Junger ungarischer Lehrer verlangsamt den Alterungsprozess – hat bereits fast zwei Jahrzehnte gewonnen. Das ist sein Geheimnis

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Ist es möglich, so zu leben, dass man den Alterungsprozess verlangsamen kann, ohne Millionen von Dollar dafür auszugeben? Laut Martin Helstáb ist dies der Fall. Der ungarische Kunstlehrer und Biohacker hat einen Lebensstil entwickelt, bei dem sein Körper Messungen zufolge jährlich nur um 0,62 Jahre altert. Sein Ziel ist nicht bloß Langlebigkeit, sondern auch die Verlängerung der Jahre, die er bei guter Gesundheit leben kann. Bemerkenswerterweise behauptet er, dies mit relativ geringen Kosten und nur begrenzten Einschränkungen erreichen zu können. Und so funktioniert es.

Ein Lehrer, der den Alterungsprozess verlangsamt

Während die reichsten Biohacker der Welt Millionen von Dollar ausgeben, um den Alterungsprozess zu verlangsamen, beharrt der 31-jährige Helstáb darauf, dass dies mit einem weitaus bescheideneren Budget möglich ist. Der Körper des in Budapest ansässigen Klassenlehrers ist im Laufe eines Jahres um lediglich 0,62 Jahre gealtert, womit er laut „Blikk“ zu den Spitzenreitern des internationalen „Longevity World Cup“ zählt. Zuvor belegte er weltweit den vierten Platz unter den am langsamsten alternden Menschen; obwohl er mit steigender Teilnehmerzahl in der Rangliste zurückfiel, hat er sich seitdem wieder nach oben gearbeitet und belegt derzeit den siebten Platz.

Young Hungarian teacher can slow down ageing
Früher verbrachte er viel Zeit auf Malta. Foto: Instagram/Helstáb Martin

Helstáb weist nun ein biologisches Alter auf, das 18,2 Jahre unter seinem chronologischen Alter liegt. Die Rangliste basiert auf offiziellen Labortests: Detaillierte Blutwerte werden von einem Algorithmus analysiert, der das biologische Alter berechnet. Die Teilnehmer, so sagt er, betrachten einander nicht als Rivalen, sondern als Partner, die Erkenntnisse austauschen, um gemeinsam besser zu verstehen, wie der Alterungsprozess verlangsamt werden kann. Letztendlich profitieren alle davon, da jeder ein längeres und gesünderes Leben genießen kann.

Von der Krankheit zur Optimierung

Seine Reise begann jedoch nicht mit Rekorden, sondern mit einer schweren Erkrankung. Im Alter von 24 Jahren wurde bei ihm die autoimmune rheumatoide Arthritis diagnostiziert, die ihm ständige Schmerzen bereitete und ihn unter extremer Erschöpfung leiden ließ. Er erinnert sich, dass er früher schon nach einem kurzen Spaziergang eine Pause benötigte; heute, so sagt er, fühle er sich vollkommen gesund, lebe schmerzfrei und verfüge über anhaltende Energie.

Einer der Eckpfeiler seines Tagesablaufs ist der Saunagang, den er zur Linderung von Entzündungen in seinen Alltag integriert hat. Als seine finanziellen Mittel knapp waren, kaufte er sich eine tragbare Sauna und finanzierte deren tägliche Stromkosten durch das Einlösen von Pfandflaschen. Seiner Erfahrung nach lindert Wärme seine Autoimmunsymptome, während kältere Perioden – insbesondere ungarische Winter – ihm den Alltag erschweren. Zuvor lebte er auf Malta, wo dies weniger ein Problem darstellte.

Disziplin ohne Verzicht

Sein Anti-Aging-Programm basiert auf strengen Grundsätzen. Er nimmt 22 verschiedene Vitamine ein, hat Kaffee vollständig aus seinem Leben gestrichen und verzichtet nach 19 Uhr auf Essen. Dennoch empfindet er dies nicht als Verzicht. Vielmehr ist er der Ansicht, dass schädliche Gewohnheiten durch Aktivitäten ersetzt werden sollten, die langfristige Vorteile bieten, ohne am nächsten Tag negative Nachwirkungen zu haben.

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Mit modernem Stress umgehen

Die Lehrtätigkeit stellt für ihn eine erhebliche psychische Belastung dar, was ihn zu einem strukturierten Ansatz beim Stressmanagement veranlasst. Im Laufe des Tages legt er 10- bis 20-minütige Entspannungspausen ein und nutzt dabei Hilfsmittel wie eine Akupressurmatte, einen TENS-Muskelstimulator oder die Sauna. Diese, so sagt er, helfen dabei, das Nervensystem zu regenerieren und alltägliche Anspannungen abzubauen.

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Im Hörsaal. Foto: Instagram/Helstáb Martin

Helstáb legt großen Wert darauf zu betonen, dass Biohacking nicht ausschließlich den Wohlhabenden vorbehalten ist. Der erste Schritt, so argumentiert er, seien keine teuren Geräte oder Nahrungsergänzungsmittel, sondern der Verzicht auf schädliche Gewohnheiten. Der Verzicht auf zuckerhaltige und stark verarbeitete Lebensmittel, der Verzicht auf Kaffee, die Priorisierung des Schlafs und eine bewusstere Ernährung können seiner Ansicht nach die Lebensqualität erheblich verbessern. Seine eigene Ernährung basiert auf einfachen, im Supermarkt gekauften Zutaten, was seine Überzeugung widerspiegelt, dass das Ziel nicht Perfektion ist, sondern bessere Entscheidungen sind.

Ein datengestützter Ansatz zum Thema Altern

Was die „Longevity-Denkweise“ von herkömmlichen Änderungen des Lebensstils unterscheidet, so Helstáb, ist ihr wissenschaftlicher, datengestützter Charakter. Das Ziel ist nicht einfach nur ein verbessertes Wohlbefinden oder Gewichtsverlust, sondern die messbare Verlangsamung des Alterungsprozesses. Regelmäßige Labortests, DNA-Methylierungsanalysen und epigenetische Messungen zeigen an, ob die biologische Uhr des Körpers tatsächlich langsamer tickt.

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