Der ehemalige Gouverneur der ungarischen Nationalbank hat nie Urlaub genommen und nun fast eine halbe Million Euro erhalten

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Der ehemalige Gouverneur der Ungarischen Nationalbank (MNB), György Matolcsy, erhielt bei seinem Ausscheiden aus dem Amt nach zwölfjähriger Amtszeit an der Spitze der ungarischen Zentralbank eine Abfindung in Höhe von mehr als 170,8 Millionen HUF (etwa 483.000 Euro), wie aus Informationen hervorgeht, die im Rahmen eines Antrags auf Zugang zu öffentlichen Daten erlangt wurden.
Die ungewöhnlich hohe Zahlung ist nun Gegenstand einer internen Überprüfung, die von der neuen Führung der MNB unter Gouverneur Mihály Varga angeordnet wurde.
Mehr als 170 Millionen HUF Abfindung für den ehemaligen Chef der Nationalbank
Matolcsy war von März 2013 bis März 2025 Gouverneur der Ungarischen Nationalbank (MNB, Magyar Nemzeti Bank). Nach Ablauf seines Mandats hatte er Anspruch auf zwei beträchtliche Zahlungen.
Die erste Zahlung in Höhe von 48 Millionen HUF (135.800 EUR) war eine Abfindung im Zusammenhang mit einer Wettbewerbsklausel, die es ehemaligen Zentralbankgouverneuren untersagt, innerhalb von sechs Monaten nach ihrem Ausscheiden eine Position bei Finanzinstituten anzunehmen. Der Betrag entspricht einem Gehalt von sechs Monaten.
Der größere Teil der Auszahlung – mehr als 122 Millionen HUF (345.200 EUR) – wurde als Entschädigung für nicht in Anspruch genommene Jahresurlaubstage als Leiter der Nationalbank gezahlt. Ausgehend von Schätzungen auf der Grundlage seines Gehalts deuten ungarische Medienberichte darauf hin, dass die Summe mehrere hundert angesammelte Urlaubstage entsprechen könnte, was Fragen darüber aufwirft, wie viel Urlaub Matolcsy während seiner zwölfjährigen Amtszeit offiziell genommen hat.
Zentralbank leitet interne Untersuchung ein
Wie Index berichtete, hat Gouverneur Mihály Varga eine interne Untersuchung angeordnet, um festzustellen, ob die Berechnung und Auszahlung des Pakets vollständig den gesetzlichen Anforderungen und den internen Vorschriften der MNB entsprach.
Die Überprüfung ist Teil umfassenderer Bemühungen der neuen Führung der Zentralbank, eine Reihe von Entscheidungen und Praktiken zu überprüfen, die von der vorherigen Verwaltung übernommen wurden. Unter anderem hat die MNB Berichten zufolge ihre Systeme zur Urlaubsverwaltung und Aktenführung überprüft – eine Angelegenheit, die in direktem Zusammenhang mit dem größten Bestandteil der Abfindung von Matolcsy steht.
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Umfassendere Überprüfung der ehemaligen Führung
Die Kontroverse entsteht vor dem Hintergrund laufender Ermittlungen im Zusammenhang mit Stiftungen, die während Matolcsys Amtszeit mit der Ungarischen Nationalbank in Verbindung standen. Die Behörden untersuchen derzeit separate Fälle, in denen der Verdacht auf Geldwäsche und der Vorwurf der Verletzung von Treuhandpflichten im Raum stehen.
Trotz mehr als einjähriger Ermittlungsarbeit wurden bislang noch keine Verdächtigen offiziell identifiziert. Die Polizei erklärte kürzlich, dass die Ermittler zunächst eine Datenbank mit mehr als 80.000 Datensätzen sammeln und auswerten mussten, bevor sie zu sichtbareren Ermittlungsmaßnahmen übergehen konnten.
Die Strafverfolgungsbehörden haben zudem berichtet, dass seit April 2025 Vermögenswerte im Wert von mehreren zehn Milliarden Forint beschlagnahmt wurden. Unterdessen gibt die derzeitige Führung der Zentralbank an, Vermögenswerte in Höhe von mehr als 100 Milliarden HUF (fast 253 Millionen Euro) im Zusammenhang mit früheren, derzeit untersuchten Fällen sichergestellt zu haben. Die Prüfung von Matolcsys Abfindungspaket ist nur das jüngste Kapitel in der Reihe von Ermittlungen und Prüfungen, die die letzten Jahre der Amtszeit des ehemaligen Gouverneurs ans Licht bringen werden.
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