Rote Warnstufe in Ungarn: Was die höchste Hitzewarnung bedeutet

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In Ungarn gilt landesweit die Alarmstufe Rot, da die Behörden warnen, dass die aktuelle Hitzewelle ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen könnte, insbesondere für gefährdete Bevölkerungsgruppen.

HungaroMet, der ungarische Wetterdienst, hat am Montag, dem 29. Juni, die höchste Warnstufe wegen hoher Tagesdurchschnittstemperaturen ausgegeben, da die Durchschnittstemperatur in weiten Teilen des Landes voraussichtlich über 29 °C bleiben wird. Dies ist nicht lediglich eine Vorhersage für heißes Wetter am Nachmittag: Es bedeutet, dass die Temperaturen voraussichtlich über einen Zeitraum von vollen 24 Stunden, einschließlich der Nachtstunden, gefährlich hoch bleiben werden.

Rote Warnstufe in Ungarn: Was bedeutet das?

HungaroMet verwendet ein dreistufiges, farbcodiertes Warnsystem: Gelb, Orange und Rot. Rot ist die höchste Stufe und wird nur in seltenen und gefährlichen Wettersituationen ausgegeben. Nach Angaben des Wetterdienstes bezieht sich eine rote Warnung auf Wetterereignisse, die in vielen Fällen Menschenleben gefährden und weitreichende Gebiete betreffen können.

Bei Hitzewarnungen wird die rote Warnstufe ausgelöst, wenn die tägliche Durchschnittstemperatur voraussichtlich 29 °C überschreiten wird. Dies ist nicht mit einer Tageshöchsttemperatur von 35–40 °C zu verwechseln. Eine hohe Tagesdurchschnittstemperatur bedeutet, dass der Körper selbst während der Nacht kaum Gelegenheit hat, sich zu erholen, was das Risiko von Hitzeschlag, Dehydrierung, Hitzekollaps und Herz-Kreislauf-Belastung erhöht.

HungaroMet betont zudem, dass eine Warnung nicht bedeutet, dass an jedem einzelnen Punkt des betroffenen Gebiets genau dieselben Bedingungen eintreten werden. Vielmehr bedeutet dies, dass die Bedingungen günstig sind, damit sich das gefährliche Wetterereignis in oder in der Nähe der betroffenen Region entwickeln kann.

Ungarn befindet sich zudem unter einer Hitzewarnung der Stufe 3

Parallel zur meteorologischen Warnung gilt in Ungarn eine vom nationalen Gesundheitsbeauftragten angeordnete landesweite Hitzewarnung der Stufe 3. Das Nationale Zentrum für öffentliche Gesundheit und Pharmazie teilte mit, dass die Warnung von Samstag, dem 27. Juni, 00:00 Uhr, bis Dienstag, dem 30. Juni, 24:00 Uhr, in Kraft ist.

Diese Warnung im Bereich der öffentlichen Gesundheit ist unabhängig von der Wetterwarnung des Ungarischen Wetterdienstes (HungaroMet), doch die Botschaft ist dieselbe: Die Hitze ist nicht mehr nur unangenehm, sondern kann gefährlich sein. Die Behörden weisen darauf hin, dass die kommenden Tage sowohl körperliche als auch psychische Belastungen für die Bevölkerung mit sich bringen werden. Zu den am stärksten gefährdeten Personengruppen zählen ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch Personen, die im Freien arbeiten, Touristen, die durch die Städte spazieren, Festivalbesucher sowie alle, die sich längere Zeit in direkter Sonneneinstrahlung aufhalten, sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Was sollten Einwohner und Touristen tun?

Die Behörden bitten die Menschen, regelmäßig Wasser zu trinken, noch bevor sie Durst verspüren, und auf Alkohol, Koffein sowie Getränke mit hohem Zuckergehalt zu verzichten, da diese das Risiko einer Dehydrierung erhöhen können. Während der heißesten Stunden sollten sich die Menschen nach Möglichkeit im Schatten oder in klimatisierten Räumen aufhalten.

Helle, atmungsaktive Kleidung, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, Sonnencreme und Lippenschutz werden ebenfalls empfohlen. Wer sich an Seen oder Flüssen aufhält, sollte bei überhitztem Körper nicht ins Wasser springen, sondern sich zunächst allmählich abkühlen.

Eine der wichtigsten Warnungen betrifft Autos. Kinder, ältere Menschen und Haustiere dürfen niemals in einem geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden, auch nicht für kurze Zeit. Der Innenraum eines Autos kann sich rasch aufheizen und lebensbedrohlich werden.

Warum ist diese Hitzewelle so extrem?

Die aktuelle Hitzewelle ist Teil einer längeren Phase extremer Hitze, von der weite Teile Europas betroffen sind. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie hat die Hitzewelle Ende Juni in mehreren Ländern Temperaturrekorde gebrochen und erhebliche Auswirkungen auf Gesundheit, Infrastruktur, Landwirtschaft und Arbeitsproduktivität gehabt. Ungarn gehört zu den Ländern, die von dieser europaweiten Hitzewelle betroffen sind.

Meteorologen führen die Situation auf ein anhaltendes Hochdruckgebiet zurück, das oft als „Hitzekuppel“ bezeichnet wird und heiße Luft einschließt, wodurch sich die Temperaturen über mehrere Tage hinweg weiter erhöhen. Klimaforscher warnen davor, dass extreme Hitzewellen mit der Erwärmung des Klimas immer häufiger, intensiver und länger andauernd auftreten. Die WMO stellt fest, dass Europa der sich weltweit am schnellsten erwärmende Kontinent ist und dass Hitzewellen in der gesamten Region zugenommen haben.

Wann könnte Abkühlung eintreten?

Den aktuellen Warnmeldungen zufolge wird die größte Hitze Ungarn voraussichtlich am Montag und Dienstag treffen. Ab Mittwoch ist eine gewisse Entspannung möglich, obwohl die Warnungen je nach den neuesten Vorhersagen in einigen Gebieten weiterhin bestehen bleiben könnten.

Bis dahin sollte die rote Warnstufe in Ungarn als ernstzunehmende Warnung für die öffentliche Gesundheit betrachtet werden. Am sichersten ist es, unnötige Sonnenexposition zu vermeiden, nach gefährdeten Angehörigen oder Nachbarn zu sehen, Wasser mitzuführen und die offiziellen Meldungen von HungaroMet und den Gesundheitsbehörden zu befolgen.

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