, laufen ukrainische Staatsbürger, die bereits die Staatsbürgerschaft eines der zugelassenen Länder besitzen – oder dies beabsichtigen – nicht mehr automatisch Gefahr, ihre ukrainische Staatsbürgerschaft zu verlieren.

Die Verordnung bedeutet auch, dass die Ukraine nun offiziell die Möglichkeit einer mehrfachen Staatsbürgerschaft mit den aufgelisteten Staaten anerkennt und dass Antragsteller keine Verfahren durchlaufen müssen, um ihre ukrainische Staatsbürgerschaft aufzugeben.

Ukrainische Bürger werden weiterhin in erster Linie als Ukrainer behandelt

Trotz der Änderung ändern die neuen Regeln nicht grundlegend, wie die Ukraine doppelte Staatsangehörige innerhalb ihres eigenen Rechtssystems behandelt. Personen, die sowohl die ukrainische als auch die ungarische Staatsbürgerschaft besitzen, werden innerhalb der Ukraine weiterhin in erster Linie als ukrainische Staatsbürger behandelt.

Das bedeutet, dass die ukrainischen Gesetze und Pflichten weiterhin gelten, einschließlich der Besteuerung, der Wehrpflicht und der rechtlichen Verantwortung.

Besonders heikel ist das Thema für Männer im militärischen Alter in Kriegszeiten. Die ukrainischen Grenzbeamten können weiterhin militärische Registrierungsdokumente für Männer zwischen 18 und 60 Jahren überprüfen, und ein ungarischer Pass allein befreit nicht automatisch von mobilisierungsbedingten Einschränkungen oder Reisebeschränkungen.

In den Berichten wird auch darauf hingewiesen, dass Doppelstaatsangehörige bei der Einreise in die Ukraine oder bei der Ausreise aus der Ukraine weiterhin ihren ukrainischen Pass benutzen müssen, auch wenn sie zusätzlich ungarische Reisedokumente besitzen.

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Politisches Signal an die Europäische Union

Analysten, die von regionalen Medien zitiert werden, interpretieren den Schritt auch als ein breiteres politisches Signal an die Europäische Union und die laufenden Integrationsbemühungen der Ukraine mit Europa.

Mit der Ausweitung der Anerkennung der doppelten Staatsbürgerschaft auf die meisten EU-Mitgliedsstaaten scheint Kiew von seinem bisher ausgrenzenden Ansatz abzurücken und sich stärker an die europäischen rechtlichen und politischen Normen anzugleichen.

Die Entscheidung könnte auch dazu beitragen, den Rechtsstatus vieler Ukrainer zu normalisieren, die nach dem Ausbruch des Krieges ins Ausland gezogen sind und seitdem die Staatsbürgerschaft europäischer Länder erhalten haben, aber ihre Verbindungen zur Ukraine aufrechterhalten wollen.

Vollständige Liste der neu aufgenommenen Länder

Zusätzlich zu Ungarn umfasst die erweiterte Liste Österreich, Belgien, Bulgarien, das Vereinigte Königreich, Griechenland, Dänemark, Estland, Irland, Island, Spanien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Finnland, Frankreich, Kroatien, die Schweiz und Schweden.

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