Mercedes-Benz eröffnet nach einer Erweiterung im Wert von 1 Milliarde Euro Europas größtes Werk in Ungarn

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Mercedes-Benz hat die erweiterten Produktionsanlagen in seinem Werk in Kecskemét offiziell eingeweiht und damit den Abschluss einer Investition in Höhe von rund 1 Milliarde Euro markiert, durch die der Standort zur größten Produktionsstätte des Unternehmens in Europa und zur zweitgrößten weltweit geworden ist.

Neue Produktionshalle macht Kecskemét zum größten Mercedes-Werk in Europa

Die neuen Produktionshallen werden die Produktionsleistung des Werks erheblich steigern, wobei sich die Produktionskapazität voraussichtlich verdoppeln wird. Die Erweiterung markiert zudem den Start der Serienproduktion des ersten vollelektrischen Einstiegsmodells von Mercedes-Benz, der neuen elektrischen C-Klasse, im ungarischen Werk.

An der Eröffnungsfeier nahmen Ministerpräsident Péter Magyar, der Vorstandsvorsitzende der Mercedes-Benz Gruppe, Ola Källenius, sowie führende Unternehmensvertreter teil, darunter Michael Schiebe, das für Produktion, Qualität und Lieferkettenmanagement zuständige Vorstandsmitglied, und Christian Dickert, Geschäftsführer und Werksleiter von Mercedes-Benz Manufacturing Hungary.

Die wachsende Bedeutung Ungarns im globalen Netzwerk von Mercedes

In seiner Rede bei der Zeremonie bezeichnete der Ministerpräsident die Investition als Beweis dafür, dass Ungarn in der Lage ist, strategische industrielle Entwicklungen von langfristiger Bedeutung zu beherbergen. Er erklärte, die Erweiterung werde die Position des Standorts Kecskemét innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz weiter stärken und gleichzeitig dessen Bedeutung für die ungarische Wirtschaft festigen.

Laut Magyar ist es das Ziel der Regierung, Investoren ein berechenbares wirtschaftliches Umfeld, wettbewerbsfähige Steuerbedingungen, eine moderne Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte zu bieten. Gleichzeitig betonte er, dass die Partnerschaft auf Gegenseitigkeit beruhen müsse, und erklärte, von in Ungarn tätigen Unternehmen werde erwartet, dass sie die Vorschriften einhalten, ungarische Mitarbeiter fair behandeln und die Einbindung einheimischer Zulieferer verstärken.

Magyar hob zudem das Bestreben der Regierung hervor, mehr ungarische kleine und mittlere Unternehmen dabei zu unterstützen, durch Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz und Programme zur Lieferantenentwicklung in internationale Automobil-Lieferketten einzusteigen.

Würdigung eines ungarischen Pioniers der Automobilindustrie

Der Ministerpräsident begann seine Rede mit einer Würdigung des in Ungarn geborenen Automobilingenieurs Béla Barényi, einem der einflussreichsten Ingenieure von Mercedes-Benz und einem Pionier der Fahrzeugsicherheit.

Einer bekannten Anekdote zufolge soll Barényi den Führungskräften von Mercedes bei seinem Vorstellungsgespräch im Jahr 1939 mit den berühmten Worten gesagt haben, sie würden „alles falsch machen“, bevor er seine Vision für deutlich sicherere Autos darlegte. Magyar erklärte, diese Geschichte zeige nicht nur Barényis Genialität, sondern auch, wie wichtig es sei, dass Führungskräfte Talente erkennen und offen für neue Ideen bleiben.

Mercedes lobt ungarische Belegschaft

Christian Dickert lobte das Engagement und die Professionalität der Belegschaft in Kecskemét und erklärte, die Mitarbeiter hätten während des gesamten Ausbauprojekts bemerkenswerte Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Teamarbeit bewiesen. Er beschrieb die neuen Anlagen als solide Grundlage für das künftige Wachstum von Mercedes-Benz und erklärte, er sei in den ersten Monaten seiner Leitung des Werks von der Fachkompetenz des ungarischen Teams beeindruckt gewesen.

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Gruppe, hob zudem Kundenorientierung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit als Kernwerte des Unternehmens hervor und fügte hinzu, dass das Werk in Kecskemét alle drei verkörpere. Unter Berufung auf den Erfinder Alan Kay sagte Källenius: „Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, besteht darin, sie zu gestalten“, und fügte hinzu, dass die ungarischen Mitarbeiter diese Philosophie jeden Tag unter Beweis stellten.

Erheblicher Kostenvorteil gegenüber deutschen Werken

Mercedes-Benz geht davon aus, dass der Standort Kecskemét für die künftige Produktionsstrategie des Unternehmens zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Neben der Einführung der elektrischen C-Klasse soll das erweiterte Werk einen erheblichen Kostenvorteil bei der Fertigung bieten.

Nach Angaben des Unternehmens liegen die Produktionskosten in Kecskemét um rund 70 % unter denen vergleichbarer deutscher Werke, was das ungarische Werk zu einem der wettbewerbsfähigsten Produktionsstandorte des Konzerns in Europa macht.

Das Werk produziert derzeit jährlich mehr als 100.000 Fahrzeuge, wobei langfristige Pläne eine Steigerung der Jahresproduktion auf etwa 350.000 Fahrzeuge vorsehen. Der Ausbau stärkt die Position von Kecskemét als eines der wichtigsten Industriezentren Ungarns und als einer der weltweit führenden Produktionsstandorte von Mercedes-Benz weiter.

Das Live-Video von Péter Magyars Ankunft und seiner Rede bei der Eröffnung können Sie unten ansehen:

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