Warnung: Temu, Shein und AliExpress werden ab nächster Woche in Ungarn teurer – Tipps zur Kostenminimierung

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Ab dem 1. Juli treten in Ungarn neue EU-Zollvorschriften in Kraft, wodurch Importe von geringem Wert aus Ländern außerhalb der EU teurer werden. Für Waren, die über Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress bestellt werden und einen Wert von unter 150 € haben, fällt laut Szilvia Linczmayer, Sprecherin der Nationalen Steuer- und Zollverwaltung (NAV), im Gespräch mit MTI eine Zollgebühr in Höhe von 3 € an.
Der Kauf von drei T-Shirts ist möglicherweise günstiger als eine gemischte Bestellung
Nach der neuen Regelung wird die Gebühr von 3 € nicht pro Paket, sondern pro darin enthaltener Produktkategorie erhoben. Diese Kategorien werden durch Zolltarifcodes definiert.
In der Praxis bedeutet dies, dass für eine einzelne Bestellung, die ein T-Shirt, eine Handyhülle und ein Paar Kopfhörer enthält – die jeweils unter unterschiedliche Zolltarifklassen fallen –, eine Gesamtgebühr von 9 € anfällt. Im Gegensatz dazu würden für eine Bestellung, die aus drei identischen Baumwoll-T-Shirts besteht, die alle derselben Kategorie angehören, lediglich 3 € anfallen.

Die zusätzlichen Kosten werden voraussichtlich an der Kasse in die Preise der Händler eingerechnet. Die Regelung gilt nur für Sendungen mit einem Wert unter 150 €; für Importe mit höherem Wert gelten weiterhin die bestehenden Zollverfahren.
Käufer werden aufgefordert, sorgfältig zu überlegen
Die von der Europäischen Kommission im Rahmen einer umfassenden Zollreform eingeführte Maßnahme gilt in allen EU-Mitgliedstaaten, einschließlich Ungarn. Die NAV erklärte, sie arbeite eng mit den Marktteilnehmern zusammen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Die Zollabfertigung für Kleinsendungen wird weiterhin von Postdiensten, Kurierdiensten oder von den Plattformen benannten Beauftragten übernommen.
Konkret bedeutet dies, dass Verbraucher den Aufschlag bereits beim Kauf im Voraus entrichten müssen – etwa 3 € (rund 1.000 HUF) pro Produktkategorie.

Zwar hat China zuvor den seiner Ansicht nach zunehmenden Handelsdruck seitens der Europäischen Union kritisiert, doch hat es keine diplomatische Reaktion auf die neuesten Vorschriften für Direktlieferungen an Verbraucher eingeleitet. Analysten gehen von einer abwartenden Haltung aus, wobei hinter den Kulissen bereits Vorbereitungen getroffen werden.
Wie sich chinesische Unternehmen anpassen
Die Unternehmen reagieren an zwei Fronten. Sie verlagern ihren Fokus auf höherwertige Waren, die nicht unter die 3-Euro-Gebühr fallen; bei kostengünstigen Artikeln könnten die neuen Vorschriften zu Preissteigerungen von 60 bis 150 Prozent führen.
Falls Sie es verpasst haben: Temu, mittlerweile eine der meistgenutzten Einkaufsplattformen in Ungarn, wurde von der EU mit einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro belegt
Sie bauen ihre Lagerkapazitäten innerhalb der EU rasch aus, sodass Waren aus dem EU-Binnenraum versendet werden können und der Aufschlag somit gänzlich vermieden wird.

Von den Plattformen wird zudem erwartet, dass sie ihre Kunden dazu anregen, Bestellungen nach Produkttypen zu bündeln – beispielsweise indem sie nur Baumwoll-T-Shirts in einer einzigen Transaktion bestellen –, damit die Gebühr nur einmal anfällt.
Nach Angaben der Europäischen Kommission gelangten im Jahr 2024 rund 4,6 Milliarden Pakete mit geringem Warenwert in die EU, wobei 91 Prozent aus China stammten. Brüssel argumentiert, dass diese Dominanz nicht auf überlegene Qualität zurückzuführen ist, sondern auf die systematische Unterdeklarierung des Warenwerts – eine Praxis, die nach Ansicht der Kommission den Wettbewerb verzerrt und es den Anbietern letztendlich ermöglichen könnte, die Preise anzuheben, sobald die Konkurrenten vom Markt verdrängt wurden.
Haben Sie diesen Artikel schon gelesen? Temu übernimmt die Führung: Ungarische Online-Käufer geben mittlerweile mehr im Ausland als im eigenen Land aus!

