Der Skandal um den ukrainischen „Goldkonvoi“ spitzt sich zu: Könnte Orbán selbst mit einer Haftstrafe rechnen – und wie könnte er davor geschützt werden?

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János Hajdu, einst persönlicher Leibwächter des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und später Leiter des ungarischen Zentrums zur Terrorismusbekämpfung (TEK), soll laut Zeugenaussagen während der Operation gegen einen ukrainischen „Goldkonvoi“ in ständigem Kontakt mit Orbán gestanden haben. Hajdu wird vorgeworfen, sieben ukrainische Geldkuriere neun Stunden lang rechtswidrig festgehalten zu haben. Zeugenaussagen deuten jedoch darauf hin, dass die Entscheidung auf höherer Ebene getroffen wurde. Seit gestern ist Hajdu zum Sicherheitsdirektor der regierenden Fidesz-Partei ernannt worden.
Der Skandal spitzt sich zu
Führenden Persönlichkeiten drohen im Zusammenhang mit der „Goldkonvoi“-Affäre lange Haftstrafen. Die Ermittler untersuchen derzeit Hajdus Mobiltelefon, während durchgesickerte Informationen darauf hindeuten, dass auch die Rolle von Viktor Orbán unter die Lupe genommen werden könnte.
Laut Botond Fülöp – bekannt als der „Landstaatsanwalt“, dessen frühere Enthüllungen den Begnadigungsskandal auslösten, der zum Sturz von Präsidentin Katalin Novák führte – könnte dem ehemaligen TEK-Chef eine mehrjährige Haftstrafe drohen. Eine zentrale Frage ist, ob Hajdu versuchen wird, seinen ehemaligen Vorgesetzten während des Verfahrens zu schützen.
Die Budapester Staatsanwaltschaft hat Hajdu als Verdächtigen in sieben Fällen von rechtswidriger Freiheitsberaubung unter Anwendung von Zwang vernommen. Er hat gegen die Anklage Beschwerde eingelegt und befindet sich derzeit auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die ukrainischen Kuriere neun Stunden lang festgehalten, mit Handschellen gefesselt und ihnen die Augen verbunden zu haben.
Schwerwiegende rechtliche Konsequenzen
Die möglichen rechtlichen Konsequenzen sind erheblich. Fülöp argumentiert, dass die Strafe gemäß den Vorschriften zur kumulativen Strafzumessung zwischen zwei und zwölf Jahren Freiheitsentzug liegen könnte, wobei der Mittelwert bei sieben Jahren liegt. Seiner Ansicht nach ist eine Bewährungsstrafe angesichts der Schwere der mutmaßlichen Straftaten und der Beteiligung eines hochrangigen Strafverfolgungsbeamten höchst unwahrscheinlich. Er geht davon aus, dass ein Gericht voraussichtlich eine Strafe verhängen würde, die nahe am Mittelwert liegt.
Telefonverbindungsdaten unter der Lupe
Die Staatsanwaltschaft analysiert derzeit den Inhalt von Hajdus Mobiltelefon, nachdem Zeugen ausgesagt haben, dass er während der Haft wiederholt mit Orbán gesprochen habe, berichtete Telex.
Der investigative Journalist Szabolcs Panyi hatte zuvor berichtet, dass Hajdu vor Ort direkte Anweisungen erteilt habe, während er in ständigem Kontakt mit Persönlichkeiten auf höchster politischer Ebene stand. Die Bedeutung des Falls wird durch die Tatsache unterstrichen, dass Orbán am Morgen der Operation persönlich das TEK-Hauptquartier in der Zách-Straße aufsuchte, um an einer Sitzung des Koordinierungsausschusses für Terrorismusbekämpfung teilzunehmen. Die ukrainischen Kuriere wurden später im selben Gebäude befragt.

Ein internes Dokument der Staatsanwaltschaft vom 9. Juni besagt, dass die Ermittlungen die strafrechtliche Verantwortung von Viktor Orbán, Örs Farkas, János Hajdu und Tamás Demeter klären müssen, wobei diese als diejenigen identifiziert werden, die die „wesentlichen Entscheidungen“ getroffen und Anweisungen erteilt haben. Telex berichtete zudem, dass Orbán sowohl die Razzia als auch deren Zeitpunkt persönlich genehmigt habe.
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Hat Orbán den Befehl erteilt?
Eine zentrale Frage für die Ermittler ist, ob Anweisungen bezüglich der Art und Weise der rechtswidrigen Festnahme auch von der politischen Führung kamen, wie 444.hu berichtete. Sollten sich diesbezügliche Beweise ergeben, könnte dies die Zuordnung der Verantwortung erheblich verändern.
Fülöp weist darauf hin, dass Orbán die Verantwortung von Hajdu nur dann übernehmen könnte, wenn er freiwillig aussagt und erklärt, dass der ehemalige TEK-Chef auf seinen direkten Befehl hin gehandelt habe. Ohne eine solche Erklärung dürfte Hajdu in diesem Fall weiterhin die Hauptperson mit strafrechtlicher Verantwortung bleiben.
Unterdessen gab Orbán am Dienstag bekannt, dass Hajdu zum Sicherheitsdirektor der Fidesz ernannt werde, und schrieb auf Facebook: „Willkommen zurück an Bord, General.“
„Sein Vergehen besteht darin, dass er die Ungarn geschützt hat“, schrieb Orbán auf Facebook über Hajdu:
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Titelbild: Facebook/Viktor Orbán

