Anzeichen für eine ernsthafte Kluft zwischen Ministerpräsident Péter Magyar und Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer – Video

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Ein öffentlicher Konflikt zwischen Ministerpräsident Péter Magyar und Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer hat nach einem ungewöhnlich heftigen Wortwechsel im Parlament am Dienstag Fragen hinsichtlich der Einheit innerhalb der Tisza-Partei aufgeworfen.
Forsthoffer, die auch als stellvertretende Parteivorsitzende fungiert, unterbrach den Ministerpräsidenten während der Sitzung und stellte fest, dass seine Antwort vom eigentlichen Thema abgewichen sei. Analysten weisen darauf hin, dass die rechtliche Begründetheit der Entscheidung zweitrangig sei; bedeutender sei vielmehr, dass dies den ersten sichtbaren Riss innerhalb einer Partei markiere, die bislang strenge interne Disziplin an den Tag gelegt habe. Einige Beobachter haben den Vorfall jedoch als politisches Theater abgetan – obwohl die Oppositionsbänke das Eingreifen der Parlamentspräsidentin mit Beifall begrüßten.
Magyar hatte gerade auf eine Frage zum Kinderschutz geantwortet, wurde jedoch schließlich zum Schweigen gebracht
Bei einer außerordentlichen Sitzung der Nationalversammlung kochten die Gemüter erneut hoch, als sich Regierungs- und Oppositionsabgeordnete gegenseitig scharfe Vorwürfe machten. Ein Fidesz-Abgeordneter hatte Sozialminister Vilmos Kátai-Németh zur mutmaßlichen politischen Instrumentalisierung eines Jungen befragt, der aus einem Kinderheim geflohen war. Die Antwort kam schließlich nicht vom Minister, sondern vom Ministerpräsidenten selbst.
Als das Thema später in der Sitzung erneut zur Sprache kam, entschied sich Magyar, seine Antwort auf eine andere Frage zu verkürzen, um näher auf den Fall einzugehen, der im Wahlkampf von Tisza eine Rolle gespielt hatte, unter anderem in einem Interview mit dem Jungen.
An dieser Stelle schaltete sich Forsthoffer ein und entzog ihm das Wort mit der Begründung, der Ministerpräsident sei vom Kern der Interpellation abgewichen. Magyar ließ die Angelegenheit jedoch nicht auf sich beruhen und wies sowohl die scheidende Parlamentspräsidentin als auch deren Nachfolgerin im Vorsitz, Eszter Vitályos, darauf hin, dass die parlamentarischen Regeln es nicht zulassen, einen Minister – geschweige denn den Ministerpräsidenten – zum Schweigen zu bringen, nur weil er eine Frage nicht direkt beantwortet habe.
Parlamentsausschuss soll Streitfall prüfen
Márton Melléthei-Barna, stellvertretender Vorsitzender der Tisza-Fraktion und ehemaliger Favorit für das Justizressort, stellte sich am Dienstag auf die Seite des Ministerpräsidenten. Melléthei-Barna – der zudem Magyars Schwager ist und zuvor aus diesem Grund einen Ministerposten abgelehnt hatte – argumentierte, das Gesetz sei eindeutig.
„Die Geschäftsordnung enthält keine Bestimmung, die den Entzug des Rederechts aufgrund einer Abweichung vom Thema zulässt“, sagte er. „Zwar sehen umfassendere gesetzliche Regelungen solche Maßnahmen gegen Abgeordnete im Allgemeinen vor, doch erstrecken sie sich nicht auf Minister oder den Ministerpräsidenten.“

Die Angelegenheit wird voraussichtlich vom Parlamentsausschuss geprüft werden, obwohl Melléthei-Barna anmerkte, dass er selbst in der Vergangenheit gelegentlich Entscheidungen des Parlamentspräsidenten angefochten habe.
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Erste Anzeichen für interne Spannungen?
Die Tisza-Partei hat bislang eine bemerkenswert disziplinierte Front gewahrt. Während des Wahlkampfs geriet keiner ihrer Kandidaten ins Visier anhaltender politischer Angriffe, und es gab auch keine Berichte über interne Meinungsverschiedenheiten – ein Muster, das sich seitdem weitgehend fortgesetzt hat.
Doch nun gibt es Anzeichen für sich abzeichnende Bruchlinien. Melléthei-Barna gab bekannt, dass die Fraktion einen mehrheitlichen – wenn auch nicht einstimmigen – Beschluss gefasst habe, die Dauer der Mandate der Abgeordneten zu begrenzen – ein seltenes Eingeständnis interner Uneinigkeit.

Die Entscheidung der Parlamentspräsidentin, dem Ministerpräsidenten das Wort zu entziehen, sowie dessen anschließender Einspruch könnten auf eine tiefere Meinungsverschiedenheit hindeuten. Der Politologe Gábor Török erklärte, dass zwar eine inszenierte Konfrontation nicht ausgeschlossen werden könne, es jedoch wahrscheinlicher sei, dass der Vorfall einen substanziellen internen Streit widerspiegele. Das Vorgehen der Parlamentspräsidentin sei verfassungsrechtlich umstritten – was es als Signal umso bedeutender mache.

In einem kurzen Social-Media-Beitrag wenige Stunden später schlug Forsthoffer versöhnliche Töne an und schrieb: „Zwei starke Persönlichkeiten mögen unterschiedlicher Meinung sein, doch das schwächt sie gemeinsam nicht – es macht sie glaubwürdiger.“ Der Beitrag wurde von einem Foto der beiden begleitet. Der Ministerpräsident antwortete mit einem Herz-Emoji.

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