Die Renovierung des Széchenyi-Bades könnte im Herbst in einem der größten Thermalbäder Europas beginnen

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Die lang erwartete Sanierung des Széchenyi-Bades könnte in diesem Herbst beginnen, nachdem die Budapester Stadtverordnetenversammlung das Sanierungsprogramm für das mehr als 110 Jahre alte Thermal- und Schwimmbadkomplex im Stadtpark genehmigt hat.
Die erste Phase des Projekts mit einem Volumen von mehr als 3 Milliarden HUF netto (etwa 8,4 Millionen Euro) kann nun in die Phase der öffentlichen Ausschreibung übergehen. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich teilweise auf den Thermalbereich für Frauen konzentrieren und etwa 12 Monate in Anspruch nehmen.
Laut „Magyar Építők“, das sich auf MTI beruft, ist die Sanierung nur die erste Etappe eines weitaus umfangreicheren Programms, das darauf abzielt, eine der bekanntesten Touristenattraktionen Budapests zu modernisieren und dabei ihren historischen Charakter zu bewahren.
Renovierung des Széchenyi-Bades zur Modernisierung der Wasseraufbereitung
Eines der wichtigsten technischen Elemente der ersten Phase wird die Modernisierung des Wasseraufbereitungssystems des Bades sein.
Ildikó Szűts, Geschäftsführerin der Budapest Spas and Thermal Baths Plc., erklärte bei der Vorstellung der Pläne, dass die Becken im Széchenyi-Bad derzeit mit einer Befüll- und Entleerungstechnik betrieben werden. Im Rahmen des Pilotprojekts werden einige Becken auf ein Filter- und Umwälzsystem umgestellt, unter anderem um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.
Für ausländische Leser stellt dies eine bedeutende technische Veränderung dar. Budapests historische Thermalbäder befinden sich häufig in denkmalgeschützten Gebäuden, in denen jede Modernisierung mit dem Denkmalschutz in Einklang gebracht werden muss. Im Széchenyi-Bad besteht die Herausforderung darin, die Service- und Sicherheitsstandards einer bedeutenden Besucherattraktion auf den neuesten Stand zu bringen, ohne dabei die Atmosphäre zu beeinträchtigen, die das Bad weltweit berühmt gemacht hat.
Auch historische Bereiche werden restauriert
Die Arbeiten im Herbst betreffen nicht nur die Wassertechnik. Auch verschiedene architektonische und restauratorische Maßnahmen sind Teil des Programms.
Die Haupttreppe des Schwimmbadbereichs soll im Rahmen eines etwa dreimonatigen Projekts renoviert werden. Die Arbeiten betreffen auch die plattenförmigen Springbrunnen im Innenhof, und zudem ist die Restaurierung der Umkleideräume des Schwimmbads geplant.
Der renovierte Umkleidebereich soll künftig für die gemischte Nutzung geeignet sein; dieser Teil des Projekts wird voraussichtlich etwa sechs Monate in Anspruch nehmen. Das Programm umfasst zudem den Umbau des stufenförmigen Sonnenbadeplatzes, einschließlich neuer Pflasterung und Abdichtung.
Diese Arbeiten sind von großer Bedeutung, da das Széchenyi-Bad nicht bloß eine Schwimmbadanlage ist. Es ist eines der bekanntesten architektonischen Wahrzeichen Budapests, das Kurkultur, Tourismus und denkmalgeschützte Architektur im Herzen des Stadtparks vereint.
Warum das Széchenyi-Bad für Budapest von Bedeutung ist
Das Széchenyi-Bad ist einer der größten Badekomplexe Europas und eines der Symbole der Budapester Thermalkultur. Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als der Bergbauingenieur Vilmos Zsigmondy vorschlug, im Stadtpark einen artesischen Brunnen zu bohren.
Nachdem die Bohrarbeiten 1878 abgeschlossen waren, trat Thermalwasser aus einer Tiefe von 970 Metern mit einer Temperatur von 74,5 Grad Celsius zutage. Der Bau des Bades begann 1909 nach Plänen von Győző Czigler, und die Anlage wurde am 13. Juni 1913 unter dem Namen Széchenyi-Thermalbad eröffnet.
Das Bad erfreute sich solcher Beliebtheit, dass es in den 1920er Jahren erheblich erweitert wurde; damals wurde dort das erste Schwimmbecken in Pest eröffnet. Ein zweiter Brunnen wurde 1936 fertiggestellt, der Thermalwasser aus einer Tiefe von 1.240 Metern förderte. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das Gebäude renoviert werden, doch der Thermalbrunnen blieb unversehrt. Ab 1963 wurde das Bad zu einer ganzjährigen Attraktion.
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Nur erste Phase
Die aktuelle Investition im Wert von mehr als 3 Milliarden HUF (netto) ist nur die erste Phase der umfassenden Sanierung der Széchenyi-Bäder. Szűts erklärte, dass in den kommenden Jahren umfangreichere Maßnahmen erforderlich sein werden, damit der Komplex seiner internationalen Bedeutung sowohl hinsichtlich des Denkmalschutzes als auch der Servicequalität gerecht werden kann.
Derzeit verfügt das Széchenyi-Bad über 18 Becken. Im vergangenen Jahr verzeichnete es rund 1,3 Millionen Besucher bei einer durchschnittlichen täglichen Besucherzahl von etwa 3.500 Personen.
Für Budapest ist die Sanierung mehr als nur ein Instandhaltungsprojekt. Die historischen Bäder der Stadt sind von zentraler Bedeutung für ihr internationales Image, und das Széchenyi-Bad gehört zu den meistbesuchten unter ihnen. Sollte das öffentliche Vergabeverfahren wie geplant verlaufen, könnte der Start im Herbst den Beginn einer mehrjährigen Initiative markieren, einen der berühmtesten Kurkomplexe Europas an moderne Erwartungen anzupassen und dabei seinen historischen Charakter zu bewahren.
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