Anti-ukrainische Stimmung in Polen nimmt zu – viele berichten von Feindseligkeiten im öffentlichen Raum: Bericht

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Laut einem am Dienstag von einer lokalen Nichtregierungsorganisation (NGO) veröffentlichten Bericht haben die anti-ukrainischen Stimmungen in Polen zugenommen, wobei viele seit Anfang 2025 von Feindseligkeiten im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und in Schulen berichten.
Der Bericht mit dem Titel „Wir sind nicht zu Hause: Ukrainische Migranten und Flüchtlinge über die Beziehungen zu den Polen“ wurde von der polnischen NGO „Instytut Krytyki Politycznej“ veröffentlicht und von der Migrationsforscherin Olena Babakova sowie dem Soziologen Przemyslaw Sadura verfasst.
Der Bericht basiert auf Interviews mit ukrainischen Migranten und Flüchtlingen über deren Erfahrungen.
Den Autoren des Berichts zufolge deuten die von den Befragten geschilderten Erfahrungen darauf hin, dass antiukrainische Stimmungen nicht mehr auf den Online-Diskurs beschränkt sind und zunehmend das tägliche Leben der in Polen lebenden Ukrainer beeinträchtigen.
Auf der Grundlage von ausführlichen Interviews mit 25 ukrainischen Migranten und Flüchtlingen, darunter sowohl Personen, die nach dem 2022 begonnenen Krieg Russlands eingereist sind, als auch seit längerem im Land lebende Arbeitsmigranten, ergab die Studie, dass „fast alle Befragten einen Anstieg der antiukrainischen Stimmung feststellen“, darunter auch diejenigen, die seit mehr als einem Jahrzehnt in Polen leben oder die polnische Staatsbürgerschaft besitzen.
Viele Befragte nannten den Wahlkampf um die polnische Präsidentschaftswahl 2025 als den Zeitpunkt, ab dem die antiukrainische Rhetorik deutlich sichtbarer wurde. Andere argumentierten, dass die Beziehungen zwischen Polen und Ukrainern schon immer schwierig gewesen seien.
Die Autoren gaben an, dass die Befragten von Diskriminierung in den Bereichen Wohnen, Beschäftigung, Schule und Gesundheitsversorgung berichteten, wobei die häufigsten Vorfälle jedoch im öffentlichen Raum, insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln, auftraten.
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Viele Befragte gaben an, dass das Sprechen von Ukrainisch oder ein ukrainischer Akzent häufig verbale Angriffe oder einschüchterndes Verhalten auslösten.
Nur einer der 25 Befragten berichtete, dass er einem Angreifer die Stirn geboten habe, indem er die Begegnung mit seinem Handy aufzeichnete.
Die Autoren hoben zudem hervor, was die Befragten als subtilere Formen der Diskriminierung bezeichneten, darunter Vermieter, die sich weigerten, an Ukrainer zu vermieten, feindselige Kommentare von medizinischem Fachpersonal, die in keinem Zusammenhang mit der Behandlung standen, sowie wahrgenommene Doppelmoral an Universitäten.
Zwar ist die öffentliche Unterstützung für die Ukraine insgesamt nach wie vor groß, doch zeigen Meinungsumfragen einen allmählichen Rückgang der Sympathie für ukrainische Flüchtlinge in den letzten zwei Jahren, bedingt durch Bedenken hinsichtlich Sozialleistungen, Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt und historischer Streitigkeiten.
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Quelle: Anadolu

